„Krtlxpop
vom Planeten Twqyxlt!
Endlich habe ich Dich gefunden! Meine1!“
Wartet! Sie will etwas sagen:
„Blörk!“
Krtlxpop...
...ist der Meinung, das Geistige ist das Günstige
des Irrtums. Es sei so billig, sich für den eigenen Fehler zu entscheiden, daß
das allein schon das Teure an dem Wert sei – des Eigentlichen. Ja, denke ich. Im Prinzip gebe ich ihr
ja recht.
Meine aber, daß das zuviel Wer? wie Wer-tschätzung
für nur einen Er! wie Er-dentag sei, während ich mich noch
frage, welches Gegenwo! wie Wo-rt zu Fehler existiert. Sie deutet so
etwas an. Mit ihrem Neutronisator. Ob sie es nicht ruhiger angehen lassen
wolle?, weise ich ihr gefällig den Weg durch meine Wohnung. Krtlxpop restrukturiert sich gerade.
Puuh,
das kann dauern, erinnere ich mich reumütig. An damals, vor anderthalb Jahren,
an meine 1, und überlasse ihr besser
gleich meine ganze Wohnung. Für diese Sauerei. Später kann ich wieder auf dem
Balkon schlafen. Gefrierpunkt ist auch nur kalte Wärme, wärme ich mich an der
vagen Hoffnung, nicht zu erfrieren. Nur Frida*
scheint nicht wirklich glücklich über ihren Besuch zu sein. Pa-zong! Ich gehe lieber schnell
spazieren. Neutronisiert-werden und
Katzen-Chips-Krümel auf dem Teppich liegen mir nicht wirklich.
„Das Geistige ist das Günstige des Billigen.“,
knirsche ich auf dem Treppenweg nach unten noch dem Gedanken nach – ich überhöre das Katzengeschrei oben, kann
es nicht mehr hören –, doch bedanke mich für die Einsicht beim Zuhören bei
jedem Schritt. Ich trete hinaus. Auch wenn sie nicht alleine kam – die Einsicht –, rüge ich mich für das
Anmaßende im Alleindenken, als ich an den Fahrrädern der Nachbarn
vorbeischlendere.
„Scheiß Unordnung hier!“, schimpfe ich. Eines liegt
auf dem Boden. Ich sollte den Hausmeister benachrichtigen. „Der guten Ordnung
halber.“
Krtlxpop
ist auch der Meinung, daß Habermas'
Defaitismus einer Defraudation Hegels
‚Das Geistige allein ist das Wirkliche‘-Idealismus
bezüglich des Defektivum im Menschlichen gleichkommt.
Im Prinzip gebe ich ihr ja Recht.
Ich war nur der Meinung, das wären ziemlich viele De‘s für einen Erdentag. Und daß dieses Definitivum unser interterrestrischen Beziehung im Wege stünde – nachdem ich endlich den Eingang zu ihrer Kloake gefunden hatte. Doch, doch. Sie fände mich schon sexy.
Ich war nur der Meinung, das wären ziemlich viele De‘s für einen Erdentag. Und daß dieses Definitivum unser interterrestrischen Beziehung im Wege stünde – nachdem ich endlich den Eingang zu ihrer Kloake gefunden hatte. Doch, doch. Sie fände mich schon sexy.
Aber ich merkte, wie ich abschweifte. Und mich beim
Denken ertappte: War ich wirklich wie die
anderen (Erden-)Männer?
Klug
fickt nicht wirklich gut, dachte ich nicht ohne Häme.
Kosmos-politisch
gesehen, meinte ich.
„Den Müll. Du hast den Müllbeutel vergessen.“, ruft
sie mir aus dem aufgerissenen Fenster hinterher.
Krtlxpop. Und ich verneine beim Anblick den Allein-Gedanken, daß es sich bei den blauen Fellhaaren im Plastiksack um die Reste von Frida handeln könnte: Es handelt sich um Frida.
Neutronisiert-werden ist wie Winterfell ablegen. Nur daß man danach nackt dasteht. Das Thermometer spielt mit dem Gefrierpunkt. „Gut. Ich komme rauf.“, rufe ich und entferne mich heimlich. Ein Impuls. Ich brauche einen Impuls, denke ich, während ich weiter zur nächsten Ecke gehe. Mit Schmackes! Plumps.
