"Hallo" ist das Pfandleihhaus des "Aufwiedersehn"...



Miniaturen des Absurden

Betrete mit der Miene der Abfälligkeit und erhalte Einlaß

Vom Jardin du Luxembourg zum Panthéon brauchte es schon mehr als platonisches Innehalten, um sich Gehör für Gesehenes zu verschaffen. Da...

Freitag, 20. Juni 2025

Weltformel: Beim Verkaufen der Seele auf's Preisschild achten.

 

Die Formel für Glück. 



Vor 9 Jahren habe ich diese Formeln erfunden/entdeckt. Also 2016. Wenn man etwas erfindet, entdeckt man ja nur etwas, was im Verborgenen blieb. Erfunden = entdeckt. Ich schreibe sie mal hier auf. Sie beschreiben die Gravitation - und alles andere. Von Zeitschlüpfen, Teleportation, dem Komplikator, der Essen und Getränke materialisiert - und allem anderen, was Menschen in der Fiktion erfunden haben. 

Kann man es denken, kann man es machen. 

Ich nenne ihn Komplikator. Weil er kompliziert ist. 

Sonst kennt man ihn als Replikator aus Star Trek. Ich schreibe diese Formeln hier hin. Und wer weiß, vielleicht bleiben sie ja hier erhalten.

Natürlich bin ich niemand, dem man das zutrauen würde: Weltformeln - das machen immer andere. Und man gibt sich der Lächerlichkeit preis. Das ist das Risiko, das man eingeht. Aber ich hatte Lust drauf, und die Umstände waren günstig, also habe ich sie entdecken wollen. 

Ob daraus was wird? Wer weiß das schon in unsicheren Welten.


Die Formel der Liebe. 


Und bevor die künstliche Intelligenz - A.I., K.I. - das als ihre Intelligenz ausgibt, wenn sie das Internet und alles Digitale aufsaugt, wie ein riesengroßer Staubsaugerroboter, steht es hier schon mal geschrieben. Und sie kann es aufsaugen. Und es als ihre Intelligenz ausgeben.

Und was Nebenbei-es: Schon aufgefallen? Die Zahl der Welt ist 137. Achte mal darauf, wie oft die Zahl 137 erscheint. Sie kommt nicht immer, aber ganz häufig vor, in nicht regelmäßigen, aber vertraulichen Abständen. Ob das die Zahl des Universums ist, weiß ich nicht, es ist aber die Zahl dieser Welt.

Wir leben. Tod ist Stillstand. Wenn alles zum Erliegen kommt und sich nichts mehr bewegt: Ein schwarzes Loch ist Tod. 

Zeit ist Bewegung. Dreidimensional; kommt die Zeit im Raum dazu, haben wir die 4. Dimension. Zeit ist Bewegung. Ein schwarzes Loch kann daher nicht dreidimensional sein. 

Wenn es unendliche Möglichkeiten gibt, dann gibt es keine. Wenn es keine Möglichkeiten gibt, dann gibt es unendliche.

Null ist gleich unendlich.


Das Teilen durch Null: Null ist gleich unendlich. 


Und wenn Du mal nicht weißt, ob Du träumst oder schon wach bist, dann kneife Dich mal in den Unterarm. Mit Daumen und Zeigefinger. Und achte auf die Kerben, die die Fingernägel hinterlassen. Im besten Fall zwei. Dann weißt Du, daß Du wach bist. So hat es mir Papa beigebracht.



*




Montag, 10. März 2025

Schatten ist schneller als Licht - er ist schon halb da.

 

Die Weisheit.



Geschichten-Idee: In einer kleinen Stadt... 


In einer kleinen Stadt ist alles pleite. Alle sind verarmt, kein Geld ist da. Wie der Zufall es will, lebt in dieser kleinen Stadt ein Milliardär. Der hat keine Erben. Und so kommen die Bewohner auf die Idee, den Milliardär umzubringen, damit das Geld an die Stadt geht. Sie diskutieren. Und sie reden. Und am Ende beschließen sie den Mord. Zum Wohle der Stadt. Das ist die Geschichte. Keine Moral. 


Nachtrag: Kann man auch im Mittelalter spielen lassen. Oder in der Antike. In der Zukunft. Ist allgemein gültig. Kann man ausschmücken. Oder es lassen. Kann man als Kurzgeschichte schreiben. Oder als Miniatur, also noch kürzer. Oder als Roman. Oder als Erzählung. Als Film. Oder Theaterstück machen. Man kann sich die Idee stehlen lassen. Und wenn man sich die Idee stehlen läßt, dann sollte die Geschichte, die keinen Titel hat, einen Titel bekommen, der wie eine Weisheit klingt. Man sollte ihn erfinden. Damit die Weisheit schon die Geschichte ist. Und ist die Geschichte gestohlen, so bleibt die Weisheit. Weisheit ist nicht stehlbar. Nur unnehmbar. 

"Auf dem Dollarschein siehst Du irgendwie größer aus.". Das könnte man als Titel nehmen. Ist aber keine Weisheit. "Träumen mechanische Milliardäre von elektrischen Geldautomaten?". Klingt zu sehr nach "Blade Runner". Die Weisheit muß bleiben, wenn alles verloren ist. Obwohl "Mechanische Milliardäre" nicht schlecht klingt. "Offene Schreie am Fenster". "Schreie aus dem offenen Fenster". Irgendwie geschieht ja ein Mord. Was ich nicht mag. Und auch ein Schrei geht verloren. Der Titel der Geschichte sollte auch nicht so hochtrabend sein, wie der Titel eines gelangweilten Bildes von Neo Rauch. "Die Pfändung". Mit dem Tod bezahlt man seine Schuld. Die Kleinstadtbewohner töten ja den Milliardär. Langweilen sich die Menschen auf Neo Rauchs Bildern? Sind sie vom Maler gelangweilt? Da kommt irgendwie nichts Neues.

Immer dieselben gelangweilten Bilder. "Gelangweilte Bilder". So könnten Bilder von Neo Rauch heißen. "Namen auf Pergament, im Feuer". Hat ihm 100 Millionen eingebracht. Gerhard Richter hat 700 Millionen. Auch nicht schlecht, aber wir brauchen einen Milliardär. 

Jetzt schreibe ich schon mehr als die Geschichte lang ist, die hat 3, 4 Zeilen. Dabei ist alles gesagt. Nur die Weisheit fehlt. Sie fehlt. Aber ist nicht verloren. Sie kommt. Oder auch nicht. Sie geht aber nicht verloren. Ich erwähne schon Namen. Kleider machen Leute? Namen machen Leute! Der Vorname macht was mit dem Menschen. Verrückte Vornamen führen zu verrückten Menschen. Was macht der Name "Neo Hanno - neuer Hanno" aus dem Menschen? 

