Abreise
Es gab Probleme –
nicht mit dem Taxi, der Verlust ließ sich verschmerzen, aus Sicht des Esels
ließ sich der Verlust verschmerzen, Lust, irgendetwas anderes ziehen zu wollen,
außer seine Schnute, ließ sich von hier oben nicht erkennen, bestimmt kein Taxi
– mit der Abreise. Mit der nun auch wieder nicht. Mit dem Getrampel. Der
Esel prasselte die Überreste des Taxis in den Staub. Mit dem nun auch wieder
nicht. Mit der Spur der Verwüstung. Mimimi,
wohl die Sprache der Kleinheimischen, bedachte dies mit Worten. Mit diesen dann
nun wirklich nicht. Die ließen sich ohne HÖRGERÄT nicht hören. Nein, mit dem
von P.
Nachdem nun mit P
alles in Ordnung schien – der hatte
abgewinkt, wohl, um einen neuen Höllenritt heranzuwinken, war er, wie sich
herausstellte, der Taxifahrer der Kutsche, P sein voller Name, und für
Liliputaner war das schon ein mehr als merkwürdig langer Name, inklusive Vor-
und Zuname, war er, P, nun wütend, machte man ihm, bäh, untenrum den Vorwurf, das
Taxi alkoholisiert geführt zu haben, und aus Hohn wurde ihm obendrein noch
gekündigt, gab man mir mit der Bitte des Auf Wiedersehns zu verstehen, meinen
Aufenthalt doch zu loben, was ich versprach –, stand nun meiner Abreise – so glaubte ich – aus dem Großherzugtum Liliput nichts mehr im Wege.
Stand auch wirklich nichts mehr.
Man packte mir noch ein Geschenk für die Rückreise
ein, ahnte schon den Inhalt, versprach mehr aus einstudierter Höflichkeit als
aus Höflichkeit auch dieses zu loben und machte mich, ob verlegen – dazu später mehr – unter einstudiertem
Mimimi auf den Weg. Und, als ob ich
es schon ahnte, nagte ein Zicklein an
meinem Gewissen, ein Picklein, ein
klitzekleines Ticklein, nein, ein Zicklein nagte an der Hornhaut meines
KLEINEN OTTOS, wirklich, und versah sich wohl an der Wiese, besah meinen NAGEL,
und meine Hornhaut hatte tatsächlich Grünspan angesetzt, wohl des feuchten
Klimas wegen, und fraß, und brachte mich zum Umdenken, zum Umlenken meines
Verabschiedens, brachte Brachliegendes zum Vorschein, Freundlichkeit war es
nicht, so etwas gehörte sich nicht, Höflichkeit war nie um eine Ausrede
verlegen, um, ja, das war es wohl, was lange brach lag auf dem Acker eines
RIESEN, Verlegenheit war das WORT,
und aus Verlegenheit, mich nicht richtig, nicht wirklich richtig zuvorkommend
von diesem wunderlichen Ländchen verabschiedet zu haben, kramte ich aus
Verlegenheit aus meiner Kulturtasche, die ich immer bei mir am Körper trug, und
kramte, und wollte nicht so recht, und kramte, und fand sich nicht so leicht
zwischen all den Sachen, die ein RIESENMANN so für’s Reisen benötigte – Nagelpfeile, Deo-Spray, Lupe, komplexe
Lösungen für den Alltag –, mein HÖRGERÄT heraus, in der Form einer
Trompete, um dem Mimimi des
Winke-Winke noch ein Tränchen des Abschieds zu entlocken, das WEICHE HERZ eines
RIESEN brach, zumindest Bahn, und – das
sollte mir noch bei den Verwünschungen der wundersamem, in Eintracht
versammelten Bevölkung Probleme bereiten – rutschte es mir nun aus
Verlegenheit aus verschwitzten HÄNDEN. Ups.
Kein Mimimi mehr. Der Gedanke
zählte.
Und
das Geschenk? Ach, das war nicht weiter wichtig. Ich
leitete das gewissenhaft an meine Behörde weiter. Das
Geschenkeverteilungsgesetz verbot, Geschenke an RIESEN im diplomatischen Dienst
auf Dienstreise anzunehmen.
Wie ich hörte, ploppte
es sich aus der Verpackung: Ein Fesselballönchen. Aber mein HÖRGERÄT hatte ich
ja leider schon im Großherzogtum Liliput
verschludert. Wie ungeschickt von mir.
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