Krtlxpop. Und ich verneine beim Anblick den Allein-Gedanken, daß es sich bei den blauen Fellhaaren im Plastiksack um die Reste von Frida handeln könnte: Es handelt sich um Frida.
Neutronisiert-werden ist wie Winterfell ablegen. Nur daß man danach nackt dasteht. Das Thermometer spielt mit dem Gefrierpunkt. „Gut. Ich komme rauf.“, rufe ich und entferne mich heimlich. Ein Impuls. Ich brauche einen Impuls, denke ich, während ich weiter zur nächsten Ecke gehe. Mit Schmackes! Plumps.
Krtlxpop
war ganz aufgelöst gewesen. In der Nacht. Als der Dreiviertel-Mond schien. Nachdem sie aus allen Wolken gefallen war.
Plumpste sie auf meinen Balkon. Laut schepperte sie gegen den Zierwein,
zerbrach drei Terracottakrüge, zwei aus Plastik und kam im Philadelphus-Virginal-Bäumchen, im Kerria-Japonica-Sträuchlein, in der Purpurmagnolie, in der
Beetrose, im Buxus-Interruptus zum
liegen. Aus ihrem Raumschiff rausgeschmissen. Schimpfte sie. Überall Schleim.
Mit Schmackes! Krtlxpop
restrukturiert sich gerade.
Sabbert mich eines der beiden Fahrräder an. Und so
trete ich es um. Mit Schmackes! Hm,
denke ich. Liegt schon da. Vom Beben** neulich sicher. Als voreilender Impuls
sicher. Ahnte wohl schon meine Regung. Also fiel es schon vorher um. Ich drehe
mich um, einem anderen Impuls folgend, nähere mich meiner Haustür, bücke mich
und klaube die Reste des Müllsackes vom Pflaster. Die Altpapiertonne steht
schon draußen. Sie trägt die Farbe der Gefühle. Blau. Werfe aber Frida in die Bio. „Wenn Du gehst, dann
geht nur ein Teil von Dir.“, murmele ich und mache ein Kreuz. Gemächlich senke
ich den Deckel über ihr Grab – und gehe. Ich biege aus meiner Straße in die
Stadt ein, lasse Juttas Kiosk rechts
liegen und steuere ungewollt auf den belebtesten Platz des Ortes zu: den
Friedhof.
Übertragungswagen der verschiedenen Fernseh-Anstalten
parken im Anstaltsweiß der Begebenheiten, erkennbar unterscheidend an den
Farben der Medikationstablettchen für die Woche, in den ausgewiesenen
Parkbuchten mit Namen wie Hans Gustav
Heinrich, * 24.12.1899, + 01.09.1939 oder Elsbeth Budenbauer geb. Backjszwic,
* 01.04. 1933, + 20.01.1942.
Die Anstaltspersonalias steigen auf die mobilen Flachdächer der Unterhaltung und drehen wie Wilde an ihren Satellitenschüsseln, um die richtige Einstellung des Tages nicht zu verpassen. Wegen dem Erdbeben neulich. Der Riß ging glatt durch die Grabsteine.
Die Anstaltspersonalias steigen auf die mobilen Flachdächer der Unterhaltung und drehen wie Wilde an ihren Satellitenschüsseln, um die richtige Einstellung des Tages nicht zu verpassen. Wegen dem Erdbeben neulich. Der Riß ging glatt durch die Grabsteine.
Ja, das Erdbeben. Neuerdings ist unsere Stadt um
eine Attraktion reicher geworden. Rumms
hatte es gemacht. Mit Schmackes! Letzte
Woche. Aus der Eifel. Ein Maar. Sagen die Regionalreporter. In ihren
Nadelstreifenanzügen. Muß eine unterirdische Blase geplatzt sein. Alle Tassen
im Schrank klirrten wie verrückt. Aber umgehauen hatte es nur den Grabstein von
Herrn Müller. Granit, Schiefer war zu
banal, Sandstein zu vergänglich, schwarz, goldene Buchstaben.