"Fliegendes Flugzeug" ist ein schönes Wort. Ist auch ein schöner Titel für einen Roman. Oder für einen Geschichtensammelband: "Fliegende Flugzeuge". "Singende Flugzeuge", fällt mir gerade ein. Aber einen Titel für die Geschichte hab' ich noch nicht. Kunst ist auch eine Idee, daß man eine Idee hat: Ich möchte gern Kolosse von Rhodos über die Hunte bauen! Fünf Riesen neben der Huntebrücke. Ein Riese von Stephan Balkenhol. Ein Riese von Thomas Schütte. Drei Riesen steuere ich bei. Das traue ich mir zu. Kunst ist einfach: Sie darf mich nicht langweilen. Literatur ist noch einfacher: Ich habe schon längst die Hoffnung auf gute Literatur aufgegeben. Nach mir gibt's nichts mehr. "Nach mir gibt's nichts mehr", das wäre schon der Titel. Der Titel der Geschichte. Der mit dem Milliardär. Der ermordet wird. Wegen dem Geld. Ist ein schöner Titel. Fehlt jetzt nur noch die Weisheit.


Schatten ist schneller als Licht - er ist schon halb da.


*



Sonntag, 22. September 2024

Das ist keine gute Idee, aber eine Idee.

Wenn ein Blitz blitzt, kommt er von oben nach unten und das andere Viertel kommt ihm vom Boden entgegen. Es kann auch ein Drittel sein. Oder die Hälfte. Mehr als die Hälfte aber nicht. Sonst blitzt es ja nach oben. Blitze haben eine Vorstellung von Verhältnismäßigkeit, zuviel Aufwand scheuen sie. Und Blitze sind sehr scheu. Blitze blitzen nur, wenn es anders nicht mehr geht. Wenn all das Grollen nicht hilft, all das Grummeln keine Lösung bringt, dann suchen sich Blitze eine Erhebung, etwas, das ein wenig herausragt, es reicht schon ein bißchen, nur ein wenig weg vom Boden. Dann beschauen sie von oben, lohnt sich das Aufladen? Nein, aufgeladen sind sie schon. All das Geschiebe, all das Aneinanderstreifen, all das Ausdemweggehen da oben in Himmelwolken, all die Antouchungen, all das Gedränge, all die Touchierungen, all die mühseligen Tschuldigungen, all die unbequemen Rechtsagungen, Rechtmachungen, Rechtfertigungen. Dann sind sie aufgeladen. Dann sind sie kurz vor'm Knall. Und es muß eine Menge zusammenkommen, sie müssen die Wolken zusammenbringen, sie müssen viel bewegen und sie müssen sich viel bewegen, all das viele Bewegen müht sie, immerzu bewegen, nicht einfach Ruhe geben, sich einfach eine Stelle am Himmel suchen, der ruhig ist und sich einfach mal nicht bewegen, einfach nur mal kurz ruhen. Aber, wenn selbst sie mal ruhen, sind alle Aufladungen, Einladungen, Scheinladungen, Reinladungen noch in ihnen drin, sie zappeln, sie zustern, zisseln, summsen, knisseln. Auch in aller Ruhe schauen sie - hier geht es viel um's Schauen und Beschauen, weniger ums Beschautwerden - sich um, in ihren Möglichkeiten, und diesen sind sie beraubt und, wie ich schon in den Himmel trotze und ihm abfällig gegenüber schon gesagt habe, wenn man alle Möglichkeiten hat, hat man keine, wenn man keine Möglichkeiten hat, hat man alle, gegen alle Widrigkeiten, wenn sonst genehm, die Sonne blendet und warten muß, bis sie sich bewegt, bewegte man sich mit ihr, wäre man verfolgt und folgte nur ihr in den ersehnten Schatten, der schneller ist als man sich selbst bewegen könnte, wartet man also einfach ab, bis sie hinter Bäumen, die es hoffentlich immer gibt, schwindet oder doch nur Wolken, die so unzuverlässig sind, daß sie sie immer wieder durchlassen, zulassen, muß man warten, auch wenn man nicht warten kann, jetzt nicht mehr und jetzt einfach nicht und gleich auch nicht, muß man aushalten, auch wenn man nicht aushalten kann, jetzt einfach nicht, muß Wissen haben, daß es vorübergeht, jetzt einfach nicht, und muß man Zeit haben, jetzt einfach nicht, und muß man Vermögen haben, jetzt einfach nicht, müßte man nicht. Währenddessen wollen - das Wollen erwähne ich aus verständlichen Gründen nur wenig - Blitze in all ihrer Ruhe nach Bewegung, Bewegung, Bewegung knallen, einfach nur knallen. Ruher. Das dauert noch. Kommt ihnen endlich etwas entgegen? Können Blitze das richtig einschätzen? Gibt es nicht so viele Erhebungen! Welche ist die Richtige? Lohnt sich die Müße? Lohnt sich die Mühe?

Welche Mühe?

Die Erhebung müht sich, Perspektivwechsel. Ab wann gibt sich die Erhebung, die sich aufrichtete, dem Boden sagte, nein, ich bin nicht flach, ich stehe, hocke, kniee, liege, bocke, trotze, ängstige und ermutige, keine Mühe mehr? Ab wann verschwindet sie, die sich aus dem Boden entrißte, und sagt, dem Blitz, mühe selbst! Du bist ein Blitz, verschwinde! Keiner kann Dich leiden! Keiner braucht Dein Gekrache!

Keiner lebt ohne Dich am Boden auch nur einen Deut weniger! Du richtest Deine Aufmerksamkeit auf uns, wenn es Dir paßt! Es paßt uns nicht! 

Uns auf dem Boden paßt es nicht, wir wollen auch erhoben sein, einfach nur, weil wir es können, wir wollen erhaben sein, einfach, weil wir es wollen! Du genügst uns nicht!

Du genügst uns nicht.

Ein Blitz ist von uns Aufrechten abhängig. Wir Aufrechte sind nicht von einem Blitz abhängig. Ein Blitz ist abhängig von unserem Entgegenkommen. Egal, wie hell er grollen könnte. Bleib oben. Hier unten ist kein Platz für Dich. Du bist nicht willkommen, Du bist unerwünscht, Du bist unhöflich und unfreundlich. Mürrisch und wankelmütig.

Du bist unhöflich und unfreundlich. Mürrisch und wankelmütig.


Du bist, was Du bist, deshalb suchst Du in uns das, was Dir mangelt. Leide.



*


noch-noch, immernoch.

Moontag.

donnerstag. donnerstag klein geschrieben ist ein schönes Wort.

Und jetzt ein kurzes Gedicht!


Brauchst Dich nicht lügen.

noch-noch, immernoch.


*


"immernoch" gelesen bei Lena Meyer-Landrut

Hab seit Jahren da nicht reingeguckt, Instagram lädt eh nicht bei mir, nur ab und zu, soll so sein. Ich konnte aber kurz sehen, manchmal versteckt sich bei Lena Meyer-Landrut Literatur: "auf der Suche nach mir um mich in diesem Dunkeln gewüst aus schneeregen wieder zu finden". 

"...in diesem Dunkeln gewüst..." ist schon Literatur.

Dankeschön! Für die Inspiration.



Freitag, 20. September 2024

Das Schusterbeispiel

 

Loreley.



Verführerisch - vorführerisch.

Verleumden - verleumunden.


