"Hallo" ist das Pfandleihhaus des "Aufwiedersehn"...



Miniaturen des Absurden

Betrete mit der Miene der Abfälligkeit und erhalte Einlaß

Vom Jardin du Luxembourg zum Panthéon brauchte es schon mehr als platonisches Innehalten, um sich Gehör für Gesehenes zu verschaffen. Da...

Dienstag, 29. September 2026

Hast Du schon mal gehungert?

 


Frau Brot: 
"... Mhhhhmmm, Du willst es doch auch... Nimm' mich! ... Verschling' mich! ... Jetzt! ... Gleich hier! ..."






Ja. 6 bis 7 mal in meinem Leben. Nach dem siebenten Mal hab' ich aufgehört, zu zählen. Zuletzt Ende 2016, Anfang 2017. Da war ich krank. Und hatte kein Geld. Sonst hatte ich immer kein Geld. Man wartet dann, bis wieder Geld drauf ist. So lange muß man "durchhalten". In Deutschland wird viel gehungert. Schon mal aufgefallen, daß in Supermärkten Nudeln häufiger ausverkauft sind als andere Lebensmittel? Also, die Billigen. Sie sind billig und machen satt. Keiner kauft die teuren Nudeln von Barilla. Die kaufen nur Reiche, die ihre Bolognese 6 Stunden köcheln lassen. Sonst wird sie ja nicht gut. 

Tip bei Hungersnot: Heißes Wasser mit Pfeffer. Oder anderen Gewürzen. Die hat man meistens noch. Das simuliert dann eine "Suppe". Jahre altes Mehl hat man oft auch noch, können auch schon Mehl-"Milben" drin sein, oder wie die heißen. Macht aber nix, daraus kann man dann mit Wasser und Salz einen Fladen, ein "Brot" backen. Wenn man "nichts" mehr hat, kein Pfeffer, kein Mehl, trinkt man viel Wasser, man trinkt sowieso viel Wasser bei Hunger. Man rennt ständig zum Wasserhahn. Stän-dig. Man kriegt dann einen "Wasserbauch". Ist man "über Land" unterwegs, gibt es oft vor Höfen an der Straße einen Korb mit Äpfeln, die man sich nehmen darf. Aus Wassergräben trinkt man sein Wasser. Ich hab' schon viel erlebt, hahaha, ich sagte ja, ich habe "Biographie", und noch mehr. Als ich wieder Geld hatte, habe ich mir bei Lidl viele Süßigkeiten, die dick machen, Brioche-Brot, macht auch dick, und diese runden Tiefkühl-Kuchen gekauft, Käsekuchen oder Streuselkuchen, für 5, jetzt 6 Euro. Mit denen habe ich mir dann ein "Polster" angefuttert, das macht der Körper automatisch, das macht der Kopf ganz unten ganz automatisch, er merkt sich jede "Hungersnot", ich habe dann tüchtig zugelegt. Auch jetzt noch habe ich Übergewicht, falls es nochmal "zur Not" kommt, dann habe ich Reserven. Hunger hat ein Elefanten-Gedächtnis, Hunger vergißt nicht. Und, wie jeder Elefant, der geärgert wird, trampelt er Dich nieder.

Hunger vergißt nicht.

Ich bin Raucher. Als ich kein Geld hatte, und krank war, habe ich auch weggeworfene Zigarettenstummel vom Weg aufgeklaubt, ich bin dann die Bürgersteige langgelaufen und hab die dann aufgesammelt, Not kennt keine Scham. Zuhause hab' ich dann den Tabak aus den Stummeln rausgebröselt, man kriegt ganz schwarze Finger davon. Mit Zigarettenpapier hab' ich mir dann gaaanz dünne Kippen gedreht, man glaubt gar nicht, wie wenig Tabak man für eine Zigarette braucht, damit es für ein paar Züge reicht. Hat man kein Zigarettenpapier, zündet man sich die gefundenen Stummel auch so an. Ja. Hat man kein Feuerzeug mehr, macht man eine Herdplatte an, auf höchster Stufe. Dann zündet man sich die Zigarette ganz nah mit dem Gesicht an der Herdplatte auf der Herdplatte an. Wird ganz heiß im Gesicht. Das geht bei alten Herdplatten, bei Glasherdplatten weiß ich nicht.

Auch mit Hunger im Bauch und Hunger im Kopf - Hunger geht in den Kopf, und ins Herz, und in die Augen, und in die Seele - habe ich geschrieben. Ich habe geschrieben, als ich krank war, und ich habe geschrieben, als ich gesund war. Da gibt es keinen Unterschied. 

Beides gleich gut. Hahaha.


Man muß immer "die Sonne im Herzen" haben, sagt (Frauenname), die Allertollste und die Allerliebste!


Ich trinke nicht und ich habe noch nie Drogen genommen. Das hilft, zu überleben.

Ich freue mich, wenn ich Kinder sehe, die mit ihren beiden, kleinen, wulstigen Patschehänden ein viel zu großes Brötchen vor den viel zu kleinen Mund halten und reinbeißen. Und kauen, kauen, kauen. Kein Mucks. Kein Micks. Dann weiß ich, ihnen geht es gut.


Dann geht mein Herz auf.






*





Über mich nur Gutes.

 


Zwiesprache. 
"Pssst, über mich nur Gutes..."
"Ja. Pssst, über mich nur Gutes..."






Es gibt ja Autorinnen, die damit kokettieren, mit EyEi (A.I., K.I.) zu arbeiten. Natürlich nur zur Recherche! Wie viel davon fließt ins zu kaufende Buch ein? Und wie viel mehr? Bücher kosten ja jetzt schon 26 Euro. Was wollen sie mit all dem Geld?! Und, wer hat so viel Geld?! Bekloppt geworden?


Bei mir ist alles Handarbeit.

Nichts ist recherchiert. 

Nichts ist wahr.

Alles ist erstunken und erlogen.

Und erfunden.

Alles ist von mir.

Alles ist Phantasie.

Man kann sich darin wiederfinden.

Man kann sich nicht darin wiederfinden.

Nichts ist recherchiert.

Nichts ist von anderen.

Alles ist ein Eimer Wasser, der sich mit der Zeit füllte, und aus dem ich schöpfe.

Es ist mein Eimer.

Es ist mein Wasser.

Es ist meine Geschichte.

Alles ist wahr.

Man kann sich darin finden.

Man kann sich darin verheddern.

Man kann sich darin winden.

Alles ist eine Kugel Wolle, ein Faden, daran zu ziehen, Farbe egal, alles nur ein Wollen, Können, Erleben und Phantasie.

Eine Kugel Wolle, die in den Eimer Wasser platscht.

Wer nach dem Faden fischt, statt nach der Kugel, wird sie nicht herausziehen können, weil er sich entwickelt, hat aber zu tun.

Phantasie sagte ich schon.

Wer recherchiert, hat kein Talent. Und hat noch nie was erlebt. Das muß alles aus dem Kopf kommen! Sonst macht's keinen Spaß. 

Andere Menschen, andere Köpfe.

Andere Menschen, andere Köpfe, klingt, wie eine meiner Weisheiten. Das muß alles aus dem Kopf kommen. Klingt auch wie eine Weisheit.

Oder eine Erkrankung.

Schreiben soll Spaß machen? 

Kein Spaß bei keiner Arbeit?

Schreiben ist keine Arbeit.

Arbeit ist Arbeit.

Du willst "Text" schreiben?

Bist Du "Texter"?

Das merkt man dem "Text" an. 

Beipackzettel haben auch "Text". Etiketten haben "Text". Kassenbons haben "Text", Klingelschilder haben "Text".

Will aber nicht deren Geschichte lesen. 

Obschon... ich über Beipackzettel, Etiketten, Kassenbons, Klingelschilder eine Geschichte erzählen könnte. Ich könnte sie schreiben. Es wäre aber nicht ein "Text", es wäre eben eine Geschichte. Die ich erzähle. Die ich meiner Mama erzähle. Habe aber keinen Bock, sie zu schreiben. Hahaha. Sie würde sowieso nur wild, absurd und surreal werden. Wie alles von mir.

Aber.

Du bist meine Mama.

Du läßt sie Dir erzählen.

Von einem Kind, wie mir.

Das nur ein bißchen malt.

Im Schneidersitz auf dem Boden.

Und vor sich hinredet.

Während sie in der Küche steht.

Und glücklich ist.

Und glücklich ist.

Das zu tun.

Die Versessenheit von schlechten, verlegten Autoren, ihre Dinge "Text" zu nennen, hat zu ihrem Niedergang beigetragen. Sie müssen ja jetzt schon "Kurse" geben, um zu überleben. Was lernt man da? Wie man gendert? Know Your Customer. 

"In jedem steckt eine Geschichte... (gesäuselt)", würg.

So einen Scheiß.
Macht 199 Euro.
Wer hat so viel Geld?!

Know. Your. Customer.

Du bist Dein Customer.

Du bist kein "Text".

Du bist ein Geschöpf, das sich erschaffen hat.

Es lebt, es atmet, es fleucht.

