Man nannte sie Swoosher. Auch, wenn es kein Geräusch erzeugte, das Schweben 30 Zentimeter über dem Boden. Sie bewegten sich so fort. Und es kam einem wie ein Swoosh vor, ein Rauschen, begegnete man ihnen auf, über dem Bürgersteig.
Nicht jeder konnte swooshen. Die Fußgänger liefen normal, die Fahrradfahrer fuhren normal, die Autofahrer fuhren normal. Nur die Swoosher schwebten. Sie legten lange Strecken zurück. Ohne Anstrengung. Sie schwebten einfach, und mußten nichts weiter tun. In die Stadt swooshen? Einfach in die Stadt swooshen. Ein Waldswoosh? Einfach durch den Wald swooshen. Zum Einkaufen swooshen? Einfach zum Einkauf swooshen. Swooshen war in. Swooshen kostete nichts. In einer Utopie swooshten die Leute friedlich vor sich hin, Swooshen war harmlos. In einer Dystopie, in dem diese Geschichte lebt, gab es bald schon Regeln für's Swooshen. Und Strafen für das Nichtbefolgen. Wenn es nicht schon ganz verboten war.
In dieser Dystopie könnten wir jetzt einem gewöhnlichen Swoosher in den Tag hinein folgen - Mann oder Frau, Nebencharaktere, Extras und Unbedeutene -, er - oder sie - würde etwas Aufregendes entdecken, es käme zu Verwicklungen, etwas Action, dem dramatischen, dritten Akt und einer Auflösung mit Wendung, diese Geschichte findet aber in der Phantasie statt. In dieser Phantasie in dieser Dystopie stellte sich die Frage, deren Beantwortung jedem klar war, wie konnte so etwas Harmloses wie Swooshen so gefährlich werden? Man schwebt. Man bewegt sich fort. Es kostet keine Mühe. Man legt lange Strecken zurück. Man kommt ausgeruht an. Man tut nichts Schlimmes. Man stört niemanden. Man stört niemanden.
Und das - in dieser Phantasie dieser Dystopie -, man stört niemanden, war schon Grund genug, es zu bekämpfen.
Denn, es störte doch.
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