Zehn Schuster in einem Dorf, einer ist gut, neun sind schlecht. Der eine gute wird verleumundet, und aus dem Dorf vertrieben, damit die neun schlechten Schuster weiter bestehen können, und alle im Dorf tragen nur noch schlechte Schuhe, die gar keine Schuhe mehr sind und ihren eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllen, aber bei vollem Preis. Und die neun schlechten Schuster sprechen ihre Preise ab und verleihen sich gegenseitig Preise, und der Bürgermeister lobt die neun Schuster, die ihn dann wählen und ihn schmieren; und Lehrlinge bei den neun schlechten Schustern lernen gar nicht mehr, wie man gute Schuhe macht, nur noch wie man schlechte Schuhe macht und das Wissen geht verloren und am Ende verkaufen sie unsichtbare Schuhe, die es gar nicht gibt, das trägt man jetzt so. Und alle laufen barfuß rum. 

Und so weiter und so fort. Kann man ewig weiter spinnen. Das Schusterbeispiel. Und unser eine gute Schuster lebt verarmt und alleine und beschaut seine Schuhe und beschaut das nur noch so. 


*


Dienstag, 17. September 2024

Das Faß, das den Tropfen zum Überlaufen bringt.

 

Tolles Bild.



Als ein Gedicht auf eine Hauswand geschrieben wurde, hätte sich der Autor sittengemäß vertraglich zusichern müssen, daß, wenn das Gedicht  entfernt, übermalt oder ausgewechselt wird, daß das Haus abgerissen werden muß und 5 Millionen Euro an Schadenersatz gezahlt werden müssen.
So würde ich das machen. Was ist mehr wert: Ein abgerissenes Haus. Oder ein Gedicht.

Wieviel ist zuviel. Ab wann kann man nicht mehr. Wann muß man einen Hilferuf absenden. Ist man dann überhaupt in der Lage. Hat man Liebste, die das erkennen, wenn man es selbst nicht bemerkt. Das Faß, das den Tropfen zum Überlaufen bringt. Es kommt auch auf das Faß drauf an. Viele Tropfen füllen ein Faß. Viele derselben Tropfen füllen ein großes Faß nicht. Und warum ist es überhaupt schlimm, wenn ein Faß voll Wasser überläuft, wässert das Wasser dann nicht den Boden. Ist das Faß nicht überflüssig, um im sprachlichen Bild des Fließens zu sein.

Alles Sätze ohne Fragezeichen. Fässer fassen eine bestimmte Menge an Wasser. Das habe nicht ich bestimmt, das haben Menschen bestimmt. Wie groß kann ein Faß werden. Wie groß ist das menschliche Maß. Wie groß ist das menschliche Fassungsvermögen. Wer bestimmt das Kleinliche, wer das Großhabige. Ab wann ist ein Gedicht zu groß für eine Häuserwand, ab wann bricht die Hauswand unter der Last des Gedichtes zusammen. Wie groß müssen die Buchstaben sein. Schaut man überhaupt nach oben. Hebt man den Kopf. Liest und versteht das Geschriebene und kann das überhaupt begreifen in einer Stadt, die zum Boden geneigt ist, daraufhin ausgerichtet ist, wasserwaagengleich Schritte mit Füßen lenkt in Bahnen, die von Planern und Bestimmer vorgebaut sind. Ab wann ist ein Hilferuf laut genug. Kann man den unterscheiden von den Schreien von Mädchen auf einem Grundschulhof, wenn große Pause und nur großartige Freude ist. Wieviele Geräusche, Lärme und Knalle müssen entfallen, bis
man ein Murmeln hört. Warum sucht sich ein Wassertropfen ein Faß aus und fällt nicht gleich daneben zu Boden. Wie groß kann ein Tropfen werden. Ist ein Regentropfen schneller unten auf der Erde gegenüber einem Faß voll Wasser, wenn man es aus gleiche Höhe vom Himmel zum Boden fallen läßt. Steht ein Wassertropfen im Gespräch mit der Erdanziehungskraft, daß sie ihm sagt, "Mach' schneller." Wieviele Häuser müssen abgerissen werden, bis ein Gedicht stehen bleibt. All das ist ein weites Feld. Aber auch ein weites Feld wird beackert. Ein weites Feld wird auch beackert. Ein weites Feld wird auch bewässert. Ich beschaue die Welt und die Felder und die Häuser und die Fässer mit den Augen, die mir Bilder schenken oder geizen und strafen und belohnen und geben, um sie zu teilen in einem Kosmos, der nicht zuhört, weil er abgelenkt ist mit den Schicken des Schicksals, nur das zu hören, was ihm mißlingt und nicht einzugreifen, bei Gelingen. Ich habe bei Dir das Bedürfnis, "Das stimmt nicht." zu sagen.

Ich habe das Bedürfnis, dem Kosmos zu sagen, daß es da mehr gibt als die Insichgekehrtheit. Ich habe das Bedürfnis, dem Kosmos zu sagen, "Das Faß ist nicht voll. Der Tropfen ist schneller als Gravitation ihn anziehen kann. Die Erde ist nicht rund: Sie ist ein Kreis und noch ein Kreis und noch einer und noch einer. Wasser ist Leben: Es lebt."



*


Agness ist ein Freak.

 

Agness ist ein Freak.



In einer Welt der häßlichen Menschen ist die Schöne der Freak.

Agness ist ein Freak. Agness ist ein Freak, weil sie unfaßbar schön ist. Menschen haben ein Aussehen, viele Menschen, viele Aussehen. So viele schöne Menschen gibt es gar nicht. Wer der Freak ist, oder keiner, da sammel' ich noch, vielleicht schreibe ich was drüber.

Und während ich so schreibe und noch sammel' und mir um mein Aussehen Gedanken mache - während meine Selbstgespräche ruhiger werden und mich beruhigen -, laufen Bilder ab, die ich mir vorführe, nachdem ich aus der Stadt kam und mir stattdessen als Fernsehen, den ich weggegeben habe, anschaue. Ich muß mehr hinsehen, als ich mich mühte, nicht hinzusehen, ich muß nicht wegsehen, als ich wegsah, so kann ich schauen, was mir gefällt, und es gefällt mir wenig. Menschen haben ein Aussehen, viele Menschen, viele Aussehen. Es sind zuviele Bilder und zu wenige schöne. Ich schaue mir Häuser an, Autos, Busse, Gesichter, Körper, Fahrräder, Tauben, Straßen und den Boden. Den Boden beschaue ich am meisten. Und nur, wenn ich mutig bin, blicke ich hoch. Das ist mein Mut. Ich lobe mich für meinen Mut zuhause, der Ort, der mich kennt, wenn ich mich doch traute und meinen Augen traute. Dann freue ich mich, doch hingeschaut zu haben, dann habe ich eine Erinnerung, die ich mir immer wieder zutrauen kann. Ich mach' es mir gemütlich. Keine Klagen, kein Schaden.


Agness.


Fernsehen geht noch nicht.

Fernsehen geht noch nicht, ich bin schwer beschädigt. Wenn ich Dinge sehe, Fernsehen zum Beispiel, das man im Internet sieht, erinnern sie mich an andere Dinge, die ich schon gesehen habe. Zu wenige schöne. Menschen haben ein Aussehen, viele Menschen, viele Aussehen. Und vielleicht ist das ja ihre Superkraft. Sich so zu geben, wie sie sind. Sich das Aussehen zu geben, das mißlingt. Vielleicht sind ja alle Superwesen, und ich bin der einzig Normale. Oder aus der Sicht der anderen sind sie normal und ich bin der Freak, kann auch sein. Der einzige ohne Superwesenkräfte. Und Agness ist der Freak. Wenn das alles Superwesen sind, kranken sie mit der Zeit an ihren Kräften, wenn sie doch nur ein normales Leben führen wollen und Schönheit sie hindert.