Es kriecht und stolzt.

Es ist so, wie ich.

Es ist ein Artikel.

Ein Partikel.

Im Universum.


Mehr auch nicht.



Die Versessenheit von schlechten, verlegten Autoren sich "Schriftsteller" zu nennen, und nennen zu lassen, hat zum Niedergang der Literatur beigetragen. Hat was von "Schriftsetzer". So undynamisch. Und hat jeder Maulheldin, die das behauptet, den Zugang ermöglicht. Immer weniger wird verkauft. Und wird auch nicht mehr mehr. Booktok? Booktube? Backseater - das sind Leute, die sich in ein fremdes Auto auf die Rücksitzbank setzen und einfach ungefragt mitfahren - müllen sich nur aus, und wollen dadurch gelten, weil sie wissen, daß sie noch nie was Eigenes erschaffen haben, und wollen, daß die, die was Eigenes erschaffen, es so erschaffen, wie sie das wollen, oder sonst! "Journalisten" sind die klassischen Backseater - genau so, wie die anderen, sie fahren nur im Oldtimer. Die Versessenheit von schlechten, bezahlten Kritikern, Literatur "Text" zu nennen, hat auch zu ihrem Niedergang beigetragen. Und zum Niedergang ihrer "Preise". Alle lachen sie aus. Wenn sie nicht schon gecancellt sind. Die Versessenheit von schlechten, (noch) bezahlten Kritikern, gerade über Literatur zu sprechen, und nicht über ihre Geranien, obschon sie noch nie was Richtiges erlebt haben, und über "Erlebtes" reden sollen, hat ihr Duckmäusertum entlarvt. Arschkriecherisch. Sie hoffen, selbst verlegt zu werden. Und sie werden. Kennt man nicht "Journalisten", die da gerade ein Buch am Start haben? Das hält sie gezähmt. Sie kleben mit der Nase am Arsch der Mächtigen, und strecken die Zunge raus. Oder, sie sind so steif, sie haben einen Stock im Arsch, und der kommt zum Mund wieder raus. Nur Klappern gehört nicht zu ihrem "Handwerk", sie lassen sich bespaßen, ohne selbst Gas zu geben. 1.500, 2.500 folgen sie auf Instagram? Verrückt. Bespaße mich, aber selber gebe ich nichts. Ich melde mich dann, wenn ich Dir wieder etwas zu verkaufen habe, Schatz. In 4 Monaten. Will man so eine Freundin haben? Kein Wunder, daß sie so verkorkst sind. Kundenbindung kennen sie nicht, sie melden sich nur, wenn sie was zu verkaufen haben.
 
Kunden wollen bespaßt werde, nicht der Verkäufer. 

Also flute Deine Kanäle, zeig' Dich zweimal täglich, gebe Dinge von Dir preis. 
Zeige Dich, besonders, wenn Du nichts zu verkaufen hast.
Sei echt. Und fälsche nicht.

Oversharing is Caring!

Das sage ich makro. Ich bin ja makro. Von oben, das große Ganze betrachtend. Aus dem 5. Stock. Wie eine alte Omi, die Arme verschränkt auf die Fensterbank gelegt, und das Treiben unten beobachtend. Mir ist's gleich, ich bin auch meta, ich gucke Youtube. Da gibt es keine Bestseller-Autoren. Da bin ich genug bespaßt.

"Ich habe aber schon für Blah-Zette, Rhabarber-Zeitung und für Pillow-Pallow-Magazin geschrieben. Ich veröffentlich dort regelmäßig. Ich wurde mit dem Clemens-Güllow-Preis ausgezeichnet. Meine Bücher erklimmen die Bestseller-Listen."

"Sehe ich so aus, als ob mich das interessiert?", James Bond in Skyfall auf die Frage, ob er seinen Martini geschüttelt oder gerührt haben möchte.

Und "Bestseller-Autorin" ist ja jetzt schon jeder. "Bestseller" gibt es bis Platz 20. 
Wie viele verkaufte Bücher sind das?
5.000? 2.000? 1.000? 500? 
Man hält sich bedeckt. Mal 26 Euro? 5.000 mal 26 Euro, sind 130.000, der Verlag nimmt runde 90 Prozent, bleiben 13.000 - der Staat nimmt mehr als 50 Prozent, bleiben 6.500 Euro, rechne ich falsch? Kein Wunder, daß es "Literatur-Preise" und Stipendien und Förderungen und Korruption gibt. Und "Angebote". Diese ominösen "Angebote". Reicht aber für den teuren Äppel Mäc. Man will ja gelten. Teure Macs gleich gute Bücher. Teure Kameras, Leica oder Hasselblad, gleich gute Bilder. Hahaha. Aber: Du mußt nicht "Autor" sein. Du könntest auch ein netter Mensch werden. Wie ich. Hehehe. Hier wird alles kostensparend produziert. 

"Das merkt man Deinen Geschichten an." 

E-ben. Sie sind billig.





Wenn Autorinnen kein Geld für einen Rolls-Royce haben, sollten sie Bentley fahren. 

Ich liebe Konfiguratoren!
Literatur ist auch nur ein Auto-Konfigurator: Man wählt die Farbe aus, wählt die Felgen, die Farbe der Bremssättel, die Farbe des Leders, die Kontrast-Lederfarbe, die Farbe des Pipings und der Ziernähte, die Zierleisten, Carbon, Aluminium oder Holz, die Extras und Equipment und stellt sich fahrend vor. Oder einfach nur drin sitzend. 
Bewegte Körper treffen aufeinander.



Bewegte Körper treffen aufeinander.

Geht auch bei Stillstand.

Das ist Literatur.

In Zukunft werden alle verlegten Bücher, in irgendeiner Form - außer die großen, wirklichen Bestseller -, gefördert sein. Nur liest sie keiner mehr. Und immer der Druck, immer ein neues "Projekt" (Buch) in Arbeit haben zu müssen. Sonst endet die Förderung. Dann ist man keine "Schriftstellerin" mehr. "Texterin", hm? Keine Hybris mehr. Keine Bedeutung mehr. Immer. Muß. Ein. Verdammtes. Buch. In. Arbeit. Sein. Kann man nicht einfach leben? Muß ich Sklavin sein? Will ich gar Sklavin sein? Oder auf einer Seite im Internet einfach seine Geschichten zeigen? Wie hier? Neeeeiiiinnn, jedes Komma muß bezahlt werden! Privat schreiben sie, als hätten sie das Korrektorat - was ich abschaffen würde, das Lektorat gleich mit dazu - wirklich nötig, selbst da geben sie sich keine Mühe. Ein Grund mehr, sie zu verachten.

Ich streue regelmäßig Recht_chreibfehler ein, um zu sehen, ob die jemandem auffallen, hehehe. Das ist eine Mit-mach-Seite hier! In meinen Geschichten ist immer mindestens einer. Ich ärgere mich am meisten selbst darüber. Laß sie aber stehen. Ich könnte sie auch korrigieren, tu's aber nicht. Soviel zu meinem Gemüt, und Charakter. Oder mein Bewußtsein schreibt Wörter absichtlich falsch. Ich finde sie so schöner, hahahaha. Ich verachte mich nicht, deshalb schreibe ich.

Und, ich neide nicht. Ich bin schon immer fern von jedem Neid. Sollen schlechte, verlegte Autoren keine Bücher verkaufen, oder sollen sie Millionen Bücher verkaufen. Caroline Wahl, zum Haß "etablierter" Autorinnen, die dann "Kurse" geben müssen oder sich darüber beschweren, daß sie, Caroline Wahl, und wenige andere, den Markt leerkaufen, und jetzt selber sehen müssen, wo sie bleiben, verkaufte viele Bücher. Zum Trost, C. C. Catch hat auch viel Musik verkauft. Caroline Wahl, die C. C. Catch der Literatur, fährt BMW M2 in Zandvoort Blau. Ja, es gibt tatsächlich eine ganze Literatur über Autofarben-Namen, aber das wissen sie nicht. Sie wissen so vieles nicht. "Cheri, Cheri Lady" von Modern Talking hat auf Youtube 600 bis 700 Millionen Klicks. Geschmack war schon immer schlecht bei schlichten Menschen, oder bei Attitüdenmenschen die Wahl der Sekunde, um cool zu wirken, aber dumm in der nächsten, in der Kälte zu verwelken. 

Andere abwerten, um sich selbst aufzuwerten? Nur bei Arschilöchern. 
Wenn Du immer das Arschloch spielst, bist Du nicht mysteriös, Du bist dann wohl doch das Arschloch. Versuch' mal, nicht ein eingebildetes Arschloch zu sein. Wenn man immer das eingebildete Arschloch spielt, dann ist man's vielleicht auch. Die Rolle wird zum Ich. Es gibt so viele Rollen, such' Dir eine schöne aus.

