"Hallo" ist das Pfandleihhaus des "Aufwiedersehn"...



Miniaturen des Absurden

Betrete mit der Miene der Abfälligkeit und erhalte Einlaß

Vom Jardin du Luxembourg zum Panthéon brauchte es schon mehr als platonisches Innehalten, um sich Gehör für Gesehenes zu verschaffen. Da...

Freitag, 13. April 2018

Vom Mümmeln: Mümmeln, Millgähnials, mümmeln geh‘n


Du sitzt dann mit 35 bei Markus Lanz als einzige Frau in der Talk-Show und überschlagenden Beinen – Basic Instinct ist ein Film aus einer prüdefreien Zeit – und erzählst, warum Du all die Drogen genommen und gesoffen hast. Während Dein Buch eingeblendet wird und die Bauchbinde sagt: „Ich will aufklären.“ Du wolltest nie so ein Mensch sein. Aber Du brauchst das Geld. Du bist alt, Du brauchst das Geld. Und Du brauchst den Applaus. Und Du willst glauben: Applaus ist Geld. Und Markus Lanz liest von seinem Moderationskärtchen ab: „Sie haben mal den schönen Satz gesagt. Zitat: …“

Du lächelst längst gequält. Dein 25-jähriges Ich hatte das mal gesagt. Du bist nicht mehr 25. Nie mehr. 10 Jahre nie mehr.

Und Du weißt, daß Du das scheiß Pech gehabt hast, bei der Fußballsendung eingeladen zu sein. Und Du sollst jetzt also schnell mal was übers Spiel sagen.

Millenials. Immer.


Nun könnte ich etwas über Millenials erzählen.

Weil ich aber keine Millenials kenne – ich kannte mal eine 17-Jährige, die trug Sneaker-Dekolleté, aber sie war kein Millenial, sie war eine 17-Jährige –, weiß ich auch nichts über Millenials.

Also nur das, was sie über sich sagen. Und sie meckern viel. Also, wenn sie was sagen. Weiß ich. Von Millenials. Die das sagen. Daß sie Millenials oder Melanials (von Melania Trump) oder Kimials (von Kim Kardashian) sind. Weil sie meckern, wenn sie was sagen. Sagen sie, wenn sie denn was sagen wollen würden. Aber die sagen eigentlich nichts. Nur, wenn sie schrei(b)en, sagen sie was. Aber die meisten – also alle – schreiben gar nicht. Also sagen sie auch nichts. Nur hm, ja, nee, klar, hm, ja, doch, hm ja, nee. Das sagen sie. So reden Millenials.

Hätten sie was zu sagen, was könnten sie wohl sagen?

Ich weiß es nicht.

Was könnte ich denn sagen?

„Lohnt sich das?“, könnte ich sagen.

Aber lohnt es sich, das zu sagen?, denke ich.

„Nein.“, sage ich. „Lohnt sich nicht.“

Also erzähle ich lieber nicht von Millenials, sondern von Billenials. Oder lieber gleich vom Mümmeln.

Wenn Millenials eine Million sind, dann sind Billenials eine Billion. Und eine Billion ist schon mal mehr als eine Million. Und das ist besser. Und alles, was besser ist, ist besser. Nur im Englischen nicht. Da ist eine Billion eine Milliarde.

Milliardstel, also der milliardste Teil vom Ganzen, also Billenials wie ich, verdrängen immer mehr. 

Ich schimpfe weniger, ich aufrege mich weniger, ich lese weniger. Kaum ein Artikel lohnt sich noch, angeklickt zu werden. Ob da ein Zusammenhang besteht?

Nutzte ich noch vor drei, vier Jahren die Browser-Registerkartenfunktion und las mehrere Artikel dann hintereinander weg, nachdem ich auf einer Seite herunterscrollte, überspringe ich mittlerweile sogar Teaser-Texte. Diese Appetithappen, die einen ja zu mehr lesen animieren sollen. Grausiges mag ich gar nicht mehr was von wissen wollen. Bluttaten, Schreihals-, Ausrufe!- oder Warum?-Artikel – die überscrolle ich gleich. „Will ich nicht wissen.“

Ich scrolle auf einer Seite auch nicht mehr ganz nach unten. Dort unten, im prekären Milieu von Seiten tummeln sich die Egal-Kinder. Und die sind mir egal. Die ersten Artikel – also die wirklich, wirklich wichtigen – überscrolle ich schon immer. Das sind die politischen Aufmacher-Artikel, die kein Mensch anklickt, aber immer ganz oben stehen. Warum die ganz oben stehen, weiß kein Billenial. Warum stehen die nicht ganz unten bei den Egal-Kindern?