„Triebwerksschaden. Sie holen mich auf dem Rückweg ab.“
„Wer? Der Autopilot?“
„Ja, ich bleibe. Ein Sonnenjahr.“
Ich mag nicht, wie Krtlxpop so mit ihrem Neutronisator spielt. Und nicke. Triebwerk, denke ich. Aha. Während ich mich noch frage, warum
ein Triebwerk ein Triebwerk heißt und aus welchem Schaden
ich doch noch einen Vorteil ziehen könnte, sagt sie: „Die Übertragung.“
Die Übertragungen seien schuld. Die, die sie in den
Orbit schicken, brachten das Navigationssystem an Bord ihrer Untertasse zum
Durchknallen, und dann drückte sie die falschen Knöpfe, in ihrer
Orientierungslosigkeit gleich den erst besten, den der so warnend leuchtend
blinkte – rot – und an dem die Warn-Lettern
wie Winterfell an der Bestimmung klebten: „Not-Ausstieg“. Manchmal haben Tassen
Sinn für Humor. Mit Schmackes! Plumps.
Krtlxpop restrukturiert sich gerade.
Dann fiel sie aus allen Wolken. Aber warum ausgerechnet, frage ich mich, auf meinen Balkon? Ziehe ich
so etwas an? Bin ich Schwarzes Loch? Bin ich „Nichts“? Bin ich Gravitation? Bin
ich gar Chaos? Der Teil des Berechenbaren, den man nicht berechnen kann? Das
Loch in einem Schweizer Käse?
Nein, denke ich. Chaos ist nicht „Nichts“. Es existiert ja. Ist nicht Loch. Schon gar nicht Schweizer.
Wäre das Chaos die Bewegung eines Doppelpendels, so wäre die Bewegung ins Chaos ja nicht ungeschehen. Sie geschieht ja. Man kann sie ja sehen. Reagiert nur auf kleinste Veränderungen. Okay. Schweizer definitiv nicht.
Wäre Chaos vielleicht sogar das „Normal“? Das Ideal? Soll der ideale Zustand von bewegten Massen doch dieser sein, der am wenigsten Energie verbraucht, um zu wirken. Ist Chaos vielleicht sogar die Antwort auf die Einwirkung anderer und Veränderung im Sinne eines Weges des geringsten Widerstandes? Wären somit Anstrengungen im „Normal“, die man den Gesetzen des Vorwärtskommens auch mit dem Malus des „geringsten Widerstandes“ belegt, gar der Weg des größten Widerstandes, weil dieser Aus-Weg versucht, die Gesetze der Physik hinsichtlich der Dynamik und der Eigenheit eines Gegen-Standes zu negieren? Ist das Chaos vielleicht sogar der Urzustand und das „Normal“ nur die Blase, die diesen als Ausschweifung umgibt? Und fällt alles auf diesen zurück? Wenn „Normal“ die Ordnung ist und Ereignisblase und Chaos die Reaktionsnadel, die sticht und diese zum Platzen bringt, als Zustand des geringsten Widerstandes, den jeder Zustand im Ideal anstrebt, ist dann der Urknall, wenn alle Blasen platzen, das „Nichts“ zu dem alles zurückgeführt wird? Murmele ich in meinen Bart hinein.
Nein, denke ich. Chaos ist nicht „Nichts“. Es existiert ja. Ist nicht Loch. Schon gar nicht Schweizer.
Wäre das Chaos die Bewegung eines Doppelpendels, so wäre die Bewegung ins Chaos ja nicht ungeschehen. Sie geschieht ja. Man kann sie ja sehen. Reagiert nur auf kleinste Veränderungen. Okay. Schweizer definitiv nicht.
Wäre Chaos vielleicht sogar das „Normal“? Das Ideal? Soll der ideale Zustand von bewegten Massen doch dieser sein, der am wenigsten Energie verbraucht, um zu wirken. Ist Chaos vielleicht sogar die Antwort auf die Einwirkung anderer und Veränderung im Sinne eines Weges des geringsten Widerstandes? Wären somit Anstrengungen im „Normal“, die man den Gesetzen des Vorwärtskommens auch mit dem Malus des „geringsten Widerstandes“ belegt, gar der Weg des größten Widerstandes, weil dieser Aus-Weg versucht, die Gesetze der Physik hinsichtlich der Dynamik und der Eigenheit eines Gegen-Standes zu negieren? Ist das Chaos vielleicht sogar der Urzustand und das „Normal“ nur die Blase, die diesen als Ausschweifung umgibt? Und fällt alles auf diesen zurück? Wenn „Normal“ die Ordnung ist und Ereignisblase und Chaos die Reaktionsnadel, die sticht und diese zum Platzen bringt, als Zustand des geringsten Widerstandes, den jeder Zustand im Ideal anstrebt, ist dann der Urknall, wenn alle Blasen platzen, das „Nichts“ zu dem alles zurückgeführt wird? Murmele ich in meinen Bart hinein.
