Ja. 6 bis 7 mal in meinem Leben. Nach dem siebenten Mal hab' ich aufgehört, zu zählen. Zuletzt Ende 2016, Anfang 2017. Da war ich krank. Und hatte kein Geld. Sonst hatte ich immer kein Geld. Man wartet dann, bis wieder Geld drauf ist. So lange muß man "durchhalten". In Deutschland wird viel gehungert. Schon mal aufgefallen, daß in Supermärkten Nudeln häufiger ausverkauft sind als andere Lebensmittel? Also, die Billigen. Sie sind billig und machen satt. Keiner kauft die teuren Nudeln von Barilla. Die kaufen nur Reiche, die ihre Bolognese 6 Stunden köcheln lassen. Sonst wird sie ja nicht gut.
Tip bei Hungersnot: Heißes Wasser mit Pfeffer. Oder anderen Gewürzen. Die hat man meistens noch. Das simuliert dann eine "Suppe". Jahre altes Mehl hat man oft auch noch, können auch schon Mehl-"Milben" drin sein, oder wie die heißen. Macht aber nix, daraus kann man dann mit Wasser und Salz einen Fladen, ein "Brot" backen. Wenn man "nichts" mehr hat, kein Pfeffer, kein Mehl, trinkt man viel Wasser, man trinkt sowieso viel Wasser bei Hunger. Man rennt ständig zum Wasserhahn. Stän-dig. Man kriegt dann einen "Wasserbauch". Ist man "über Land" unterwegs, gibt es oft vor Höfen an der Straße einen Korb mit Äpfeln, die man sich nehmen darf. Aus Wassergräben trinkt man sein Wasser. Ich hab' schon viel erlebt, hahaha, ich sagte ja, ich habe "Biographie", und noch mehr. Als ich wieder Geld hatte, habe ich mir bei Lidl viele Süßigkeiten, die dick machen, Brioche-Brot, macht auch dick, und diese runden Tiefkühl-Kuchen gekauft, Käsekuchen oder Streuselkuchen, für 5, jetzt 6 Euro. Mit denen habe ich mir dann ein "Polster" angefuttert, das macht der Körper automatisch, das macht der Kopf ganz unten ganz automatisch, er merkt sich jede "Hungersnot", ich habe dann tüchtig zugelegt. Auch jetzt noch habe ich Übergewicht, falls es nochmal "zur Not" kommt, dann habe ich Reserven. Hunger hat ein Elefanten-Gedächtnis, Hunger vergißt nicht. Und, wie jeder Elefant, der geärgert wird, trampelt er Dich nieder.
Hunger vergißt nicht.
Ich bin Raucher. Als ich kein Geld hatte, und krank war, habe ich auch weggeworfene Zigarettenstummel vom Weg aufgeklaubt, ich bin dann die Bürgersteige langgelaufen und hab die dann aufgesammelt, Not kennt keine Scham. Zuhause hab' ich dann den Tabak aus den Stummeln rausgebröselt, man kriegt ganz schwarze Finger davon. Mit Zigarettenpapier hab' ich mir dann gaaanz dünne Kippen gedreht, man glaubt gar nicht, wie wenig Tabak man für eine Zigarette braucht, damit es für ein paar Züge reicht. Hat man kein Zigarettenpapier, zündet man sich die gefundenen Stummel auch so an. Ja. Hat man kein Feuerzeug mehr, macht man eine Herdplatte an, auf höchster Stufe. Dann zündet man sich die Zigarette ganz nah mit dem Gesicht an der Herdplatte auf der Herdplatte an. Wird ganz heiß im Gesicht. Das geht bei alten Herdplatten, bei Glasherdplatten weiß ich nicht.
Auch mit Hunger im Bauch und Hunger im Kopf - Hunger geht in den Kopf, und ins Herz, und in die Augen, und in die Seele - habe ich geschrieben. Ich habe geschrieben, als ich krank war, und ich habe geschrieben, als ich gesund war. Da gibt es keinen Unterschied.
Beides gleich gut. Hahaha.
Man muß immer "die Sonne im Herzen" haben, sagt (Frauenname), die Allertollste und die Allerliebste!
Ich trinke nicht und ich habe noch nie Drogen genommen. Das hilft, zu überleben.
Ich freue mich, wenn ich Kinder sehe, die mit ihren beiden, kleinen, wulstigen Patschehänden ein viel zu großes Brötchen vor den viel zu kleinen Mund halten und reinbeißen. Und kauen, kauen, kauen. Kein Mucks. Kein Micks. Dann weiß ich, ihnen geht es gut.
Dann geht mein Herz auf.
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