Bei mir gibt es "Geschichten". Ich erzähle Geschichten. Bei mir findet alles im Kopf statt. Man nennt es "Phantasie". Und "Biographie". Ist schön, und umsonst. Ich muß nicht davon leben. Ich muß auch nicht "entdeckt" werden, mich gibt's schon lange! Ich schreibe jit - just in time. Schnell - und gut. Hehehe. Nur selten veröffentliche ich Älteres. Kritik ficht mich nicht an. Du magst es nicht? Gut. Mein Leben dreht sich weiter. Als wäre es eine Welt, die nicht Deine ist, aber meine. Man kann nur seine eigene Welt erobern, sag' ich immer. Oder entdecken. Man kann nur seine eigene Welt entdecken. Man kann nur seine eigene Welt erkunden. Man kann nur seine eigene Welt erforschen. Wer die Welten anderer erobern will, wird scheitern. Und bei manchen ist das Betreten ihrer Welt schon immer verboten. Auch an ihren Gründen wird man scheitern. So kommt es wollig zusammen. Auch meine Bildchen sind handgemalt - jetzt in Paint. Oder mit Stift. Ich schreibe in Textdatei, txt-Editor. Einfach und gut. Gleich ins Tagebuch, so geht's noch einfacher. "Der große Wurf." habe ich auch in txt geschrieben. Kein dummes Word mehr. Schon lange nicht. Man verliert so schnell den Access. Auch so eine Ordnung, eine Drohung, bei den anderen, denen, die für Geld schreiben: Man verliert so schnell den Access. Ich schreibe, weil es nichts zu lesen gibt. Ich schreibe im Bett. Links, seitlich liegend - ist ganz nett. Ich bin Atheist, katholisch aufgewachsen. Die Griechische Mythologie ist mir näher. Der Herr der Ringe oder Der Herr der Fliegen? Mannschaft Der Herr der Fliegen. Als Kind: Comics und Kino. Als Kind bin ich 10 km zu Fuß zum Kino gelaufen, auch Nonstop-Kino. Man geht zum laufenden Film rein, etwa in der Mitte, schaut bis zum Ende, dann bis zur Mitte, und geht wieder raus. Wird streng kontrolliert! Ein typisches Bahnhofs-Kino, Kung-Fu-Filme. Dann wieder 10 km zu Fuß zurück. Jetzt: Kein Kino, keine Comics mehr. Kein Fernseher. Als Kind hatte ich einen Rubik's Cube, den hab ich nie geschafft, ich hab den dann auseinandergebaut, wie ich immer alles auseinandergebaut habe, ich hab immer all mein Spielzeug auseinandergebaut, wollte wissen, wie das zusammengebaut ist. Konnte aber die Sachen nie wieder zusammenbauen. Die, die den Rubik's Cube geschafft haben, sind die dann alle Genies geworden? Man hat nie wieder was von ihnen gehört. 

Ich konnte kein Schach. Als junger Erwachsener hatte ich einen Gameboy, der hatte ein Schachspiel mit 15 Leveln. Der Gameboy hat mir das Schachspielen beigebracht, und, nachdem ich den 15. Level geschafft und den Gameboy geschlagen hatte, habe ich nie wieder Schach gespielt. Jetzt kann ich auch kein Schach mehr, es hat mich nie wieder interessiert. Warum sollte es? Ich hatte ja den Gameboy geschlagen. In der Schule habe ich das Rettungsschwimmer-Abzeichen in Gold gemacht, und konnte 50 m weit unter Wasser tauchen. Das Baden dieses Jahr in meinem See war sehr schön, schwimme aber nur so weit raus, wie man noch stehen kann. Ich habe immer Angst. Ich habe immer Angst. Ich habe immer Angst um die Allertollste und Allerliebste! Ist das was Gutes? Immer Angst zu haben? Ich denke, mit den Jahren schon. Angst ist Liebe. Wahre Liebe. Beruhigt zu sein, tauscht man nicht ein. Beruhigt zu sein, ist keine Ware, mit der man Handel treibt.
 
Lieblingsfilm: Conan, der Barbar und Kopfüber in die Nacht. Agatha Christie's Hercule Poirot und Miss Marple kann ich tausendmal sehen, wird nie langweilig. Zeichentrick: Biene Maja, Heidi, Wickie und die starken Männer, Der kleine Maulwurf, Captain Future und Nils Holgersson. Robbi, Tobbi und das Fliwatüüt. Kein Zeichentrick, aber schön und 70er. "Klick." Ame und Yuki - die Wolfskinder, Arrietty - die wundersame Welt der Borger. Watership Down als kleines Kind war ganz schön und ganz schlimm. Mamas dachten, es wäre ein Disney-Film. Robin Hood - als Füchse! Schön! Animal Farm. Der Grüffelo. Die drei schönsten Wörter: Mama. Papa. Und (Frauenname). Keine Reihenfolge. Lieblingsfarbe: Grün. Wie meine Augen. Lieblings-Essen: Rinder-Rouladen mit Klößen, Rotkohl und dicker, fetter, brauner Soße. Lieblingsauto: 1984er Ferrari 288 GTO. Schon immer! Den gab's mal für 2 Millionen, jetzt kostet der schon 10 Millionen, Abzocke! Lieblings-Möbel-Designer: Poul Kjaerholm. Der ideale Maler: Gerhard Richter und John William Waterhouse, van Gogh und Magritte - als eine Person. Alles Surrealisten. Musik: Das Radio lasse ich maximal eine Stunde am Tag laufen. Ich mag meine Stille. Ich kontempliere gerne still und lange auf dem Sofa. Beethoven oder Bach? Debussy. Schostakowitsch hat mich positiv überrascht. Oper und Klassik laß ich auch mal laufen, ist aber immer zu laut oder immer zu leise. Von Musik habe ich keine Ahnung, aber ich hab' Ahnung von meinen Ohren. 

Bei besonderen Uhrzeit-Zahlen und Schnaps-Uhrzeit-Zahlen wünsche ich mir immer alles Liebe für meine Liebsten, und liebe andere: "Ich wünsche mir, daß sich alle meine schönen Träume und Wünsche erfüllen, Glück, Liebe, Zufriedenheit, Gesundheit, Ruhe, Freiheit und Sicherheit, und das besonders für die liebe...". Ganz schnell sage ich den Spruch auf. So kommen am Tag einige "Gebets"-Sprüche zusammen. Höre ich ein Martins-Horn oder einen Rettungs-Hubschrauber, sage ich immer: "Viel Glück!". Ich grüße jeden im Haus. Selbst die Doofen. Sie wissen ja nicht, daß ich ein Toller bin. Hahaha. Als Ausdruck der Glückseligkeit, wenn mir etwas gelingt, sage ich: "Very best of all.". Auch sonst, wenn mir etwas gefällt. Ich bedanke mich bei den Dingen, die mir geschenkt wurden, und bei dem von wem, wann immer ich sie benutze: "Dankeschön, (Frauenname).". Politisch bin ich links der Mitte - Soziales - und rechts der Linken - Vernunft. Ich bin also der geborene Nicht-Wähler. Zuletzt gewählt habe ich 2009, die Linken. Bevor sie verrückt wurden. 


Über mich nur Gutes.









*












Sonntag, 27. September 2026

Bauern in Zeiten der gemeinsten Herrscher.

 


Der gemeinste Herrscher.




Drei Herrscher herrschten schlimm. Klamm, Krumm und Klimm. Sie wollten ein jeder der Gemeinste sein. Alle waren schlimm. 
Ein Bein, ein Ohr, ein Auge drin. Wollten sie die Benimmsten sein. Kein Aber, Oder, Und, sie stahlen jeden Hund. Jedes Lamm. Und jedes Rind. 

Sie taten Weh, taten Schind. Sie taten Leid. Klamm, Krumm, Klimm, und nahmen jedes Kleid. Vor Bauerntränen waren sie gefeit. Kein Heul, kein Huhl, doch die Bauern waren nicht schlecht gescheit. Sie nahmen sich der Herrscher vor, nahmen dem Einen sein zweites Bein, dem Zweiten sein zweites Ohr, dem Dritten sein letztes Auge. Legten alles in Lauge ein, kochten daraus eine Suppe und flößten sie den Herrschern ein, mit List und Tücke. Denn sie ließen den gemeinsten Herrschern ihre Mäuler, ihre schlimmsten Äcker, und gaben ihnen ihre Stücke, so waren sie nun selber froh, und satt, und die Bauern schadenfroh. 

Im Glauben, weiter zu herrschen, Klamm ohne Bein, Krumm ohne Ohr, Klimm ohne Auge, konnten sich die Bauern vor Lachen kaum beherrschen.
 
"Was Du mir nimmst, nehm' ich Dir weg! Das nur Zweck, der Rest ins Eck.", den Rest der Suppe, konnten Bauern die gemeinsten Herrscher sein.

Wann immer sie vor Hunger platzten, die alten Herrscher, Hunger hadert nicht. Der Lohn, des Bauerns Hohn. Des Hungers Leiber, hohl.
So klamm, so krumm, so klimm. 
Nun weiß man's wohl.

Wann immer Herrscher herrschen.

Unter den gemeinsten Herrschern sind die Bauern die gemeinsten Herrscher.

Mäuler sind die schlimmsten Äcker.

