"Hallo" ist das Pfandleihhaus des "Aufwiedersehn"...



Miniaturen des Absurden

Betrete mit der Miene der Abfälligkeit und erhalte Einlaß

Vom Jardin du Luxembourg zum Panthéon brauchte es schon mehr als platonisches Innehalten, um sich Gehör für Gesehenes zu verschaffen. Da...

Freitag, 26. Juni 2026

Wer wie frei ist, darüber entscheidet die Höhe der Mauer, die man anstarrt. Wer sie lange anstarrt, ist es schon mal nicht. Egal, wie hoch sie ist.

 


Wenn Autorinnen kein Geld für die Bahn haben, sollten sie Rolls-Royce fahren.




Die langweiligsten Geschichten sind die Geschichten über Autoren, Autoren sind langweilig, die Geschichten über sie sind langweilig, Literatur ist langweilig, langweilig ist langweilig. Also ein guter Grund für mich, sie zu erzählen.

So, 18:25 Uhr, es gibt ja Autoren, eher Autorinnen, die für's Atmen bezahlt werden wollen, also fürs Einatmen wollen sie bezahlt werden und für's Ausatmen wollen sie bezahlt werden, nochmal für's Einatmen und nochmal für's Ausatmen. Paketzusteller werden meines Erachtens dringend gesucht, sie können ja die Bücher, die sie als Autoren schreiben, gleich bezahlt zustellen und können dann ihr "Schriftstellersein" dadurch gleich bestreiten. Ich fürchte, sie wollen dies aber nicht, sie wollen für ihre schiere Existenz bezahlt werden, also auch für Interviews, die sie in eigener Sache geben, um bekannt zu werden. Sachen gibt's. Sie wollen sogar für Lesungen bezahlt werden ihrer eigenen Bücher, Lesungen, die eine Werbeveranstaltung für ihre eigenen Bücher sind, dafür wollen sie auch bezahlt werden, haha.

Man könnte meinen, bei Tausenden Schreibern, die noch nie einen Verlag, einen Vorschuß und einen Vertrieb für ihr Schreiben bekommen haben, regt sich der Mund, der einem am nächsten ist, zum Auflachen an, eher zum Auslachen. Keiner braucht mehr Literatur, umso mehr schreiben, keiner liest mehr, umso mehr schreiben, man guckt Podcasts oder hört Hörbücher auf Youtube, guckt den Critical Drinker, sowieso findet heutzutage alles auf Youtube statt, findest Du nicht auf Youtube statt und hast Klicks, findest Du nicht statt. Das kommt mir zupaß, will ich doch nicht stattfinden. Ich schreibe nur für mich, zeige das Geschriebene aber stolz her und hier, wie ein Kind, das ein Bild malt und es seiner Mama zeigt. Du bist meine Mama. Ich bin noch nie für's Schreiben bezahlt worden. Und dennoch finden immer wieder Menschen - Mamas - diese versteckte Seite im Internet, sie lesen. Vielleicht, weil es gut ist. Vielleicht, weil sie überrascht sind. Vielleicht, weil sie eben versteckt ist. Vielleicht, weil man das Bedürfnis zu lesen hat, wenn einem danach ist, man aber nicht auf andere vertraut, die einem selbst nicht dran glaubend sagen, man habe jetzt das und jenes Buch zu lesen, und ist immer wieder enttäuscht, daß das Lob nicht dem Inhalt entspricht, nur, weil es in komischen Zeitungen steht, die auch keiner mehr liest, von Menschen geschrieben, denen man, begegnete man ihnen im Treppenhaus im eigenen Haus, auch nichts glaubte, nur weil sie die Klappe am weitesten aufreißen, während man nur in aller Ruhe zum Briefkasten runter gehen will, und auch sonst unsympathisch sind.