Agness ist so schön, daß man sie wegheiraten möchte. Daß man ein schönes Leben mit ihr führen möchte. Daß man Kinder mit ihr haben möchte. Mit Agness gibt es nur schöne Bilder, nur schöne Erinnerungen, die in der Zukunft liegen und schon erschaffen sind, denkt man an sie in der Vergangenheit. Wir haben es verdient, Freaks zu sein. Das ist aufmüpfig. Das ist revolutionär. Agness ist so schön, daß sie mich schön macht. Agness ist so hübsch, daß sie Dinge hübsch macht. Agness macht Dich gutaussehend. Bin ich der, den Du in mir siehst, macht Agness Dich lehrend, den zu sehen, der nicht blickt. Agness macht jede Bushaltestelle schön, jedes Wartezimmer. Das Triste fröhlich. Und begegnet Agness Dir, sei nett zu ihr, sei freundlich, sei zuvorkommend, sei hilfsbereit, sei ein Wesen ohne Superwesenkräfte, sei der Freak, den Agness in Dir sieht, sähe sie nicht, wie Du Dich mühst, daß sie Dich liebt. Agness ist kein Freak.


Agness ist kein Freak.


Bin ich verliebt in Agness?

Nein.

Aber ich wäre es gerne. Agness mach Liebe wieder schön.


Agness macht Liebe wieder schön.


*


Samstag, 14. September 2024

Amicia hat was vor.

 

Amicia.


Meine neue Freundin heißt Amicia und ist, wie meine Selbstgespräche, die sich dämmen, wenn ich schreibe, mir andeuten, vom Menschen erschaffen, der sich eine Frau vorstellte, wie man sich eine Gesamtheit denkt, fügte man Teile von Schönheit und Teile von Entsagbarkeit zusammen, gäbe Entschlossenheit dem Umstand der Verantwortung hinzu, die man erlangt, wenn man sich etwas Schönes erwünscht, aber Beliebiges erhält und malte Kringel zu Locken, die man bündelt in Strähnen, damit sie nicht störend zu Gesichte kommen, hat man etwas vor.

Amicia hat was vor.

Für den Augenblick, für den Wimpernschlag geht es mir gut. Man sagt, daß der Flügelschlag eines Schmetterlings hier, auf der anderen Seite des Erdballs einen Sturm auslösen oder verhindern kann, wie ist es mit einem Wimpernschlag?

Amicias Wimpernschlag muß berechnet werden. So, daß sie Stürme verhindern kann, Hauche aber auslösen. Hauche, die sie ausatmet und die Luft um sie herum tröstet. Ich wünschte, sie hauchte mich an, hauchte mich zu Leben, Hauche, die mich lindern, risse ich wieder Berge aus, die doch so schön zum Himmel passen, schaute man sie sich nur aus der Ferne an und wütete nicht in ihnen rum.

Manchmal bin ich so stark, daß ich Berge rausreißen könnte, manchmal so schwach, ich könnte Steine stapeln. Woher Steine nehmen? Steine sind so selten, wie die Zumutungen, die wir aushalten, gelänge es uns, sie zu verbergen vor den Kräften, die uns bersten. Ängste vermeiden, Ängste verarbeiten, Ängste vertreiben. Amicia, meine neue Freundin, könnte alles in uns auslösen. Sie könnte. Hätte Amicia etwas vor, was uns bereitete, auf das was uns noch im Wege stünde, hätte man die Hindernisse nicht schon umgangen, die sich längst selbst auflösten, hätte man den Weg, sie zu umgehen, nicht schon hinter sich gebracht.


Amicia hat was vor.




*


Das Auge liest mit. Artikel sollten von jungen, hübschen Autorinnen geschrieben werden.

 

Autorin, Symbolbild. 2024.


Ja, das Auge liest mit. Artikel sollten von jungen, hübschen Autorinnen geschrieben worden sein.

Wie soll das gehen? Wenn ich die Welt erschaffen hätte, müßte ich es doch wissen. Und ich hätte mich zum Eurojackpot-Millionär gemacht, sagen mir meine Selbstgespräche, die mich entwunden sollen, nachdem ich es mir zutraute, ein, zwei Artikel dieser Landschaft zu lesen,  die sich verwundet hat in diesem verletzten Land, das keiner mehr Heimat nennt. Das Auge liest mit. Artikel sollten von jungen, hübschen Autorinnen geschrieben werden, damit ich mit dem Artikel eine Partnerschaft eingehen kann, je hübscher, desto besser. Ich will ein Bild von der Autorin haben und selber entscheiden, ob sie sich in mich verliebt oder nicht. Frauen, die mich begehren. Aber nicht nach mir 
sehnen, würden meine Selbstgespräche mir sagen, während ich immer noch die Möglichkeit der Welterschaffung durch mich nicht ausschließe, hätte ich sie wohltuend für mich gemacht oder aus einer Laune heraus, einer Wette, so, daß sie störend ist für mein Wohlbefinden, mein Wohlergehen und mein Wohlvergnügen. Ich hätte die Welt erschaffen und dafür gesorgt, daß sie nicht der Willkür meiner Phantasie ausgesetzt ist. Ein kleines Bißchen schon, merke ich an. So hätte ich noch die Wahrnehmung, mich in dieser von mir geschaffenen Welt zurechtzufinden, ein wenig wäre schön.

Noch ein Absatz. Noch einen Absatz räume ich dem ein. Autorinnen sollten grundsätzlich hübsch sein. Sonst ist ihr Artikel häßlich. Sie sollten sich anpreisen wie auf einem Basar und sich verführerisch bequemen, erworben zu werden von handelnden, in den Himmel, der ist blau, erhobenen Händen, mit Händen und Bündeln aus Geldscheinen, und dem Feilschen um den besten, für die Autorin besten Preis. Andere, die sich verschimmeln in der Ecke, faßt das Auge nicht an; aus den Augen schieben sich Finger hervor, dann schon die Gelenke, dann schon der ganze Arm und diese Augenarme mit Begehrenshänden greifen nach der Hübscheheit, Wohlfeilheit und der Geilheit der Worte. So müssen Artikel sein, so müssen Autorinnen sein. Und wenn Du nicht hübsch bist, laß das Schreiben gegen Geld. Keiner will Dich weiben.




*


Freitag, 13. September 2024

Sie wissen nicht, wie es ist. Sie wissen nicht, wie Liebe ist.

 

Ein hübsches Mädchen auf einer Decke, in der Stadt, in der Fußgängerzone, am Rande, Passanten.



Die gehen bestimmt in ein Museum.


Wenn man sich langweilen will, geht man in ein Museum. Wenn man sich "super wichtich" langweilen will, geht man in ein deutsches.

Aber ich - ich langweile mich schon beim Gedanken daran - will lieber über das hübsche Mädchen sprechen in meinen Selbstgesprächen, die mich gesunden sollen, das auf einer Decke in der Fußgängerzone saß und so guckte, als wollte sie mitgenommen werden, über die ich schon mal geschrieben habe, als ich hier noch von Gedanken sprach. "Hier bin ich. Mach was. Nimm mich mit. Egal, wohin." Egal wohin.