Und Äcker sind die ärgsten Mecker.

Hunger ist der herrste Herrscher.

Sich selbst zu essen.

Um über andere zu herrschen.

Um über sich selbst zu herrschen.


So bleibt Moral nur Gedeck. Und die Suppe? Bleibt im Eck.








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Freitag, 25. September 2026

Swoosh.

 


Swoosh...






Man nannte sie Swoosher. Auch, wenn es kein Geräusch erzeugte, das Schweben 30 Zentimeter über dem Boden. Sie bewegten sich so fort. Und es kam einem wie ein Swoosh vor, ein Rauschen, begegnete man ihnen auf, über dem Bürgersteig. 

Nicht jeder konnte swooshen. Die Fußgänger liefen normal, die Fahrradfahrer fuhren normal, die Autofahrer fuhren normal. Nur die Swoosher schwebten. Sie legten lange Strecken zurück. Ohne Anstrengung. Sie schwebten einfach, und mußten nichts weiter tun. In die Stadt swooshen? Einfach in die Stadt swooshen. Ein Waldswoosh? Einfach durch den Wald swooshen. Zum Einkaufen swooshen? Einfach zum Einkauf swooshen. Swooshen war in. Swooshen kostete nichts. In einer Utopie swooshten die Leute friedlich vor sich hin, Swooshen war harmlos. In einer Dystopie, in dem diese Geschichte lebt, gab es bald schon Regeln für's Swooshen. Und Strafen für das Nichtbefolgen. Wenn es nicht schon ganz verboten war. 

In dieser Dystopie könnten wir jetzt einem gewöhnlichen Swoosher in den Tag hinein folgen - Mann oder Frau, Nebencharaktere, Extras und Unbedeutene -, er - oder sie - würde etwas Aufregendes entdecken, es käme zu Verwicklungen, etwas Action, dem dramatischen, dritten Akt und einer Auflösung mit Wendung, diese Geschichte findet aber in der Phantasie statt. In dieser Phantasie in dieser Dystopie stellte sich die Frage, deren Beantwortung jedem klar war, wie konnte so etwas Harmloses wie Swooshen so gefährlich werden? Man schwebt. Man bewegt sich fort. Es kostet keine Mühe. Man legt lange Strecken zurück. Man kommt ausgeruht an. Man tut nichts Schlimmes. Man stört niemanden. Man stört niemanden. 

Und das - in dieser Phantasie dieser Dystopie -, man stört niemanden, war schon Grund genug, es zu bekämpfen. 


Denn, es störte doch.






*





Dienstag, 1. September 2026

Meine Karriere als Loverboy hatte gerade richtig Fahrt aufgenommen, als...

 


Corinna.





Corinna trug mich auf Schultern. Nein. Das stimmte nicht. Sie trug mich auf einer Schulter, auf der linken. 

Zuerst schauten die Leute noch: Im Supermarkt, an der Kasse, im Bus, im Mittelstand, beim Arzt, im Wartezimmer, auf dem Amt, im Gang. Aber schnell schauten sie auch wieder auf ihre Belange: Auf ihren Einkaufswagen, im Supermarkt, auf ihr Spiegelbild im Fenster, im Bus, auf ihre Gesundheitskarte, beim Arzt, auf ihre Zettel, auf dem Amt. Corinna trug mich überall hin. Ich bin Deniz. Ich bin Loverboy.

Als Loverboy hatte ich viel zu tun:    . 

Corinna trug mich einmal ins Schwimmbad. Das Wasser stand ihr bis zum Hals. Im Becken. Aber ich konnte mich gut auf ihrer linken Schulter sonnen. Die Abkühlung tat ihr gut. Corinna redet nicht viel. Ich rede viel. Corinna kann nicht gut hören. Dann rede ich nicht mehr viel. Corinna hatte viele Namen: Corinna. Beate. Samira. Maike. Kathrin. Gül. Raena. Yara. Saskia. Mara. Teana. Corinna. Corinna. Beate. Samira. Maike. Kathrin. Gül. Raena. Yara. Saskia. Mara. Teana. Corinna. Corinna. Beate. Samira. Maike. Kathrin. Gül. Raena. Yara. Saskia. Mara. Teana. Corinna. Ich bin Deniz. Meine Karriere als Loverboy hatte gerade richtig Fahrt aufgenommen, als. 

Ich rede nicht viel über meine Arbeit. Aber ich erinnere mich noch, wie Corinna zitterte. Ich spürte es auf ihrer linken Schulter. Ich habe einen Chef. Und ich spürte seine Ohrfeige. Ich gebe mir jetzt mehr Mühe. Karin trug mich auf ihren Schultern. Nein. Das stimmte nicht. Sie trug mich auf einer Schulter. Auf der linken. Ich bin Deniz. Ich rede viel. Ich gebe mir mehr Mühe. Dann rede ich nicht mehr viel.







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Sonntag, 30. August 2026

Seichte Beichte.

 


Der Vorteil, alles immer durch grüne Augen zu sehen: Die Ampeln stehen immer auf Grün.
Der Nachteil, alles immer durch grüne Augen zu sehen: Die Ampeln stehen immer auf Grün.





Weil ich gewitzt bin, nur Bauernschläue fehlt mir - und zur Bauernschläue das dazugehörige Geld, und fette Kühe und Säue -, habe ich mir vor 10 Jahren mal einen Spaß mit zwei impertinenten Promis auf Twitter erlaubt - ich bin scheu, aber nicht schüchtern -, Promis, die so gütig und gut sind, daß sie zuu gütig und gut schienen, als daß sie jemals Güte und Gute erfahren hätten, geschweige denn gegeben, wenn es ihnen nicht nützt, was mich reizt, mich, einem Burschen aus dem Pöbel - der ein bißchen gewitzt sein kann, um es ungewitzten Eingebildeten heimzuzahlen, stellvertretend für all ihre Opfer, die sie mit ihrer Borniertheit geschaffen haben beim einfachen Volk, all die Verletzungen, oder der unerträglichen Langeweile, die sie verbreiten, was das Schlimmste scheint -, habe einen Test mit ihnen gemacht, ob und wie sie reagieren, und wenn sie nicht reagieren oder reagieren, was das mit ihnen macht. 

Promis sind einfache Gemüter, nicht so komplexe und komplizierte Gemüter, wie einfache Menschen wie Du und ich, Promis sind den ganzen Tag heimlich online, sie lassen sich das aber nicht anmerken, sie mischen sich unter den Pöbel, es erinnert sie wohl daran, daß da mehr Leben ist als bei ihresgleichen, es erinnert sie daran, daß sie auch mal gelebt haben, bevor sie Promis wurden, diese besagten, impertinenten Promis habe ich also, ich hatte damals noch einen Twitter-Account - schon seit Langem habe ich keinen genutzten Account, kein Instagram oder sonstwas - ganz offen getaggt, Tweets voller Liebesbekundungen, nur ein paar wenige und alle auf einmal rausgeschossen, nicht zu viele, aber viele genug, damit sie für sie sichtbar werden, und dann nie wieder - wie gesagt, Promis können nicht anders, als online zu sein, dessen sollte man mal untersucht wissen, wenn Promis nur nicht so erbärmlich langweilig wären -, kurz: Der eine Promi hat nicht reagiert - und dadurch reagiert. Der andere Promi hat reagiert - genau, wie ich den ersten Promi schon eingeschätzt hatte. Ich hatte auf meinem damaligen Twitter-Account diese Seite hier verlinkt. Was ich nicht mehr mache, nirgends: Wer diese Seite hier findet, findet sie, weil man darüber stolpert - oder sie empfohlen wird, aus was für immer auch Gründen, oder aus verständlichen Gründen, hier wird einem nichts verkauft, hier kann man sich umschauen, blättern und stöbern, und wieder verschwinden, als wäre man nie hier gewesen. Und was war jetzt mit den impertinenten, zwei Promis? Hab' ich schon vergessen, nichts von Belang. Aber manchmal stelle ich mir vor, sie hätten all die Jahre hier heimlich gelesen, nach 10 Jahren noch! Und dann wäre das Experiment aufgegangen. Und sie hätten den Test nicht bestanden. 

Ich weiß, Hochmut kommt vor dem Fall, aber ich bin schon so oft gefallen und ich sag' immer, beim Hinfallen den Boden umarmen nicht vergessen. Ich weiß nicht mehr, ob das von mir ist, oder, ob ich das vor Jahrhunderten mal gelesen habe. Aber nach 10 Jahren kann ich mal hochmütig sein. Nur ein klitze-kleines, winziges bißchen. Man begehrt, was man sieht. Und verbrennt an dem, was man nicht haben kann. Besonders, die, die alles haben können. Ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich werde immer auf Seiten der kleinen Leute stehen. Ich besitze ein kleines Talent, dafür setze ich es gerne ein. Es nutzt mir nichts. Das ist mir wichtig. Aber es bereitet mir eine diebische Freude. Ansonsten bin ich ein netter Mensch. Hihihi. Menschen haben mit mir Erfahrungen gemacht, das müssen nicht immer schlechte gewesen sein, das müssen nicht immer gute gewesen sein.