Vielleicht müssen die Egal-Kinder ganz oben stehen, damit die nicht diskriminiert werden.

Ist wie Bertgrecht der Dicke. Der darf nicht diskriminiert werden. Weil er ja dick ist. Also muß er immer vor der Klasse stehen. Während andere von hinten ihm Hasenohren machen.

Immer mehr Billenials klicken immer weniger Artikel. Das weiß ich. Denn ich bin ein Milliardstel. Und ein Milliardstel weniger, dann ist es weniger von der Milliarde. Und von einer Milliarde ein Milliardstel weniger ist keine Milliarde mehr. Immer mehr Milliardstel klicken immer weniger Artikel. Also weiß ich das.

Die, die von Artikeln leben und allen Ernstes glauben, wenn sie in der Zeitung stehen, dann werden sie auch gelesen – ha-ha –, müßten das eigentlich auch merken: Daß sie gar nicht angeklickt werden. Daß die gar nicht gelesen werden.

Erinnert mich an Fernseh-Gestalten, die Kostüme in schreienden Farben anziehen, die man nie in der Fußgängerzone oder im Supermarkt sieht, die einen anschreien: „Schau mich an! Übersieh mich nicht! Ich bin im Fernsehen! Aber keiner sieht mich! Keiner schaut mich an! Keiner schaut den dunklen Anzug mit Krawatte an! Also ziehe ich was Schreiendes an!“

Solche Probleme füllen Arzt-Praxen.

Zurück zu den Schreienden. Also – die Ohnmacht ist verständlich – schreien die Schreibenden noch mehr in der Überschrift, merke ich, was nur noch mehr dazu führt, daß der gemeine Billenial, also das Milliardste, nur weiter überscrollt und den nachfolgenden Artikel auch gleich mitmeidet: Man könnte ja auch da angeschrien werden.

„Hey, Macker! Ich will nicht angeschrien werden!“, intoniere ich. „Hey, Mackmoiselle! Interessiert mich nicht!“

Milliardstel wie ich verdrängen immer mehr: „Will ich nicht wissen. Schadet mir nur. Kriege ich nur schlechte Träume von.“

Ich ertappe mich dabei, heimlich Bilder von Dingen anzuschauen: Möbel und Autos. Ich lerne begierig ihre Markennamen.

Ein Tufty-Time von B&B Italia schreit mich nicht an. Ein Vanity Fair von Poltrona Frau will mich nicht manipulieren. Cassina? Vitra? Zanotta? Cor?
Sie erzählen mir ihre eigene Geschichte, mit denen ich mich einmöbeln will. Einmummeln will. Mümmeln will.

Ihr schreienden, schreibenden Schreihälse: Keiner will mit Euch zusammenleben.

Ist wißt ja gar nicht, was zusammen mümmeln ist!


Billenials wie ich mümmeln halt gern.




*



(Ode/r an die gute, alte Zuschauerbeschimpfung. Die hat noch nie funktioniert. Nein. Noch nie.

Wer Meditatives sehen will, schaut sich am besten sowas an:


Oder sowas:


Oder sowas:



Ich mümmel jetzt einfach weiter. )






Sonntag, 4. März 2018

Treffen Sie auf dieses Raubtier, meiden Sie jeden Kontakt und bringen Sie sich und ihre Schutzbefohlenen umgehend in Sicherheit



Stellung in der Nahrungskette: Allesfresser.