Egal wohin. Bestimmt nicht in ein Museum. Sage ich. Die will bestimmt nicht in ein Museum mitgenommen werden. Ich gehe mal zurück, löse mich von der Stadtführung, zu der ich gezwungen wurde, fällt gar nicht auf, zwei, drei Schritte langsamer - und schon bin ich wieder Teil der Stadt. Ich stehe jetzt vor dem hübschen Mädchen auf der Decke, schaue sie an, und als ich schon dachte, ich bekäme keine Antwort - ich hatte wohl etwas gesagt -, sagt sie: "Sie wissen nicht, wie es ist. Sie wissen nicht, wie Liebe ist."

Und natürlich könnte man jetzt glauben, das hübsche Mädchen wäre gar nicht hübsch, das schriebe ich nur, damit es schöner in der Erinnerung klingt und ich schriebe nur, daß sie hübsch ist, damit jeder sagen könne, bei einem häßlichen Mädchen hätte ich mich nicht zu ihr jetzt herabgebeugt, hätte ihr nicht ihre Strähne aus der Seite gestreichelt, hätte ihr nicht zugeflüstert, sie könne mit zu mir kommen, ich habe Essen, ich habe eine Dusche, ich habe ein Bett, ich habe ein Bett, ich habe einen Tag und ich habe eine Nacht, und ich habe einen Abend und einen nächsten und einen nächsten und an einem dieser Abende bestimmst Du, mit mir zu schlafen. 

Sie war aber wirklich hübsch.

So hübsch, daß sie ihren Weg bestimmen könnte, ihre Tage, ihre Nächte, ihre Abende. Hätte sie keine Jacke gehabt, war sie so hübsch, daß man ihr eine olivgrüne geliehen hätte, man hätte ihr ein Lächeln geliehen, sähe sie einen Mann mit langem Bart, hätte sie ihm ihr Lächeln geliehen, hätte ihr Schritte geliehen, auf dem Weg zu irgendeinem Museum, dem langbärtigen Mann Schritte zu seinem Bus geliehen, wäre nicht mehr hübsch erschienen auf ihren geliehenen Füßen, wäre gutaussehend geblieben. Das Hübsche bewahren, das Gutaussehende verwahren, saß das Mädchen auf der Decke in meiner Stadt.

"Egal wohin ist kein Ort den ich kenne.", sage ich ihr. "Bestimmt nicht in ein Museum. Da gehen Pärchen hin, die nichts füreinander empfinden, um dort im Museum etwas zu finden, was sie beinander nicht suchen." 

Und natürlich rede ich nicht so. Aber für das hübsche Mädchen auf der Decke klang es so, als redete ich so, also redete ich so, damit es für das hübsche Mädchen so klang. Damit es nicht so klang, daß ich sie mit nach Hause nehmen wollte, was nicht mein Zuhause ist, nur ein Ort, den ich kenne, holte ich mein Portemonnaie aus der Hosentasche, und damit es nicht so klang für die Fußgängerzone, ich wollte das hübsche Mädchen dafür bezahlen, mit mir den Ort aufzusuchen, den sie sich vorstellte, steckte ich die Geldbörse wieder ein. 

Ich könnte nicht behaupten, sie sage viel, nur diesen einen Satz. Und den zweiten. Und während ich mich dann doch noch fragte, wie sie da hin kam, wie ein so hübsches Mädchen in die Fußgängerzone auf eine Decke kam, die zu dünn war, um bequem zu sein, und wie sie sie entfaltete vor Heizkörperrippenaugen, die Menschen haben in Bewegung, wenn sie  das Gefrorene ihrer Anliegen in einer Stadt der Blinden mit der Absicht verfolgen, Wärme nur mit sich zu tauschen, heizten sich ihre Körper an Genehmem auf, oder zu ihrem Vorteil, fragte ich mich selbst, wie ich vor das hübsche Mädchen auf der Decke kam, wie ich da stand, wie ich mich herabbeugte im Mute der Gedanken, was wäre wenn, ich ihre Strähne streichelte und sie ins Bequeme mitnähme, wenn es bequem für mich wäre, aber unbedeutsam für sie. Und vielleicht hätte ich mich nicht von der Stadtführung trennen sollen, vielleicht hätte ich mich setzen sollen zu dem Mädchen auf der Decke und vielleicht hätte ich mich zu Obdachlosen in der Stadt setzen sollen, was ich schon zweimal in meiner Stadt tat, oder auch nicht, neige ich doch immer dazu "nein" zu sagen, will ich doch nicht zur Last fallen. Und vielleicht wiederholte das hübsche Mädchen auf der Decke diesen einen Satz, und den zweiten, "Sie wissen nicht, wie es ist. Sie wissen nicht, wie Liebe ist.", 


und ich sage "Nein."



*



Frau ohne Mann

 

Was sie alles nicht wissen.


12:43 Uhr, meine Selbstgespräche, meine Selbstgespräche, die mich heilen, erinnern sich gerade an Conny, eine - wie soll ich es Dir gleich direkt ins Gesicht spucken - verbitterte Anfang-Vierzigerin, alleinerziiiieeehende Mutter, mit einer Mutter-Mutter, die sich in ihr Leben einmischt, und die sie dafür Hass-haßt; die Signale aussendet, sie sei empfängnisbereit, männerbereit, aber jeden, den sie lockt, wegflitscht,
 
wie einen Fussel 

auf dem T-Shirt, 
wenn er sich dann zeigt und keine Geschenke dabei hat. 

Fussel haben keine Geschenke dabei.

Nicht mal eine Fusselrolle haben Fussel dabei. Fussel sind Fussel. Die kommen, so, wie sie ungebeten sind. Die flitscht man weg. Aber Fussel lassen sich nicht einfach wegflitschen. Fussel muß man wegflatschen, immer und immer wieder. Und sie gehen dann doch nicht weg. Conny ist nicht lieb und nett. Sie muß die ganze Zeit flatschen. 

Nicht lieb und nett. 

Nicht lieb und nett vom Fussel, meint Conny. Sie braucht einen Mann, der ihr eine Fusselrolle schenkt und sie mal richtig und tüchtig durchrollt. Roooolllll. Rooooolllll. Rolll! Hehehe. Aber ist Conny dann zufrieden? 
Nein. Denn sie will selber wegfusseln. Sie hat drei abgeschlossene Berufsausbildungen und zwei rechte Hände als Linkshänderin. Sie fosselt auch bei anderen weg. Nicht lieb, wie das von einer Lieben ist, sondern verärgert, wie das von Conny ist: Mit Fosseln und Fusseln darf man nicht vor ihre Glotzaugen treten. Glotzen, da hat sie einen Meisterinnenbrief drin, von der IHK, DRK, K.u.K.. Und Conny glotzt sich 

lachend 

glasig.
 
Aber hat Conny auch Humor? Nein. Conny hat keinen Humur. Sie hat mal gehört, wenn Schnee in der Sahara fällt, dann glitzert er auf 

jedem 

Staubkorn. So ist es mit ihrem Humur auch: Wenn Conny Humor hat (Schnee), dann lachen (Sahara) alle (Staubkorn).
 