Die Kameras auf dem Friedhof surren sich auf mich.
„Außerirdische gelandet – plumps!“
Sage ich.
Sage ich besser nicht. Nachher halten mich die Anstalten noch für verrückt. Sage stattdessen:
Sage ich besser nicht. Nachher halten mich die Anstalten noch für verrückt. Sage stattdessen:
„Krtlxpop!“
Das hat gesessen. Halten mich für normal. Normal
langweilig. Sie filmen jetzt die Beisetzung von Frau Müller. Luge mal über den Senkrand. Puuh... das stinkt aber. Herr
Müller dem sein Eichensarg ist kaputtgebrochen. Muß wohl beim Erdbeben
mitpassiert sein. Unter der Oberfläche quasi. Als chaotische Reaktion auf das „Nichts“. Nee. Komme jetzt selber durcheinander. Das „Nichts“ ist ja die chaotische Reaktion auf das „Normal“. Denn Erdbeben ist ja keine Richter-Skala.
„Statistisch
gesehen hat jeder Deutsche eine Titte.“
Okay, zweifele ich.
Aus der zufälligen Beobachtung weiß ich nur, daß es
nicht stimmen kann.
Da. Es regt sich was. Nein. Er pfriemelt nur einen
Fussel zwischen zwei Nadelstreifen weg.
Leckt über seine manikürten Hände, dann mit der
Feuchtigkeit über den Rest seines Polizeimannoberlippenbartes. Grauweiß
sprudelt er seine Gedanken in die Kamera.
„Statistisch
gesehen hat jeder Deutsche eine Titte.“
Sagt der erste Regionalreporter. Er übt seine Worte.
„Der Riß ging glatt hindurch.“
Nicht die Titte. Durch den Grabstein.
Sie stehen vor den Teilen. Sie üben ihre Worte.
„Der Riß ging glatt hindurch.“, sagt der zweite
Regionalreporter, der neben dem ersten steht.
Nur Probe. Er richtet seine weißen, gewellten Haaren
in der Spiegelreflexlinse und nutzt den Leerlauf als Pause.
„68er.“, sagt er.
„Ford Capri.“, sagt der Kameramann.
„Toll.“, sagt der erste Regionalreporter, der das
mitbekommt, und reißt die blauen Augen auf.
Der Kameramann ist eine Frau.
Statistisch gesehen hat sie 1 Titte.
Beide versuchen einen Fussel zwischen zwei
Nadelstreifen wegzupfriemeln. Sie schimpfen.
Die Toningenieurin des ersten und die Toningenieurin
des zweiten fühlen sich angesprochen und treten hinzu. Gelangweilt kauen sie
auf den Streifen rum. Pfefferminzgeschmack. Abi, Studium, Praktikum, Karriere.
Schieben sich einen dritten in den Mund.
Ob
ihre Kronen die Fussel vertragen? Die Tonarme hängen
derweil in der Luft wie bei einem Schüler, der sein Antwortenwollen mit dem
anderen in der Beuge stützt. Streber.
Zugegeben. Ich laufe hier nicht gerne lang. Hier auf dem Friedhof. Hat so was Abgründiges.
„Statistisch gesehen hat jeder Deutsche eine Titte.“
Okay, zweifele ich.
Nur..., denke ich. Gibt sie auch Milch?
Uh.
Na, was denn, was denn, meine Herren,
zimperlich? Warum sich denn gleich übergeben?
Die Nadelstreifen halten jetzt die Tonarme der Streberinnen. Grauweiße Haare, Fusseloberlippenbärte. Sie mußten ihre Anzüge gegen Baggies tauschen. Sie spucken lange Kaugummifäden. Die Toningenieurinnen tragen jetzt die Fassung.