Ich bin echt.

Und, wenn es nicht so ist, und sie hier gar nicht lesen, dann lesen sie das hier ja auch gar nicht, hahahaha.

Noch besser. Das hier ist für echte Menschen. Und die liebsten Leser sind mir sowieso die, die wieder gehen.



Das Lesen hier ist kostenlos.

Aber es hat seinen Preis.

Keine gekauften Gefühle. 

Aber teuer bezahlt.

Die Seele, die Du verkaufst, könnte meine sein. 

Also handele nicht mit ihr.



No Refunds!







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Samstag, 29. August 2026

Verrückt, aber schön: Ashenputtel.

 


"Kiss my Ash.", auch von ihr.




Ash Callaghan - oder Ashleigh Callaghan, um Dich geleich abzutörnen - ist klinisch verrückt. Soweit, so gut. Clinically Insane, sagt sie selber. Ash Callaghan - die Erfinderin der "Ashthetics" - meint, "You can't eat an ice cream, when you're burning in hell.", das ist gut! Ist man dort doch mit anderem beschäftigt. Besonders, wenn man auf der  anderen Seite der Höllenbewohner steht, und für Eis jetzt keine Zeit hat. Ash - Ashenputtel, wie ich sie nenne - ist eine Youtuberin,  Instagramerin, TikTokerin, Engländerin, ein hübsches, junges Mädchen, magersüchtig, schön wie ein Model, das sich häßlich macht, überklug. Zu klug, zu hübsch, zu mit sich selbst beschäftigt, zu zu, 18 Stunden am Tag online. Das Mädchen hat schwere Probleme. Soweit, so gut.
 
Youtube und Instagram und Tiktok ist gemacht für Menschen, die schwere Probleme haben, das macht sie anziehend, das macht sie beschäftigend, das heilt sie aber nicht, sie haben immer noch schwere Probleme. Was mich nicht die Bohne interessiert. Ash hat was, was man in Deutschelande nicht sieht -auch wenn sie es immer behaupten, oder, wir sind in Deutscheland: Behaupten lassen - Ash hat was, was Du nicht hast, ich auch nicht: Sie ist lustig! Hauptsächlich redet sie wie ein Wasserfall über Dinge, die mich nicht interessieren: Über Fashion. Ihre Karriere als Ärztin auf der Medical School mußte sie aufgeben, weil sie zwangseingewiesen wurde. Nach ihrer Lobotomy, wie sie sagt, geht es jetzt wieder weiter im Schedule auf Youtube. Es war nur Vacation nach einem schwerem Job, einem proper Job, den sie nicht hat. In einem Kommentar unter einem ihrer Videos steht sinngemäß das, was jeder Mann sofort denkt: Ash ist das Mädchen aus den Hollywoodfilmen, die, wenn sie ihre beknackte Brille abnimmt und ihren Ponytail öffnet, zum Supermodel wird. Macht sie aber nicht, sie will häßlich sein. Sie will das häßliche Entlein sein. Natürlich weiß sie, daß sie bildhübsch ist. Und sie ist lustig. Ihre 98,5 % weiblichen Youtube-Zuschauer wissen das. Der Critical Drinker hat 95 % männliche Zuschauer. Wenn Du also keinen deutschen Schrott mehr sehen willst, mit immer denselben Slopmenschen, Schrottmenschen, Wichtigtuern, schau' Dir Ash an, die ist wirklich klug. Und schau' Dir den Critical Drinker an. Der ist Schotte. Vielleicht kommen Ash und der Critical Drinker, Will Jordan, ja zusammen. Das würde knallen! Sie würden sich hassen! Hahaha. Geil! Ich würd's mir anschauen. Das wäre wirklich wie bei Ashenputtel. Happy End nicht ausgeschlossen. Die Briten sind der Grund, warum man kluge Menschen wie Dich und mich erfunden hat, um darüber zu schreiben, und Dich, um darüber zu lesen. Hehehehe.



Selbst das nicht mehr!








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Dienstag, 11. August 2026

Sterbende Pferde sollte man nicht besteigen.

 


Yoshitomo Nara - "Knife Behind Back". Messer hinterm Rücken. 26 Millionen Dollar.
Hinter Gittern.






So, 16:54 Uhr, hab' die Kleine endlich hinter Gitter gebracht. Da gehört sie hin. Kein Mitleid, die Kleine ist eine Krimminelle. Hab' "Krimminelle" falsch geschrieben. Mit zwei M. Ich find's so schöner! Hahaha! Die Wärter trauen sich noch nicht, ihr das Messerchen abzunehmen, aber warte ab, kommt noch! Dann wird ihr noch das Nicht-Lächeln vergehen! Und während ich noch überlege, wie lange sie wohl sitzen müßte, packe ich die Spray-Dose mit grauer Farbe wieder ein, verstaue sie im Rucksack, gehe unaufgeregt am Wächter im nächsten Raum vorbei, der nichts bemerkt hatte, und verließ das Museum wieder so, wie ich es betreten hatte, durch den Vordereingang.

"26 Millionen Dollar", pfiff ich Luft durch die Zähne. "Für'n Arsch!"
"Sollen sie mir mal 26 Millionen zahlen. Dann kritzel' ich ihnen was auf den Arsch."

Yoshitomo Nara prangte da. Life - But Childish. Auf dem Museumsbanner.

Die Bushaltestelle war nicht weit, ich kam noch wütend an, was mich freute, da kamen zwei Pferde mit Reiterinnen die Straße lang. "Sucht euch eine Weide!", schrie ich sie an. 
Schrie ich sie in Gedanken an. Braucht' keiner wissen, was ich so denke. Was ich so in mein Gehirn schreie. Während ich auf den Bus warte und Passanten checke. Schon sicher nicht auf der Straße. Wenn ich draußen bin. Wenn ich schon mal draußen bin. Sollten sich andere darüber freuen! Da brach das Pferd zusammen. Das Vordere. Die Reiterin fing den Sturz ab und landete auf verdrehten Beinen in Reiterhosen. Deshalb diese Hosen. Sie rissen auch nicht, auch nicht bei einem Sturz. Wer wollte sich schon eine Blöße geben. Beim Sterben. Beim Nichtsterben. Bei schlanken Beinen.

Ich kramte in meinem Rucksack, wühlte mein Notizbuch raus, was ich für solche Fälle dabeihatte, Spray-Dose brauche ich grad' nicht, die anderen Dinge erwähne ich nicht, und notierte mit Stift, den ich erst zum Propeller zwischen meinen Fingern machte:

Pferd gestorben. Auf der Straße. Doof, daß das Pferd dem Schlachter nicht mehr entgegenlaufen kann. Hoffentlich muß der Bus nicht warten. Punkt. Punkt unterstrichen. Ist wohl Tierwoche.

Darüber stand noch, bei einem vorherigen Eintrag:

"Die Kritiker der Elche sind selber welche." Von wem das ist, weiß ich nicht. Aber ich schreibe:

Die Elche, welche Kritiker sind, sind niemals welche. Schon gar nicht Elche.

Daher Tierwoche. Dann klappte ich das Notizbüchlein wieder zu, propellerte den Stift zwischen den Fingern, ließ ihn verschwinden, so, wie ich ihn herzauberte, aus dem Nichts, Büchlein in den Rucksack, zu, und wieder Rucksack auf den Schultern.

Der Bus kam. "Verknödelt Euch endlich!", schrie ich die aufgelösten Reiterinnen an. Die Zweite versuchte, ihr Pferd im Zaum zu halten,  es stieg auf. Und ab. Und auf. Es hatte wohl einen Freund verloren. Oder ahnte ähnliches Schicksal. Was noch schlimmer war. Zu wissen, daß es treffen könnte. Lieber dann den Freund. Vermissen. Kann man immer noch. 
"Verrührt Euren Quark woanders! Der Bus kommt!",  schrie ich. Wieder nur ins Gehirn. Kein Laut von mir, kein Mieps. Nur sorgenvolles Gesicht als Miene, falls eine der Reiterinnen kurz in meines blicken sollte. Ich war Mitgefühl. Mein zweiter Name.

Der Bus schaffte es doch irgendwie, mich aufzulesen. Was man alles erlebt in dieser Stadt.

"Yoshitomo Nara. 26 Millionen Dollar. Für den Arsch."


Mein Ticket war noch für den ganzen Tag gültig. Freude ist nur die Abwesenheit von Glück.

Zum Glück hab' ich den Bus nicht verpaßt. Zum Glück für den Bus. Und zur Freude für mich.


Dafür die Drücker. 



Den nächsten Halt wähle ich. 










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Montag, 10. August 2026

Female Fatigue.

 


Die Zeit-um von gestern.






So, 17:45 Uhr, und die Bord-Zeitung der Titanic "Die Zeit-um" so: "Gerüchte über eine Kollision mit einem Eisberg sind rassistisch!". Oder: "Verschwörungstheorie über Kollision mit einem Eisberg". Oder: "Fake-News über Kollision mit einem Eisberg". Oder Analyse: "Warum Eisberge misogyn sind -und was man dagegen jetzt tun kann".