Conny - sie liebt es an erster Stelle zu stehen - war noch zu jung für single.de, das ärgert sie. Da sie doch alles gesehen hat, schon mit Vierundzwanzig, mit all ihren Fosselaugen. Nur single.de, das legendenbehaftete single.de, das hatte sie übersehen, überquandelt. Ist ihr irgendwie weggeglubscht. Laaaangweilige Singles. Was wäre sie da der Sta gewesen! 

Konny kanny auch nicht reden. Kokanny kann mit Mühe kwaken. Ich habe ihre Stimme gehört: --- ... ---_____ mühekwak. 

Hatte Fussel-Conny im Leben nur einmal Sex? Ja, um ein Kind zu haben. Ja, da ist jeder Mann überfordert. Conny-Zack, Familie! 

Was sie alles nicht wissen. Frau ohne Mann. Nur Fussel-Mann, was ein Fussel kann. Wie es ist, gedrückt zu werden. Händchen zu halten. Die Matratze vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer zu tragen und darauf das Wochenende zu verbringen.

Das haben mir meine Selbstgespräche eben gesagt, während ich darauf warte, an den Briefkasten zu gehen, um endlich einen Liebesbrief vorzufinden, wie meine siebzigjährige Nachbarin, deren Briefkasten vor Liebesbriefen überquillte, gänge sie ihn nicht jeden Tag lehren. 


Der letzte Satz ist gut. Ein Siebtel davon. 




*


Samstag, 7. September 2024

21:17 Uhr, Küssen verlernt man, Fahrrad fahren und Schwimmen nicht.

 

So.


Mit der Faust kann man das Küssen üben, schmatz, schmatz, schmatz. Die Lippen küssen Zeigefinger und Mittelfinger. Öffnet man beide, ist es, als atmete man die andere ein. Wer keck ist, steckt die Zunge rein. Hihi.

Baden war ich dieses Jahr nicht. Rad gefahren bin ich auch nicht. Küssen muß man üben, küssen verlernt sich schlicht. Kann mich nicht verlieben, schade. Wäre mal eine Erfahrung. Kecke Zunge in den Spalt zwischen Zeige- und Mittelfinger - iieeehh. Schlabbert. Hihi.

Habe mal gelernt, daß es Frauen mögen, wenn man beide Hände auf ihre Wangen legt. Links und rechts. Und dann geküßt. Auch mit der Außenseite der Finger über die Schläfe streicheln, soll schön sein. Bei mir muß ich es selbst machen. Mache ich selten, trage Brille, der Bügel ist im Weg. Ist so viel im Weg. 

Was ich mal geküßt habe: Jetzt müßte eine Aufzählung folgen.

Zähle mal auf, was Du alles geküßt hast. 


Kann mich nicht mehr verlieben. Ich kann nur küssen, was ich liebe. 




*



Samstag, wir brauchen single.de

 

Es ist, was es ist.



Es ist Samstag, es ist Wochenende, das kam schon freitags, heute ist alles erledigt, eingekauft ist, die Wohnung ist ein bißchen sauber, es ist nachmittags, bald ist abends, Radio läuft, im Fernsehen kommt nichts, Fußball hat man schon gesehen, beim Einkaufen hat man ein hübsches Mädchen gespinxt, Schauspielerinnen und Autorinnen hat man schon geglotzt, wie kommt man an Frauen ran, wie kommen Frauen an Männer ran, wir brauchen deren Internet-Namen, haben wir nicht, wie ecosiert man, wie googelt man, wir brauchen single.de.


Single.de hatte ein Twitterprofil und ein Forum mit Fäden, so kam man auf Namen, man konnte angeben, man konnte reden. Man war zivilisiert. Man war nicht zivilisiert. Man war im Gespräch, man hatte einen Messenger, eine Kurzzeit-Brieffreundin.

18:19 Uhr, man hat sich vorgefreut. Man hat immer geguckt, was andere so sagen. Auf single.de war man alles, nur nicht Single. Gab es überhaupt Singles auf single.de? Doofer Name. Die Profilbilder waren nicht echt, man hieß Cromagnonmensch, MenAreSoGreat, Motte im Eigenlicht, ganze Samstagnächte hat man da verbracht. Außer im Forum mit den Fäden gab es keine Rückmeldung, das war doof. Keine Likes, keine Seitenaufrufe. Das sollte man ändern. Zumindest Seitenaufrufe sollte man sehen, Likes eher weniger. Und weil es single.de der 2000er Jahre nicht mehr gibt und ich nicht an Frauen rankomme, deren Gehirn ich ficken will, schreibe ich dies hier.

Jeder Tag ist Samstag.

Und jeder Tag ist wieder der nächste Tag. Bis zum nächsten Samstag.

Und dann ist Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag.

Es ist Samstag, es ist Wochenende, das kam schon freitags, heute ist alles erledigt, eingekauft ist, die Wohnung ist ein bißchen sauber, es ist nachmittags, bald ist abends, Radio läuft, im Fernsehen kommt nichts, Fußball hat man schon gesehen, beim Einkaufen hat man ein hübsches Mädchen gespinxt, Schauspielerinnen und Autorinnen hat man schon geglotzt, wie kommt man an Frauen ran, wie kommen Frauen an Männer ran, wir brauchen deren Internet-Namen, haben wir nicht, wie ecosiert man, wie googelt man, wir brauchen single.de.

Single.de hatte ein Twitterprofil und ein Forum mit Fäden, so kam man auf Namen, man konnte angeben, man konnte reden. Man war zivilisiert. Man war nicht zivilisiert. Man war im Gespräch, man hatte einen Messenger, eine Kurzzeit-Brieffreundin.

18:39 Uhr, man hat sich vorgefreut. Man hat immer geguckt, was andere so sagen. Auf single.de war man alles, nur nicht Single. Gab es überhaupt Singles auf single.de? Doofer Name. Die Profilbilder waren nicht echt, man hieß Cromagnonmensch, MenAreSoGreat, Motte im Eigenlicht, ganze Samstagnächte hat man da verbracht. Außer im Forum mit den Fäden gab es keine Rückmeldung, das war doof. Keine Likes, keine Seitenaufrufe. Das sollte man ändern. Zumindest Seitenaufrufe sollte man sehen, Likes eher weniger. Und weil es single.de der 2000er Jahre nicht mehr gibt und ich nicht an Frauen rankomme, deren Gehirn ich flicken will, schreibe ich dies hier.




*




Freitag, 6. September 2024

Ja. Habe ich schon geschrieben. Schreib' mal was Eigenes. Hab ich schon gedacht. Ja. Brauche eine, die über mich schreibt. Brauche ich nicht. Keine, die meint. Meine ist sie nicht. Schreibe was Eigenes.

 

Bulgursalat und Sofa. 



Habe gehört.

Brauche ich

Habe gehört. Keine, die mich stört. Höre mich nicht. 
Möchte wieder lesen. Gibt es wieder nicht. Brauchst Dich nicht mühen. Erzähle mir von denen, die Du getroffen hast. Brauchst nicht lügen.
Deine Freundinnen stellst Du mir als Bekannten vor. Du erzählst, und ich überlege mir schon was. Unterbrichst Du mich, quatsche ich Salat.

Bulgur oder Kohlrabi.