Die Nadelstreifen halten jetzt die Tonarme der Streberinnen. Grauweiße Haare, Fusseloberlippenbärte. Sie mußten ihre Anzüge gegen Baggies tauschen. Sie spucken lange Kaugummifäden. Die Toningenieurinnen tragen jetzt die Fassung.
Statistisch gesehen hat jeder Magen einen Ausgang.
Dieser hier hat gleich zwei.
Jetzt tut sich doch noch was.
„Steh‘ auf!“
Brüllen sie in die Kamerazellen. Brüllen die
Toningenieure in den Aushub. Zu Herrn Müller in seinen aufgebrochenen Sarg. Tonlos.
Sie verstehen ihr Handwerk. Nur, Herr Müller steht nicht auf. Er versteht kein Wort. Herr Müller ist mausetot. Und das schon seit einem langen Gestern.
Kommt die Häme ja nicht im Ü-Wagen an. Ohne Impuls kein Beben. Kaugummikarrieren.
Ich aber habe genug gesehen. Ich spaziere weiter. Ich schaue mir den Rest von Herrn Müller im Fernsehen an. Real hat auch Nachteile. Virtuell stinkt nicht so.
Kommt die Häme ja nicht im Ü-Wagen an. Ohne Impuls kein Beben. Kaugummikarrieren.
Ich aber habe genug gesehen. Ich spaziere weiter. Ich schaue mir den Rest von Herrn Müller im Fernsehen an. Real hat auch Nachteile. Virtuell stinkt nicht so.
Auf meinem Weg durch die Stadt komme ich an Schau-Fenstern
vorbei. Schade, denke ich. Der Spielzeugwarenladen hat zu gemacht. Kein Knirps,
der sich die Nase plattdrückt. Ist jetzt ein Second-Hand-Laden eingezogen.
Auffällig viele Nadelstreifenanzüge hängen jetzt in der Auslage. Mal sehen. Ich
greife in die Hosentasche. Ah, was fühle
ich da? Ein gelbes Gummiband, kommt zum Vorschein, eine verbogene Büroklammer,
ein altes, verlebtes Pflaster…
...zwanzig Euro habe ich in der Tasche. Ein herrliches Geräusch, hehle ich ein Lächeln auf meine Lippen. Wenn sich der Schein aus der Enge knistert. Ich werde mir wohl einen zulegen, murmele ich, während ich die Ladentür aufbimmele. Nein. Keinen Schein. Einen Anzug. Gleich zwei Nummern größer.
...zwanzig Euro habe ich in der Tasche. Ein herrliches Geräusch, hehle ich ein Lächeln auf meine Lippen. Wenn sich der Schein aus der Enge knistert. Ich werde mir wohl einen zulegen, murmele ich, während ich die Ladentür aufbimmele. Nein. Keinen Schein. Einen Anzug. Gleich zwei Nummern größer.
„Ich habe Großes mit mir vor.“
Betrete ich den Laden.
Teuer legt die Verkäuferin, die sich gerade mit dem
Geschäft selbstständig machte, ihre Fleischthekenbedienungshände auf meine
Schulterpolster und läßt sie im Dunkel der Umkleide über die blitzenden
Streifen nach unten gleiten.
„Billig.“, sage ich.
„Günstig.“, sagt sie.
Gleich gibt es Fleischwurst für den Knirps, denke
ich und streiche mich wie Butter auf den Spiegel.
„Aber nicht heute, Honey.“
Ich ließ ihn einpacken. Gleich in die beste Tüte.
Die sie finden konnte. Und trage ihn, den Nadelstreifen, an der Hand. „Ich gebe
gern.“ Ich gab ihr noch Trinkgeld für ihre Hände. 21 Euro Verlangen.
Umkleidungsknitte begleiteten meine Schritte aus dem Nichts der ‚Zweiten Wahl’
in die aufgewirbelte Luft des Straßenlebens aus Fusseln, Feinstaub und
Blickfusionen. „Ich gebe gern.“, nicke ich und schenke mein Lächeln allen, die
mir unterwegs begegnen. Ich spaziere noch ein wenig weiter. Habe ich doch das
Verlangen in der Tasche.
Und Krtlxpop?
Ach, auch das legt sich wieder.
Sie restrukturiert sich gerade.
*
Miniaturen
des Absurden
*(Katze, blau)
**(vorangegangene Episode: Erdbeben ist ja keine Richter-Skala)

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