18:13 Uhr, früher schruben sie bei Twitter, um bekannt zu werden. Heute schreiben sie für "Die Zeit-um", um entkannt zu werden. Ich gucke Youtube. Aber ab und zu gucke ich Instagram, um die Lobby zu checken. Die übliche Instagram-Seite auf dem Laptop sieht so aus: Oben links ist das Cover des neuen oder ersten Buchs. Dann sind Mug-Shots, also Fressebilder der Autoren rechts und darunter angeordnet. Die Autoren schruben alle bei Twitter, bevor es X wurde. Zeitungen haben dann die Twitter-Autoren eingestellt, um Artikel so zu schreiben, wie sie auf Twitter schreiben, dann haben Verlage die von Zeitungen eingestellten Twitter-Autoren eingestellt und beauftragt, Bücher so zu schreiben, wie sie auf Twitter schreiben. Dann haben die Twitter-Autoren auf ihrer Instagram-Seite ihre neu-geilen Cover nach oben links gesetzt, in den Kommentaren Shills, also bezahlte oder unbezahlte Lobhudler, die jeden Schrott und Slop verteidigen, weil sie ihn verteidigen müssen, oder die Autorin bumsen wollen. Dann haben Instagram-Stalker nicht mehr die Instagram-Seiten der Twitter-, Zeitungs-, Verlags-Autoren geguckt, weil immer das gleiche Gebumse, dann sind Instagram-Autoren zu Youtube gegangen, weil sie durch Klicks gefickt werden wollen, weil das geguckt wird, sind aber entsetzt, daß sie keine Klicks haben, und ungebumst bleiben, obwohl sie die Geilsten sind. Dann sind Zeitungen zu Youtube gegangen, weil das geguckt wird, dann ist das Staatsfernsehen zu Youtube gegangen, weil das geguckt wird, geguckt werden aber nur Clan-Krimminelle (Spiegel), Handwerker, Tiny Haus und Wohnen (Staatsfernsehen) und Internet-Slop (Die Zeit). All die schönen Instagram-Autoren, die sich "Schriftsteller" nennen lassen, aber lieber Millionärs-Wives wären, werden nicht auf Youtube geglotzt. Hemingway und Thomas Mann waren Schriftsteller. Nicht Deine übliche Zeitungs-, Fernsehns-, Verlags- und Buch-Hure.

Zeitung. Mit der Zeit stehengeblieben. Um Zeit abzusitzen. Zeit verschwenden. Zeit um.

Die far-left-e Zeitung "Die Zeit-um" - nicht zu verwechseln mit der Zeitung "Die Zeit", um sie nicht mit der "Zeit-um" zu verwechseln, die ist nie um, die Zeit, außer in einem Schwarzen Loch, dann ist "Die Zeit" um, wie bei der "Zeit-um", ob far-left oder Left Over, drum gehe nie alleine in ein Schwarzes Loch, nimm einen Beobachter mit, der verändert durch das Beobachten das Geschehen-Sehende, sonst ist auch Deine Zeit um, sei's drum - hat ja eine Paywall, eine Mauer. Sie haben sich eingeschlossen. Es ist eine Gefängniszeitung. Nur die Gefängnisinsassen können sie lesen. Mit strengen Gefängnisregeln. Und kleinen, heimlichen Phluchten der Insassen. Draußen liest sie keiner, der nicht ins Gefängnis will. Daher berichten auch andere Zeit-ummen, die man in Freiheit lesen kann - wohl, weil sie wohl nichts anderes zu tun haben, oder doch Nägel schneiden für den Badesee? -, auch über Artikel, die im Gefängnis innen drinnen erschienen sind. Die kleinen, heimlichen Phluchten finden im Geheimen statt. Kleine, beschriebene Papierröllchen werden nach draußen geschmuggelt. Jede Revolution fängt mit einem Lächeln an. Gefängniswärter werden angelächelt. "Nein. Alles gut.", sagt man freundlich. Und lächelt. Bis zum nächsten Aufschluß. Nun, wie dem auch sei. Sie berichten drüber. Sonst wüßte man nichts von ihr. Das ist schon meta. Sonst würde niemand erfahren, was da drinnen vor sich geht, was da besprochen wird. Gruselig ist, wenn eine Gefängniszeitung über eine andere Gefängniszeitung schreibt. Das ist meta-meta-gaga. Es schreiben Zeit-ummen über andere Zeit-ummen, und die schreiben wieder über die erste Zeit-um. So geht das hin und her. Manchmal berichten sie über Gefangenenaustausch. Dann wechselt ein Gefängnisinsasse von einer Gefängniszeitung zur anderen Gefängniszeitung in einem anderen Gefängnis. Dann sind sie auf Transport. Keine Sau interessiert das. Keiner liest mehr Zeitverschwendungen. Keiner liest mehr Zeitungen. Zeit um. Wenn, dann liest man kleine, beschriebene Papierröllchen. Heimliche Phluchten. Heimliches Auflachen. Heimliches Freu-hehe-en. Ansonsten: Heute findet sowieso alles auf Youtube statt. Findest Du nicht auf Youtube statt und hast Klicks, findest Du nicht statt.

Was ich so auf Youtube gucke: So, 05:14 Uhr, sehe gerade eine Doku über Sophie Taeuber-Arp von 2013, die Frauen vor 13 Jahren waren freundlicher, was ist passiert? Gucke jetzt eine Kunstdoku über die Neue Leipziger Schule. So, 00:08 Uhr, immer noch Doku Neue Leipziger Schule, da gerade ein gutes, angeblich afrikanisches Sprichwort "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." Warum bin ich nicht darauf gekommen? Und die Bäume haben alle ihre Blätter, schön! Die Blätter haben all ihre Bäume. Noch schöner. Fällt mir gerade ein, zum Sommer vorm Fenster. Baden auch schön. Ich schreibe ja Tagebuch. So, 01:42 Uhr, gerade eine Doku über Max Beckmann gesehen, den Maler, es sind immer die phantasielosesten, kreativlosesten Menschen, die in Museen arbeiten, mit durchgeknallten Frisuren und grellem Lippenstift. Man möchte sie, vom Maler abstrakt bemalen lassen. So, 23:55 Uhr, Neo-Rauch-Doku, Leipzig ist seine Heimat, ich bin nicht in meiner Heimat, (Frauenname) ist meine Heimat. So, 23:37 Uhr, gucke eine Doku über Gerhard Richter von 1992, damals war er 60 Jahre alt, da sieht man ihn auch malen, die richtigen Bilder, gut. Alle Maler und Bildhauer, die ich mir ansehe, haben das Malen gelernt. Sie haben es ge-lernt. Wie ein Bäcker oder Metzger oder Fleischer. Durchs Bäckern, durchs Metzgern, durchs Fleischern. Ich habe das Schreiben gelernt - das sage ich ganz selbstbewußt - durch das Schreiben, das Bäckern, das Metzgern, das Fleischern eines Romans, 8 Stunden am Tag, eher in der Nacht, 5 Jahre lang, 5 Nächte die Woche, 1.255 Seiten. Versteckt, wie "Hallo" ist das Pfandleihhaus des "Aufwiedersehn". Und schön. Und schrecklich. Und dann kommt noch Biographie dazu. Und (Frauenname). Hab' spät angefangen. Mit 32. Ich wollte ein Buch schreiben, und hab' es getan. Ich hab' damit alles gesagt, mit dem Buch, was ich zu sagen hatte. Jetzt schreibe ich nur noch im Liegen, links seitlich liegend im Bett, schön gemütlich, das hier alles, all die Miniaturen des Absurden, all die Geschichten, all die Aufbegehrungen, sind nur mehr Gemurmel vor dem Einschlafen. Es sollen keine schlimmen Träume werden. Werden sie aber. Es sind diejenigen, denen man es nicht zutraut, die Dinge können, die andere für sich behaupten. Solange sie Biographie haben, können sie für sich etwas erschaffen, was anderen mißlingt, die es wollen, um es anderen zu verkaufen. Und ich habe das Schreiben gelernt, als Kind, durch ein Buch "Wie schreibt man einen Brief", Anschrift, Adressat, "Sehr geehrte Damen und Herren, ...", was ich durch Neugier gelesen habe, ohne, daß mich jemand gezwungen hätte. Es war einfach da. Und ich war da. Und ich habe das Schreiben gelernt, dadurch, daß ich nichts geschrieben habe - das waren meine besten Geschichten - und dadurch, daß ich nicht gelesen  werden muß - das waren meine besten Leser. Und schon immer nicht gelesen wurde. Hab's trotzdem gemacht. Ich schreibe nur für mich, dadurch habe ich das Schreiben über mich gelernt. Und - man muß Sachen von sich preisgeben - dadurch lernt man das Schreiben über andere. Sonst ist man nicht echt. 23:47 Uhr, Gerhard Richter beim Malen eines abstrakten Bildes mit Rakel, Sprecher: "Manches Zwischenstadium wirkt verführerisch, aber es hält nicht lange." Das ist gut. 23:57 Uhr, in der Gerhard-Richter-Doku wird behauptet: "Kunst ist die höchste Form der Hoffnung." Das sehe ich nicht so. Beifall ist die höchste Form der Verachtung, habe ich mal geschrieben, fällt mir gerade ein. So, 02:02 Uhr, man muß sich auch wieder eine gewisse Naivität erarbeiten, dann lebt man besser und länger, nehme ich mir vor. Thomas Schütte, Stephan Balkenhol, beides Bildhauer, gut. Und Autos und Möbel und The Critical Drinker gehen immer auf Youtube. Die Titanic ist auch ein Gefängnis. Manche konnten ausbrechen. Manche lesen noch die Zeitung an Bord. Manche wollen noch zuende lesen. Lesende sollte man nicht aufhalten. Mehr Platz dann in den Rettungsbooten.