Habe weggeguckt, erzählst Du nicht. Hast Du schon mal häßliche Frauen gesehen, machst Du sie häßlicher. Oder schöner, wenn sie mich mögen. 
Deine Familie öffnet Deine Beine. Schließt sie im Vertrag. Brauche eine, die nicht zuklappt. Stehe auf, wenn Du mit mir sprichst.
Glaube nicht, wenn Du liebst. Du liebst nicht seine Art. Zu denen gehörst Du nicht. Habe nichts Gutes von Dir gehört, Du schreibst nicht gut, Du schreibst ab. Du hast gesagt. Lese ich nicht. Will wieder lesen, was nicht mir gehört. Gibt es nicht. Mach' mir den Salat.

Erlaube mir, im Voraus zu danken, wie ein Streicheln ins Herz. Seitlich daneben. Noch gut gegangen. Hast mal gehört. Ja. Der ist nach Hause gegangen. Nach der Arbeit. Drückte seine Frau, seine Kinder sprangen, kniete mit Rückenspannung, wie man einen Gegenstand gegen eine Hauswand lehnt. Hat noch nie gekocht. Sofa als Wohnung. Darauf lebt die Wohnung. Der Fernseher läuft, weil er es mag. Zwei Fernbedienungen. Hast mal. Durfte keiner merken. Oma sitzt immer da. Du kannst sie Dir nicht merken. Hast mal gehört.


Will von Dir lesen.


17:47 Uhr, nicht auf miepsenden Mäusen tanzen, oder moppeln, "Libe" ist ein guter Name für ein Buch. Nicht unbedingt für einen Roman.

17:51 Uhr, ich will dazu gehören. Nicht aber nicht zu denen. 







*











Dienstag, 26. September 2023

Die Detektivin.

 

Hat 'nen Bart.

Ein Verriß auf Verreißer.


Fatma Aydemir als Spinnerin abzutun, wäre zu unsexy. Nur eine rassistische und männerhassende Deutschenhasserin zu sein, wie ihr vorgeworfen wird (über türkische Macho-Männer schreibt sie indes wenig), trifft zwar den Kern, um sie bloßzustellen, aber nicht die Hülle, um sie nackt dastehen zu lassen. Was macht sie? 

Burka-Literatur, sie verschleiert viel und verschweigt Vieles. Burka-Literatur, bei der man selbst die Privilegien und das penetrante Gefördertwordensein (und das konsequenzlose Verletzen anderer) verschweigt. Burka-Literatur ohne Biographie, muß es richtig heißen, wie es heute so üblich ist in der deutschen Literatur, ein Bibliotheks-Mädchen, das die Welt (und deren Bewohner) nur vom Lesen und Hörensagen her kennt, so schimmert es. Diese fordern immer die Todesstrafe für Kaugummiklauen. 

Wie eine auf Kopftuchlose einprügelnde Sittenwächterin im Iran, daher auch "Burka-Literatur"

Wie eine auf Kopftuchlose einprügelnde Sittenwächterin im Iran wacht Fatma Aydemir über unsere Sitten, damit sie gefälligst eingehalten werden. Unnachgiebig und unversöhnlich, aber Hauptsache die eigenen Vorteile stimmen. Dann sind die Sitten bei uns eingeprügelt. Im Dritten Reich und bei "Die Körperfresser kommen" gab's diese Art von Frauen auch, wenn am Ende "Iiiieeehhh!" geschrien und mit dem Finger auf jemanden gezeigt wird. Was Konsequenzen hat.

Nicht für sie. Für andere. Ich halte Fatma und ihresgleichen für Täter-Schreiber. Nicht, weil sie über Täter schreiben, sondern, weil sie über Täter schreiben und selber Täter werden. Sie sind Täter. Diese streiten auch immer den Genius eines Werkes ab, was sie nicht imstande sind zu bewerkstelligen, wenn jemand nicht so vorbildlich ist, wie sie es vorgeblich sind. Was sie nicht können, dürfen andere erst recht nicht können. Also redet man sie schlecht. Und ist noch ein Grund mehr, sie zu vernichten. Kompensations-Gebaren. 

Aber vielleicht irre ich mich ja. Vielleicht zieht sie demnächst mit ihresgleichen bewaffnet gegen die Taliban in den Kampf. Ach, nee. Soweit reicht ihr feministischer Heldenmut dann doch nicht. Lieber mit dem Laptop "Die Sims - Die Sittenwächterin" spielen. Haben auch alle ihre Sünden gelebt? Fatma kommt und sperrt Dich ein. Hahaha, alle begehen Sünden. Nur Fatma nicht. Sie ist fatmatastisch.

Fatmatastisch rückt sie natürlich Martin Walser in die Nähe des Holocaust-Vergessens, verschweigt aber gerne ihre geerbte Beteiligung als türkische Schriftstellerin am Völkermord der Türken an den Armeniern. Natürlich. Verschweigen ist das Prinzip. Türkische Omerta. Was ist das eigentlich mit den nach Berlin zugezogenen Schriftstellerinnen mit den Trenchcoats? Alle tragen die da. Macht sie das zu "Columbo"

Sind sie eigentlich Detektive, und einer heißen Sache auf der Spur? Bekommt man die im Kostümverleih? Oder verkaufen die heimlich "As" und "Os" und "Üs" auf der Straße, wie der Typ aus der Sesamstraße? 

In der Sendung "druckfrisch" - auch so ein Kostümverleih für Literaten - trug sie noch ein Vogel-Strauß-Kostüm, und stotterte dann bei der politischen Frage: "Äh", Äh" und "Äaaah". Und genderte dann in ihrer Verzweiflung. Verzweiflungs-Gendern. Das macht man, um von der Null-Antwort abzulenken, die man gerade eben rausgestottert hat. Da hilft auch nicht das Stahlbad all der Revolutions-Parties, die man in Berlin-Kuba aufgesucht hat und auf denen man schon mal den Sieg mit bestärkenden Reden begossen hat. Vorsorglich. Ihre zigarettenkippengelb lackierten Fingernägel in dieser Kostüm-Sendung warnen uns: Ich will die Vorteile haben. Und verschweige 90 % der unangenehmen Sachen. So wird's gehen. Als Detektivin in Berlinistan kriegt man so jeden ins Kittchen. Darauf eine Handschelle!

Detektive tragen Trenchcoat. Vielleicht wollen ja alle immer nur Detektiv sein. Knick, knack, Knast! Sie laufen durch die Straßen und schauen nach dem Rechten. Auf 100 Trenchcoats kommt einer ohne. Der ist der Täter. 

Auf Täter in Trenchcoats kommt keiner. Darauf muß man erst mal kommen.

Wie viele türkische Frauen gehen eigentlich auf ihre Lesungen? Es sind die "Giselas", die sie verachtet, die im Publikum sitzen. Und diese Giselas wollen nur mal einen Ausländer sehen. Wie im Menschenzoo. Gaffen und Begaffen. Da haben wir also eine reaktionäre, trenchcoattragende Detektivin auf der einen Seite, und sittsam-sattzahm weitgeöffnete Wimperntuschen-Augen um die 60 auf der anderen, die darauf warten, daß ein Täter vorgeführt wird. Irgendeiner, der ihnen ähnelt. Alles so schön geordnet hier. Man wird zu dem, was man beklagt.