Dies ist natürlich der Grund, warum ich als einziger Leser meiner Geschichten auf meine eigenen Geschichten klicke und sie lese. Wegen dem Eichhörnchen. Und da ich mich schon mal ausgetrickst habe und meine eigene Seite als einziger Leser angeklickt habe – und man liest ja immer alleine und als einziger –, trickse ich mich weiter aus und erzähle von einer anderen Geschichte. Auch wenn meine Geschichten keine billigen Tricks brauchen, damit ich sie als einziger lese. So dumm bin ich auch wieder nicht, daß ich es hier nötig hätte, ein Bild von einer wunderhübschen Frau einzufügen, um mich auszutricksen, um auf meine eigenen Geschichten zu klicken, die ich als einziger lese, um sie dann zu lesen. Vorsorglich tue ich es doch:


Catch-Bild der schönsten Frau der Welt, damit ich wenigstens bis hier hin lese.


So. Jetzt bin ich genug angefixt.


Der Rest ist weniger schön. Ich erinnere mich daran, hoch zum Eichhörnchen (Sciurus Vulgaris) zu scrollen, wenn ich keine Lust mehr habe, Folgendes – Unschönes – zu lesen. Ich lese es märchenhaft ungern, aber ich denke mir, es muß auch mal wieder was Unschönes geben. Und dieses Unschöne kommt mir gerade gelegen. Danach nur wieder Eichhörnchen. Aber selbst Eichhörnchen scheinen ja Raubtiere zu sein. Also suche ich danach nach etwas Verdaulicherem. Danach halte ich einfach Schlaf. Es gibt nichts Schöneres als sonntags Bubu zu machen. Aber erst danach. Träume sollen uns ja reinigen:

Es wurde dunkel. Lor naschte am Schlaf in kleinen Happen. Sie verdaute den letzten. Dann wachte sie auf. Sie standen am Rand des Horizontes. Ein einsames, hellerleuchtetes Haus verband Land mit Meer und Himmel. Große Fenster verliefen sich in den Wellen.
„Wie viele es sind…“, wunderte sie sich. Bunte Lichter flackerten hinter durchsichtigen Vorhängen, Stimmen und Gelächter. Angenehme Aromen. Leben in dreiviertel Vorgängen:

Nichts Halbes, nichts Ganzes.

Ausschnitte von Gefühlen. In einem Zimmer war es das Geräusch, das zwei Hände machten, während sie kraftlos nach unten sanken. Wegen der Zurückweisung, die sie erfuhren, unbemerkt vom Verursacher und trotzend. Dem Gefühl, sich den verletzten Stolz anmerken zu lassen. Und im Nachwippen der Bewegung doch noch immer hoffend. Verstellte Blicke. Lor zog es zum nächsten Fenster. Dort war es ein Becher, der sich auf ein Möbel pochte. Ein Verzehren kündete von einem Leben über einer Stuhllehne. Im Hängen von Hosen und Bluse. Ein kräftiger Handrücken geknickt durch den Griff, dem Festhalten an den Streben. Währenddessen die zweite Faust in der Hosentasche sich nach Ruhe sehnte, aber so nur den Stuhl zum Beben brachte. Durch das Zittern. Das feste Faustballen. Erleuchtet durch Lüster im Nacken. Ein Damenarm streckte sich bald aus der Seite. Ein gehauchter Kuß von blutroten Lippen geschickt, um zu stören, zog an den Lüsterflammen wie an frechen Kinderzöpfen und riß sie aus dem Schutz des Dochtes. Erloschene Blicke.

Ein Vorhang weiter wehte leise im Wind des offenen Fensters. Lor rückte vor. Hoch zu Roß.  Unbeachtet. In diesem Zimmer lag eine Frau auf dem Bett. Eine Leuchte in der oberen Ecke. Ihr Haar wog wie taufrisches Gras und ihre Haut glich einem prächtigen Kornfeld. Kornblumenblau ihre Augen, doch es fehlte ihr der Blick und die Ohren konnten nicht hören. Das Braun füllte das Zimmer. Eine verborgene Tür öffnete sich jetzt und ein hagerer Mann trat ein. Er trug einen Anzug aus verdorrtem Gras. Schnell kam er heran, gewohnte Bewegungen, holte aus seiner Börse eine goldene Münze, preßte der Kornährenfrau mit einer Hand den Mund auseinander – wie man es mit Fischen tat, um den Köder zu entnehmen, nur umgekehrt – und schob ihr sodann mit der anderen, schon zittrigeren die Münze tief in den Rachen. Gehorsam spreizte die Frau die Beine. Nackte Erde lugte aus dem Kornfeld hervor, als formten sie anstatt der lautlosen Lippen einen Schrei. Nur aus diesem Mund. Der Mann beugte sich vor. Dann grub er sich hinein. In gleichem Maße wie ihr grünes Haar an Sattheit verLor und die Ähren sich bogen, so saugten sich seine dorren Grashalme mit neuem Leben voll. Das Grün füllte das Zimmer.