Papierboote.

Nur. Woher all die Papier-Rettungsboote nehmen?


Habe ich letztens gelesen: "Hund gibt Frau ins Tierheim - zu wenig Gassi". 

War wohl Female Fatigue.


Stimmt gar nicht. Habe ich mir ausgedacht. Ich lese gar nicht. 

Steht aber jetzt so in der Zeit-um.









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Donnerstag, 6. August 2026

Hanne auf dem Mond.

 


Der Mond.




Hanne hatte ein kleines Häuschen auf dem Mond. Sie fegte den Mondstaub vor der Tür. Klopfte den Fußabtreter aus. Sie kam mit einer kleinen Rakete freitags angeflogen und blieb übers Wochenende. Sie goß gerade die Geranien vor den Fenstern, als... 

...als eine Frachtrakete angeflogen kam. Sie landete direkt neben Hannes Häuschen und entlud ein anderes Häuschen, das stand nun direkt neben Hannes Häuschen, wohl, damit es nicht so einsam war. Häuschen und Häuschen macht schon mal aus keinem Haus ein Haus. Hanne ging vor die Tür, besah den Schlimassel, streckte die Arme aus, hielt sie vor dem anderen Häuschen, als wollte sie so das Häuschen, das nicht anders war, als ihres, mit den Händen greifen und ein Stück zur Seite versetzen. Was aber mißlang, die Hände steckte sie dann in die Hüfte. Sie ging wieder rein. Nach dem Wochenende flog sie mit ihrer kleinen Rakete wieder weg. Am nächsten Freitag, zum Wochenende, kam sie wieder. Sie sah, daß ein Rollrasenteppich vor dem anderen Häuschen ausgelegt war, in den Fenstern hingen Blumenkästen, auch die hatten jetzt Geranien. Hanne verschwand in ihrem Häuschen, lüftete und tat dann das Wochenende über nichts weiter. Am Montag flog sie wieder heim. 

Am nächsten Wochenende kam sie wieder, wieder freitags, sie sah jetzt Kinder, es waren wohl an die drei, vor dem anderen Häuschen spielen, ein Ball rollte, Hanne ging ins Häuschen, sie lüftete. Hanne verbrachte das Wochenende mit nichts, sie saß am Fenster in ihrem Sessel, ab und zu schaute sie heraus, beobachtete die Kinder vor dem anderen Häuschen, setzte sich wieder in ihren Papa-Bear-Sessel und schlug ihr Buch auf, blätterte ein paar Seiten vor, weil das Kapitel langweilig war und setzte beim neuen Kapitel mit dem Lesen wieder an. Am Montag flog sie wieder mit ihrer kleinen Rakete heim. Am nächsten Freitag kam sie wieder. Die Kinder spielten vor dem anderen Häuschen, jetzt waren es vier, eine Freundin war wohl zu Besuch. Hanne ging zu ihrer Tür, sie stoppte, auf dem Fußabtreter lag ein kleines, rosa Paket mit roter Schleife. Hanne nahm es auf, nahm es mit herein, kam kurze Zeit später wieder raus, sie hatte ihre Schürze an und den Besen in der Hand und fegte den Mondstaub vor ihrer Tür. Dann klopfte sie den Fußabtreter aus. Hanne verbrachte das Wochenende mit nichts, sie saß in ihrem Sessel am Fenster, las ihr Buch, blätterte wieder ein Kapitel vor, weil auch dieses langweilig war und setzte im nächsten Kapitel an. Die Kinder lachten, Hanne sah ab und zu aus dem Fenster und beobachtete sie. Irgendwann liefen sie ins Haus, es gab wohl Abendbrot. Auf Hannes Sesseltischchen lag das rosa Paket mit roter Schleife, sie besah es, dann öffnete sie es. Darin war ein Törtchen. Hanne holte eine Kuchengabel aus der Küche, setzte sich wieder in ihren Sessel und aß das Törtchen, langsam, weil es lecker war, und geschenkt, dadurch noch langsamerer, am Ende leckte sie die Kuchengabel ab. Dann nahm sie ihr Buch wieder zur Hand, suchte ihre Lesebrille, fand sie auf der Nase und blätterte einige Seiten vor, weil das Kapitel langweilig war und setzte an späterer Stelle wieder an. Es war ein dickes Buch, es war schwanger, und wie bei jeder Schwangerschaft, bei der man etwas zunahm, nahm das Buch auch ab, mit den noch restlichen Seiten, die sie übersprang, oder las. 

Am Montag flog Hanne nicht mit ihrer kleinen Rakete heim, sie hatte Urlaub und blieb die ganze Woche. Hanne ging früh ins Bett, sie hatte ein Einzelbett, und es sah aus, wie das Zimmer von van Gogh. Sie hatte sogar ein Bild von dem Zimmer von van Gogh mit dem Einzelbett in ihrem Zimmer mit Einzelbett. Hanne schlief lange aus. Ein neuer Tag. Hanne goß die Geranien. Der Mond war rund, so schien es ihm lieber, sie frühstückte in der Stube, dann packte sie ihre Sonnenliege, stöhnte sie durch die Tür und stellte sie vor dem Haus auf. Sie stellte noch einen Hocker daneben, darauf ein Glas frischgepresster Orangensaft mit zwei Eiswürfel, irgendwo hatte sie noch einen  Sonnenschirm, der war gelb und orange, wie der Orangensaft und dann ihre Zunge nach einem kräftigen Schluck, lag endlich und zupfte ihren Tankini zurecht. Das schwangere Buch hatte sie zur Hand, die Füße hoch, noch die letzten Seiten. Drei Seiten vor Schluß schlug sie das Buch wieder zu, so machte sie das immer, sie wollte nicht wissen, wie es ausgeht. Vor einer Geburt wollte man ja auch nicht wissen, wie es ausgeht. Das Buch legte sie auf den Hocker, dann machte sie die Augen zu. Sie wird sich ein neues besorgen. Hanne schlief den Mittag über, wachte dann auf, suchte ihre Lesebrille, fand sie in den Haaren vor. Irgendwann kam ein Mädchen aus dem anderen Haus, es ging auf Hanne zu. Hanne dann bemerkte erst, daß ein Junge, alt genug, zu stehen, neben ihrer Liege stand. Der hatte Augen. Groß, wie sie bei Kindern sind, die nichts oder alles sahen, und gerne standen. Das Mädchen holte den Jungen an der Hand und zog ihn zum Sandkasten vor dem anderen Haus, der neu errichtet war, ein Eimer, eine Schaufel, gelber Sand, mehr brauchte es nicht, jeden Streit zu schlichten, oder zu entfachen. Hanne klappte ihre Liege wieder zu, packte den Sonnenschirm, der paßte so nicht durch die Tür, er blieb davor, sie kam wieder aus dem Haus, holte Hocker, gebärtes Buch und Orangenglas, brachte alles rein, dann zog sie sich ihre Schürze um, noch im Tankini. Hanne ließ das Radio laufen, dann tüdelte sie rum. 

Am Samstag kam eine gelbe Schulbusrakete und holte die Große ab, sie wurde eingeschult. Hanne sah noch Rock und Hose der Eltern und Rock und Hose der Großeltern, bis alle in die Schulbusrakete stiegen. Eins, zwei, drei Kinder, auch die Schultüte hatte die Form einer Rakete, war aber rot und weiß, und die Größe einer Kleinen. Hannes Urlaub war fast gänzlich rum. Hanne nahm sich vor, gelassen zu bleiben. Sie wollte nicht wissen, wie es ausgeht, wie bei einem schwangeren Buch, wie bei einer schwangeren Geburt, wie mit ihren neuen Nachbarn auf dem Mond.


Hanne hatte ein kleines Häuschen auf dem Mond. Hanne bestieg ihre Rakete am Montag und zischte los.







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Mittwoch, 5. August 2026

Die Luft, die ich draußen schnappe, atme ich Zuhause ein. Nachdem ich sie vorher in den Kühlschrank legte. Von Vorgestern war noch welche da, heute kam ich keuchend wieder. Nicht überlegen, gleich alle auf einmal.