Alle paar Monate schreibe ich, Mama, ich dränge das niemandem auf, jeder kann selbst entscheiden, ob er das lesen will. Ich schreibe aber den ganzen Tag Tagebuch. Autoren hingegen drängen immer was auf. Autoren drängen. Autoren drängen immer was auf, was man nicht will. Sie drängen und dräuen, sie sind keine Menschen. Autoren sind keine Menschen, Menschen schalten auch aus. Autoren schalten immer an. Ich achte nicht auf Klicks, sind sie da, freue ich mich, nehme sie zur Kenntnis, mein Leben ändert sich dadurch nicht. Autoren hingegen wollen immer, daß sich ihr Leben ändert. Autoren achten auf Klicks. Autoren meinen immer, daß sich ihr Leben ändert. Autoren sind sehr langweilig. Autoren sind langweilige Klicks. Autoren sind nicht. Ob Dutzende oder Tausende Klicks im Monat, macht für mich keinen Unterschied. Ich freu mich auch so. Ich gucke auch nur alle paar Monate rein. Schreiben ändert einen Menschen nicht, wer gelesen werden will, das ändert einen Menschen. Ich muß nicht gelesen werden. Wenn, dann lese ich meine eigenen Sachen, das reicht mir schon. Es gibt so viel verlegte, schlechte Literatur, daß man meinen könnte, das sei Absicht: Gute Literatur ist gar nicht erwünscht. Die entblöst die handelnden Figuren. Ich selbst lese auch nicht, ich lese Youtube, man scrollt und scrollt, da liest sich schon viel zusammen, ohne überhaupt die Videos anzuklicken. Viele Bücher habe ich auch nicht gelesen, wer ein Buch liest, versperrt sich den Blick auf die Welt. Lesen macht dumm. Oder kennst Du kluge Bücherregale, Mama?

Ansonsten interessiere ich mich nur für Autos und Möbel. Ich interessiere mich nicht für Autorinnen, die sechs "Berufs"-Bezeichnungen im Namen tragen, Autorin, Podcasterin, Moderatorin, Schriftstellerin, Lyrikerin, Journalistin, die alle nur das eine ausdrücken: Daß sie quatschen. Es müßte verboten sein, daß Menschen schreiben, die keine Biographie haben, sie schreiben aber. Das sind die Menschen, die verlegt werden, die keiner liest, deren Bücher sich nicht verkaufen, die jammern, sie könnten nicht vom Buchverkauf, Lesung, Laberei leben. Das sind auch die, die unbedingt ihr Gelaber verkaufen wollen. Ohne je etwas gelebt zu haben. Es ist auch nicht mehr soo besonders, ein Buch geschrieben zu haben. Die schreiben auch nur für Literaturkritiker. Auch so eine "Berufs"-Bezeichnung, die es nicht gibt, keiner interessiert sich für die. Und die können auch nicht davon leben, haha.
 
Es war einmal eine Torte, deren Zwischenböden waren gebacken, die war lecker und sahnig, dann griffen sie alle zu, manche Finger mehr als dem Mund zustand, dann war die Torte weg, verzehrt und gegessen, kaum verdaut, aber satt im Magen, jetzt streiten sie um die Krümel, die Kleckse, das ist "Literaturbetrieb". Sie fangen an, die Pappe, auf dem die Torte präsentiert wurde, zu essen, sie tun so, als schmecke sie, man sieht sie zumindest noch kauen. Und das ist das Wichtige: So tun, als ob. Als ob alles in Ordnung wäre. Als ob die Literatur in Ordnung wäre, als ob die Freiheit in Ordnung wäre, als ob die Kunst in Ordnung wäre, als ob die Diener der Dinge in Ordnung wären. Sie kauen Pappe. Wichtig ist ihnen, daß man sie kauend sieht. Daß man sie für's Atmen bezahlt. Und daß sie ihre Triebe ausleben können. Antrieb ist nicht ein Trieb. Anspruch ist nicht ein Spruch. Einsatz ist nicht ein Satz. Autorinnen, mit der Zeit entwickeln die einen Größenwahn, sie meinen, man müßte sie für ihre schiere Existenz bezahlen. Und die zwei Autorinnen, die ich mal vor 10 Jahren ein bißchen gelesen haben, haben ihr Talent verloren. Von Schlüsseln kennt man das, die werden eher verlegt, aber Talent verlieren, wie geht das? Talent verlegen, kann ja sein, aber gleich verlieren? Muß am Für Geld schreiben liegen. Muß am Dann krieg' ich keines mehr liegen. Man könnte auch gleich aufhören, sie ganz zu bezahlen. Dann hätte man sich den Slop, den Fraß gespart. Und Existenz hat man selber. Das bißchen - dröge, krumme, karge - gesteht man sich kühn, keck und knackig ein. 

Ein Satz mit K am Ende mußte wirklich sein.







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