Lor wandte sich ab. Stumm ritt sie entlang der Häuserwand. Ab und zu blickte sie in eines dieser Fenster des Hauses der Tausend Augenblicke. Begegnete ihr überall das gleiche Treiben. Die gleichen Betten, die gleichen Stafetten. Ihr Blick weilte jeweils nicht lange in den Augenblicken der Begierde. Zierde, wo Brauen lupften, Schmetterlingsküsse, wo Wimpern flatterten. Ungenutzte Vorwürfe. Verschlug es den Atem beim Wegsehen, beim Untersehen. Erregen. Bei dieser Gelegenheit:

Lor kam ans Ende der Häuserfront, im Wasser die Hufe, dann bis zu den Knien, den Füßen, Lors Füßen, und schaute auch in dieses letzte Fenster hinein. Das Licht war nicht so strahlend wie das, was aus den anderen drang, eher düster, und es fröstelte ihr des Wassers wegen. Die Schleppe tänzelte in den Wogen. Von den Sternen und dem Mond bewegt, nicht um zu verharren, um zu bewegen, nicht um zu verhärten, um zu bewegen, nicht um zu begegnen, um zu beharren: Bewegt zu sein auf dem Meer, wo man nicht mit den Füßen stehen konnte, sondern jemanden brauchte, der einen trug – im Wiegen und der Bewegung. Das Gewicht des Lebens lag nicht auf dem Rücken eines Pferdes. Auf dem Sattel. Der trug. Solange man saß. Fest genug darin saß. Nicht zu fest, um nicht herauszurutschen.

Der Vorhang war schwer und staubig und ließ nur wenig erahnen, was hinter ihm vor sich ging. Langsam schob sie ihn beiseite. Im flackernden Licht sah sie… Noiset… auf dem Bett liegen. Im blauen Kleide. Ein Rosenmuster. Arme und Beine verschränkt. Augen und Ohren verteilt daneben. Aber eine gewisse Ordnung umspielend. Die Tür öffnete sich. Der Durchzug blies die Kerzen aus. Im Türspalt atmete eine Gestalt im Kleid. Licht vom Flur erleuchtete die Kammer. Im Gegenlicht fuhr sich die Gestalt durch die Haare. Flüchtig schloß sie die Tür, nahm den Umweg an den Lüsterschwaden in Kauf und stahl sich an Lors Blicken vorbei zum Bett. Dort atmete sie wieder auf. Im Schein, den die Sterne hereinließen. Und die sich anstatt der Rosen auf das Kleide niederlegten. Hob Noiset nun die Beine zur Decke. Spreizte und forderte. Fuchtelten sich schwitzige Finger durch den Rock und befreiten eine Stelle am Leibe. Kaltes Eisen zwinkerte in seltsamen Umrissen. Aufstöhnen. Rammte den Stab in den Schoß, dabei den Kopf in den Nacken und gehorsames Lispeln auf den Lippen. Und tiefer. Und zurück. Und fester! Und zurück. Und von allen Regeln befreit! Und zurück. Und wieder! Und… zurück. Noisets Füße klatschten dabei gegen die Wand im Hintergrund, so stark, daß das Haus in seinen Grundfesten erschütterte. Und nochmal! Und zurück. Und Keuchen! Und zurück. Und Klappern! Und… zurück. Die Tür sprang aus der Zarge – die Zeit verabschiedete sich von der verabredeten Kunde, 137 Sekunden –, dann bestrafte das Licht aus dem Flur mit dem Blick der Offenbarung und forderte Entrüstung von den Beteiligten: In seiner Kutte beugte sich die Gestalt über Noisets Schoß, in der Hand, in der einen ein silbernes Kruzifix, in der anderen den Kopf am blonden Schopf, der aus dem Spalt ragte – und stieß das Kreuz in den Mund, tiefer!, bis aus den Mundwinkeln Blut quoll, und zurück!, bis endlich das Wimmern einsetzte.