 

So, 09:04 Uhr, ich hob die Straße an, als wäre es eine Decke, bekam sie gleich an der Zipfelecke zu fassen und schlug sie um. Das Auto an der Seite war auch nur bedruckter Stoff, ich machte gleich mit dem Bürgersteig weiter. Ich hatte also die ganze Straße von den Decken befreit, darunter kam Fell zum Vorschein. Es sank und hob sich. Die Erde lebte. Streicheln wollte ich. Ich stand auf dem Körper. Brauche es niemandem zu sagen: Die Erde ist ein Tier, die ganze Kugel. Warum steht das nicht in einem Buch? Bücher sind nicht gefährlich, Menschen sind gefährlich. Wissen ist gefährlich. Ich schlug die Straße wieder um, das Auto, den Bürgersteig. Alles war, wie vorher. Der Verkehr rollte. Brauchte keiner wissen. Ich rannte, denke ich, um mein Leben, um es lieb zu haben. 




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Freitag, 26. Juni 2026

Wer wie frei ist, darüber entscheidet die Höhe der Mauer, die man anstarrt. Wer sie lange anstarrt, ist es schon mal nicht. Egal, wie hoch sie ist.

 


Wenn Autorinnen kein Geld für die Bahn haben, sollten sie Rolls-Royce fahren.




Die langweiligsten Geschichten sind die Geschichten über Autoren, Autoren sind langweilig, die Geschichten über sie sind langweilig, Literatur ist langweilig, langweilig ist langweilig. Also ein guter Grund für mich, sie zu erzählen.

So, 18:25 Uhr, es gibt ja Autoren, eher Autorinnen, die für's Atmen bezahlt werden wollen, also fürs Einatmen wollen sie bezahlt werden und für's Ausatmen wollen sie bezahlt werden, nochmal für's Einatmen und nochmal für's Ausatmen. Paketzusteller werden meines Erachtens dringend gesucht, sie können ja die Bücher, die sie als Autoren schreiben, gleich bezahlt zustellen und können dann ihr "Schriftstellersein" dadurch gleich bestreiten. Ich fürchte, sie wollen dies aber nicht, sie wollen für ihre schiere Existenz bezahlt werden, also auch für Interviews, die sie in eigener Sache geben, um bekannt zu werden. Sachen gibt's. Sie wollen sogar für Lesungen bezahlt werden ihrer eigenen Bücher, Lesungen, die eine Werbeveranstaltung für ihre eigenen Bücher sind, dafür wollen sie auch bezahlt werden, haha.

Man könnte meinen, bei Tausenden Schreibern, die noch nie einen Verlag, einen Vorschuß und einen Vertrieb für ihr Schreiben bekommen haben, regt sich der Mund, der einem am nächsten ist, zum Auflachen an, eher zum Auslachen. Keiner braucht mehr Literatur, umso mehr schreiben, keiner liest mehr, umso mehr schreiben, man guckt Podcasts oder hört Hörbücher auf Youtube, guckt den Critical Drinker, sowieso findet heutzutage alles auf Youtube statt, findest Du nicht auf Youtube statt und hast Klicks, findest Du nicht statt. Das kommt mir zupaß, will ich doch nicht stattfinden. Ich schreibe nur für mich, zeige das Geschriebene aber stolz her und hier, wie ein Kind, das ein Bild malt und es seiner Mama zeigt. Du bist meine Mama. Ich bin noch nie für's Schreiben bezahlt worden. Und dennoch finden immer wieder Menschen - Mamas - diese versteckte Seite im Internet, sie lesen. Vielleicht, weil es gut ist. Vielleicht, weil sie überrascht sind. Vielleicht, weil sie eben versteckt ist. Vielleicht, weil man das Bedürfnis zu lesen hat, wenn einem danach ist, man aber nicht auf andere vertraut, die einem selbst nicht dran glaubend sagen, man habe jetzt das und jenes Buch zu lesen, und ist immer wieder enttäuscht, daß das Lob nicht dem Inhalt entspricht, nur, weil es in komischen Zeitungen steht, die auch keiner mehr liest, von Menschen geschrieben, denen man, begegnete man ihnen im Treppenhaus im eigenen Haus, auch nichts glaubte, nur weil sie die Klappe am weitesten aufreißen, während man nur in aller Ruhe zum Briefkasten runter gehen will, und auch sonst unsympathisch sind.

Alle paar Monate schreibe ich, Mama, ich dränge das niemandem auf, jeder kann selbst entscheiden, ob er das lesen will. Ich schreibe aber den ganzen Tag Tagebuch. Autoren hingegen drängen immer was auf. Autoren drängen. Autoren drängen immer was auf, was man nicht will. Sie drängen und dräuen, sie sind keine Menschen. Autoren sind keine Menschen, Menschen schalten auch aus. Autoren schalten immer an. Ich achte nicht auf Klicks, sind sie da, freue ich mich, nehme sie zur Kenntnis, mein Leben ändert sich dadurch nicht. Autoren hingegen wollen immer, daß sich ihr Leben ändert. Autoren achten auf Klicks. Autoren meinen immer, daß sich ihr Leben ändert. Autoren sind sehr langweilig. Autoren sind langweilige Klicks. Autoren sind nicht. Ob Dutzende oder Tausende Klicks im Monat, macht für mich keinen Unterschied. Ich freu mich auch so. Ich gucke auch nur alle paar Monate rein. Schreiben ändert einen Menschen nicht, wer gelesen werden will, das ändert einen Menschen. Ich muß nicht gelesen werden. Wenn, dann lese ich meine eigenen Sachen, das reicht mir schon. Es gibt so viel verlegte, schlechte Literatur, daß man meinen könnte, das sei Absicht: Gute Literatur ist gar nicht erwünscht. Die entblöst die handelnden Figuren. Ich selbst lese auch nicht, ich lese Youtube, man scrollt und scrollt, da liest sich schon viel zusammen, ohne überhaupt die Videos anzuklicken. Viele Bücher habe ich auch nicht gelesen, wer ein Buch liest, versperrt sich den Blick auf die Welt. Lesen macht dumm. Oder kennst Du kluge Bücherregale, Mama?

Ansonsten interessiere ich mich nur für Autos und Möbel. Ich interessiere mich nicht für Autorinnen, die sechs "Berufs"-Bezeichnungen im Namen tragen, Autorin, Podcasterin, Moderatorin, Schriftstellerin, Lyrikerin, Journalistin, die alle nur das eine ausdrücken: Daß sie quatschen. Es müßte verboten sein, daß Menschen schreiben, die keine Biographie haben, sie schreiben aber. Das sind die Menschen, die verlegt werden, die keiner liest, deren Bücher sich nicht verkaufen, die jammern, sie könnten nicht vom Buchverkauf, Lesung, Laberei leben. Das sind auch die, die unbedingt ihr Gelaber verkaufen wollen. Ohne je etwas gelebt zu haben. Es ist auch nicht mehr soo besonders, ein Buch geschrieben zu haben. Die schreiben auch nur für Literaturkritiker. Auch so eine "Berufs"-Bezeichnung, die es nicht gibt, keiner interessiert sich für die. Und die können auch nicht davon leben, haha.
 
Es war einmal eine Torte, deren Zwischenböden waren gebacken, die war lecker und sahnig, dann griffen sie alle zu, manche Finger mehr als dem Mund zustand, dann war die Torte weg, verzehrt und gegessen, kaum verdaut, aber satt im Magen, jetzt streiten sie um die Krümel, die Kleckse, das ist "Literaturbetrieb". Sie fangen an, die Pappe, auf dem die Torte präsentiert wurde, zu essen, sie tun so, als schmecke sie, man sieht sie zumindest noch kauen. Und das ist das Wichtige: So tun, als ob. Als ob alles in Ordnung wäre. Als ob die Literatur in Ordnung wäre, als ob die Freiheit in Ordnung wäre, als ob die Kunst in Ordnung wäre, als ob die Diener der Dinge in Ordnung wären. Sie kauen Pappe. Wichtig ist ihnen, daß man sie kauend sieht. Daß man sie für's Atmen bezahlt. Und daß sie ihre Triebe ausleben können. Antrieb ist nicht ein Trieb. Anspruch ist nicht ein Spruch. Einsatz ist nicht ein Satz. Autorinnen, mit der Zeit entwickeln die einen Größenwahn, sie meinen, man müßte sie für ihre schiere Existenz bezahlen. Und die zwei Autorinnen, die ich mal vor 10 Jahren ein bißchen gelesen haben, haben ihr Talent verloren. Von Schlüsseln kennt man das, die werden eher verlegt, aber Talent verlieren, wie geht das? Talent verlegen, kann ja sein, aber gleich verlieren? Muß am Für Geld schreiben liegen. Muß am Dann krieg' ich keines mehr liegen. Man könnte auch gleich aufhören, sie ganz zu bezahlen. Dann hätte man sich den Slop, den Fraß gespart. Und Existenz hat man selber. Das bißchen - dröge, krumme, karge - gesteht man sich kühn, keck und knackig ein. 

Ein Satz mit K am Ende mußte wirklich sein.







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