"Hallo" ist das Pfandleihhaus des "Aufwiedersehn"...



Miniaturen des Absurden

Betrete mit der Miene der Abfälligkeit und erhalte Einlaß

Vom Jardin du Luxembourg zum Panthéon brauchte es schon mehr als platonisches Innehalten, um sich Gehör für Gesehenes zu verschaffen. Da...

Dienstag, 1. September 2026

Meine Karriere als Loverboy hatte gerade richtig Fahrt aufgenommen, als...

 


Corinna.





Corinna trug mich auf Schultern. Nein. Das stimmte nicht. Sie trug mich auf einer Schulter, auf der linken. 

Zuerst schauten die Leute noch: Im Supermarkt, an der Kasse, im Bus, im Mittelstand, beim Arzt, im Wartezimmer, auf dem Amt, im Gang. Aber schnell schauten sie auch wieder auf ihre Belange: Auf ihren Einkaufswagen, im Supermarkt, auf ihr Spiegelbild im Fenster, im Bus, auf ihre Gesundheitskarte, beim Arzt, auf ihre Zettel, auf dem Amt. Corinna trug mich überall hin. Ich bin Deniz. Ich bin Loverboy.

Als Loverboy hatte ich viel zu tun:    . 

Corinna trug mich einmal ins Schwimmbad. Das Wasser stand ihr bis zum Hals. Im Becken. Aber ich konnte mich gut auf ihrer linken Schulter sonnen. Die Abkühlung tat ihr gut. Corinna redet nicht viel. Ich rede viel. Corinna kann nicht gut hören. Dann rede ich nicht mehr viel. Corinna hatte viele Namen: Corinna. Beate. Samira. Maike. Kathrin. Gül. Raena. Yara. Saskia. Mara. Teana. Corinna. Corinna. Beate. Samira. Maike. Kathrin. Gül. Raena. Yara. Saskia. Mara. Teana. Corinna. Corinna. Beate. Samira. Maike. Kathrin. Gül. Raena. Yara. Saskia. Mara. Teana. Corinna. Ich bin Deniz. Meine Karriere als Loverboy hatte gerade richtig Fahrt aufgenommen, als. 

Ich rede nicht viel über meine Arbeit. Aber ich erinnere mich noch, wie Corinna zitterte. Ich spürte es auf ihrer linken Schulter. Ich habe einen Chef. Und ich spürte seine Ohrfeige. Ich gebe mir jetzt mehr Mühe. Karin trug mich auf ihren Schultern. Nein. Das stimmte nicht. Sie trug mich auf einer Schulter. Auf der linken. Ich bin Deniz. Ich rede viel. Ich gebe mir mehr Mühe. Dann rede ich nicht mehr viel.







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Sonntag, 30. August 2026

Seichte Beichte.

 


Der Vorteil, alles immer durch grüne Augen zu sehen: Die Ampeln stehen immer auf Grün.
Der Nachteil, alles immer durch grüne Augen zu sehen: Die Ampeln stehen immer auf Grün.





Weil ich gewitzt bin, nur Bauernschläue fehlt mir - und zur Bauernschläue das dazugehörige Geld, und fette Kühe und Säue -, habe ich mir vor 10 Jahren mal einen Spaß mit zwei impertinenten Promis auf Twitter erlaubt - ich bin scheu, aber nicht schüchtern -, Promis, die so gütig und gut sind, daß sie zuu gütig und gut schienen, als daß sie jemals Güte und Gute erfahren hätten, geschweige denn gegeben, wenn es ihnen nicht nützt, was mich reizt, mich, einem Burschen aus dem Pöbel - der ein bißchen gewitzt sein kann, um es ungewitzten Eingebildeten heimzuzahlen, stellvertretend für all ihre Opfer, die sie mit ihrer Borniertheit geschaffen haben beim einfachen Volk, all die Verletzungen, oder der unerträglichen Langeweile, die sie verbreiten, was das Schlimmste scheint -, habe einen Test mit ihnen gemacht, ob und wie sie reagieren, und wenn sie nicht reagieren oder reagieren, was das mit ihnen macht. 

Promis sind einfache Gemüter, nicht so komplexe und komplizierte Gemüter, wie einfache Menschen wie Du und ich, Promis sind den ganzen Tag heimlich online, sie lassen sich das aber nicht anmerken, sie mischen sich unter den Pöbel, es erinnert sie wohl daran, daß da mehr Leben ist als bei ihresgleichen, es erinnert sie daran, daß sie auch mal gelebt haben, bevor sie Promis wurden, diese besagten, impertinenten Promis habe ich also, ich hatte damals noch einen Twitter-Account - schon seit Langem habe ich keinen genutzten Account, kein Instagram oder sonstwas - ganz offen getaggt, Tweets voller Liebesbekundungen, nur ein paar wenige und alle auf einmal rausgeschossen, nicht zu viele, aber viele genug, damit sie für sie sichtbar werden, und dann nie wieder - wie gesagt, Promis können nicht anders, als online zu sein, dessen sollte man mal untersucht wissen, wenn Promis nur nicht so erbärmlich langweilig wären -, kurz: Der eine Promi hat nicht reagiert - und dadurch reagiert. Der andere Promi hat reagiert - genau, wie ich den ersten Promi schon eingeschätzt hatte. Ich hatte auf meinem damaligen Twitter-Account diese Seite hier verlinkt. Was ich nicht mehr mache, nirgends: Wer diese Seite hier findet, findet sie, weil man darüber stolpert - oder sie empfohlen wird, aus was für immer auch Gründen, oder aus verständlichen Gründen, hier wird einem nichts verkauft, hier kann man sich umschauen, blättern und stöbern, und wieder verschwinden, als wäre man nie hier gewesen. Und was war jetzt mit den impertinenten, zwei Promis? Hab' ich schon vergessen, nichts von Belang. Aber manchmal stelle ich mir vor, sie hätten all die Jahre hier heimlich gelesen, nach 10 Jahren noch! Und dann wäre das Experiment aufgegangen. Und sie hätten den Test nicht bestanden. 

Ich weiß, Hochmut kommt vor dem Fall, aber ich bin schon so oft gefallen und ich sag' immer, beim Hinfallen den Boden umarmen nicht vergessen. Ich weiß nicht mehr, ob das von mir ist, oder, ob ich das vor Jahrhunderten mal gelesen habe. Aber nach 10 Jahren kann ich mal hochmütig sein. Nur ein klitze-kleines, winziges bißchen. Man begehrt, was man sieht. Und verbrennt an dem, was man nicht haben kann. Besonders, die, die alles haben können. Ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich werde immer auf Seiten der kleinen Leute stehen. Ich besitze ein kleines Talent, dafür setze ich es gerne ein. Es nutzt mir nichts. Das ist mir wichtig. Aber es bereitet mir eine diebische Freude. Ansonsten bin ich ein netter Mensch. Hihihi. Menschen haben mit mir Erfahrungen gemacht, das müssen nicht immer schlechte gewesen sein, das müssen nicht immer gute gewesen sein.

Ich bin echt.

Und, wenn es nicht so ist, und sie hier gar nicht lesen, dann lesen sie das hier ja auch gar nicht, hahahaha.

Noch besser. Das hier ist für echte Menschen. Und die liebsten Leser sind mir sowieso die, die wieder gehen.



Das Lesen hier ist kostenlos.

Aber es hat seinen Preis.

Keine gekauften Gefühle. 

Aber teuer bezahlt.

Die Seele, die Du verkaufst, könnte meine sein. 

Also handele nicht mit ihr.



No Refunds!







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