Vor Schreck riß Lor den Vorhang aus der Verankerung. Noisets Mund war zum Schrei geöffnet, doch blieb stumm, weil die Zunge fehlte, um über ihr Schicksal zu urteilen. Aus den leeren Augenhöhlen flossen Tränen und vermischten sich mit dem Rot des Schmerzes, und der Kopfgeburt weiter unten zu einer trüben Pfütze auf dem Laken. Getrampel. Umhergerenne. Flurspaltbegegnungen. Der Glauber Mondrian fuhr herum, ungläubig, zwei Monde rangen um die Richtung am Hals – ein Mond ganz dunkel, einer hell – und zersprangen am Druck der Glieder, schleuderte sie zum Fenster und trafen Lor hart im Anteilnehmen, dann im Gesicht. Mondrian winkte ab. Versicherte, nichts Unrechtes getan zu haben, bettelte um Glauben, dann streckte der Glauber seine Hand nach ihr aus. Milde lächelnd. Trat ihr gegenüber. Lor faßte sich an die Stirn. Die Narbe war aufgerissen. Blut. Er bekam ihren Arm zu fassen. Irgendwie. Der Schauer weckte sie wach. Sie wich zurück. Untröstlich. Löste sich aus der Umarmung. Doch noch gehorchte Flocke nicht. Mondrian schien Arme wie Tentakel zu haben und lehnte sich aus dem Fenster. Er flehte Lor an, zu ihm zurückzukommen. Wollte nicht. Drückte sich und Flocke von der Hausseite weg. Er streckte sich. Bekam sie am Fuß zu fassen und ließ nicht locker. Im Hintergrund rumpelte die Kammer. Ein Schrank oder ein Kasten trommelte gegen die Wand und röchelte nach Aufmerksamkeit. Nach und nach erschienen an den Fenstern Gestalten. Vom Lärm betrogen. Immer mehr tauchten auf. Auch sie streckten ihre Hände aus. Lor erstickte an den Verlangern. Fuhren die Fenster heran in der Hoffnung ein Stück des Begehrens abzubekommen. Sie schrie auf. Der eine Fuß in der Klemme, blieb noch der mit dem angeknacksten Knöchel. Nahm jetzt alle Kraft zusammen und den Mut, den es erforderte angesichts des Schmerzes, der auf sie wartete – dann trat sie Flocke so fest sie konnte in die Flanke. Und fester! Und nochmal! Und wieder! Und – Mondrian entglitt der Fuß – Flocke stieg auf, fuhr herum und ließ endlich die Hufe fliegen.

Endlich fliegen.


*


Kühle. Wärmende Kühle. Wiederkehrend. Berührend. Nur durch die Nähe verspürend, nicht begehrend. Atmen. Wiederkehrend. Durch den Hauch – beneidetes Berühren. Wegen der Nähe. Wahrscheinlich. Wahrscheinlich das einzige Fühlen, das ohne Fühlen vor sich ging. Kühle. Wärmende Kühle. Gedankenblasend. Und unangenehm. Angenehm. Und unangenehm. Sowohl dem Hauchspender, als dem Angehachten. Ins Gesicht gespritzte Küsse bedankten sich für die Nähe. Und das Zehren. Das Kitzeln aufgestellter Strähnen. Haare, die sich im Hauch hoben, im Warten auf den nächsten störten, wo sie sich niederlegten. Kühle. Wärmende Kühle. In der verdammten Hitze.



*



(Ode/r aus dem Unschönen heraus. Ein Märchen sollte immer unschön sein: Am Anfang unschön sein, in der Mitte unschön sein und das Ende sollte immer das Ende sein, um sich wieder dem Schönen zu widmen. Manche Märchen enden nie.

Jetzt Eichhörnchen. Nochmal Eichhörnchen zur Sicherheit. Dann Bubu machen.)