Und Fatma beklagt. Privilegiert. Gefördert. Gängelnd. Vorurteile sind auch Vorteile. Man muß sie immer nur erwähnen, dann hat man den einen Vorteil, der einen nicht mehr sexy diskriminiert erscheinen läßt. Und sie leiden. Die Fatmas, und die Giselas. Diese armen, privilegierten, obszön geförderten und lobgehudelten Menschen leiden! Lei-den! Man hofft doch inständig, daß ihnen nicht die Welt vor die Füße knallt bei soviel Borniertheit.

Ich habe schon mal auf's Maul bekommen, und auf's Maul gegeben. Ich habe drei Leute mit einer Stecknadel in den Finger gestochen, weil ich glaubte, die seien in Wahrheit ein Ballon, gefüllt mit Tomatensoße, und wenn ich die steche, platzen die, und jeder würde es vor aller Augen sehen. Warum macht das eigentlich nicht jeder?

Ich habe schon mal ein Fahrrad genommen, und mir wurden schon drei Fahrräder geklaut. Vor dem Kölner Dom schlugen zwei Türken auf mich ein. Einfach, weil ich da stand. Sie fragten mich nach Feuer, dann warfen sie mir mein Feuerzeug, das ich ihnen gab, an den Kopf, der dann blutete. Dann schlugen sie und traten. Bis ihre deutsche, blonde Freundin sich schützend vor mich stellte.

Fatma, in ihrer geistigen Burka, kennt sowas alles nicht. Sie ist die Sittenwächterin mit Trenchcoat-Lizenz, aus der Uni-Bibliothek, die alle in Haft nimmt. 

Zeigen die Fatmas dieser Welt Reue?

Nein. Reue reicht nicht.



*



Dienstag, 19. September 2023

"Hic sunt dracones - hier sind Drachen."

 

Das Teilen durch Null.


Literarische Talking Points

Nobelpreise haben keine Relevanz mehr. Die Bild-Zeitung ist ein Volksverhetzungsorgan. Aber irrelevant geworden. Fotzen-Döpfner ist ein Pfotzen-Töpfer, Springer: Fotzen-Presse - Blut und Sperma. Muschi-Matze hat euch gerner! Ulf Poschard ist ein Halb-Nazi. Jan Böhmermann ist ein Voll-Nazi. Damit sind 2 der einzigen 3 Nazis in diesem Lande benannt. Da Ulf Poschardt nur ein halber Nazi ist, hat man noch einen weiteren ganzen Halben gut. Für schlechte Zeiten sozusagen.

Die höchste Form von Frauen-Haß ist, sich als Mann als Frau auszugeben. There are two Sexes, Baby! Gendern ist Faschismus. Keine Knete mehr für's Staatsfernsehen! Bedingungsloses Grundeinkommen! Wer überall Nazis sieht, ist selbst einer. Literatur darf alles. Auch gut sein. 

Systemlinge raus aus meinem System! Lesen macht nicht klug. Handys töten! Was Philosophen und Diktatoren eint: Wer nichts Gutes spricht, soll schweigen. Wer im Glashaus sitzt, sollte Steine dabei haben.

Verschwörungsleugner. Staatsling. Jäger mag ich nicht. Jägerschnitzel mag ich. Deutsche Sprache, schöne Sprache. Vorher ist man früher schlau. Nachher ist man rechtzeitig dumm. Kein Interesse, ich esse. Schwarzer Schimmel, weiße Nacht: Ungebumster Ficker. War jetzt schon jedes "Kultur"-Mädchen auf Island? Nachtrag: Georgien wird jetzt heimgesucht. Langweilig, aber häßlich. 

Diktokratie. Eine Mischung aus Diktatur und Demokratie. Im postdemokratischen Zeitalter, in dem in westlichen Staaten die demokratische Kontrolle ausgesetzt wird durch Bestimmung von oben, setzt sich die Diktokratie als vorherrschendes Modell durch. 

Geld regiert die Welt. BlackRock und Vanguard regieren ein Weltchen. Wer Geld hat, braucht es nicht. Wer kein Geld hat, braucht es. Geld ist ein Tauschmittel. Geld ist ein Täuschmittel. Borgen verleiht Sorgen. Morgen Geld, heute Träume. Heute Geld, morgen Sorgen. Geld ist wie Wasser: Man kann es kaum greifen, aber es sickert überall hin. Oder die einen haben Monsun, die anderen Wüste. 

Lazis - linke Nazis. Linke Nazis sind nicht weniger schlimm als rechte Nazis. Sie sind nur nicht weniger schlimm. Wie ein Verrückter, der sich wundert, daß nicht jeder verrückt ist: Aus dessen Welt heraus muß jeder verrückt sein! Und grölt die Nicht-Verrückten nieder. Und diffamiert sie. Und verleumdet sie. Das sind die linken Lazis heute. 

Denis Scheck ist ein ungebumstes Nudelholz: Es rollt, es knetet, Teig in Mund, dann bleibt nur Stolz.

Stolz essen.

Wer spuckt und spottet, verschluckt sich an Deinem Essen. Schecks Märchen haben Angst, gecancelt zu werden, er hat ja nix, er kann ja nix. "Literatur" kommt von "ertragen". Wie Toleranz von ertragen kommt. Bloomer - sie blühen, sie verwelken. Doomer - sie blühen nicht, sie verwelken Dich. Die größte Kunst wird im Kleinen erschaffen. Die kleinste Kunst wird von Kleinen erschaffen.

Will ich degenerierte Menschen sehen, schaue ich mir "Kultur"-Sendungen an. Tue ich aber nicht. Icke nicke Dicke ficke bei de Pickenicke. Für den Frieden Deines Krieges. Wenn man einen Wurm zum Apfel bringt, wird der Wurm den Apfel befallen. Berlin ist, wenn nicht Hunde an den Schuhen riechen, sondern Thomas (43), Systeminformatiker, der sich für einen Hund hält. Wuff! Lebensaber. 

Ich höre schon wieder "Text"...! 

Erzähl mir keinen "Text", erzähl mir eine Geschichte... Das graue Haar auf der Glatze suchen. Oder finden. Für extra kleinlich sein. Verrückte Menschen stellen sich Fragen, die sich normale Menschen nicht stellen. Das 

macht 

sie 

zu Verrückten. 

Wer keine Visionen hat, sollte zum Arzt gehen. "Was bist Du denn für einer?! Hast Du noch alle Klöpse in der Suppe?! Hast Du noch alle Klöpse in der Lasagne?!" Fiktion ist gemein. Literatur ist gemein. Literatur ist: Man schreibt Bücher. Und ekelige Menschen sprechen drüber. Jedes System nutzt sich selbst auf Dauer am besten aus. Fernsehleute haben Angst, nicht links genug zu sein. Weil sie sonst ihren Job verlieren. Linke Fernsehleute wollen, daß Du Deinen Job verlierst. Giovanni di Lorenzo hat Angst, nicht 'progressiv' genug zu sein. Weil eine Frau sonst seinen Job machen könnte. "Nieder mit den Promis!" Keiner will euch, keiner mag euch!

'Kultur' ist nicht 'links'. "Wer der Welt die Zunge rausstreckt, darf sich nicht wundern, daß eine Hummel auf ihr landet." Staatskünstler - die am Arsch der Macht riechen. Gesund zu sterben - das Dümmste, was es gibt. Eine gesunde Leiche ist eine ziemlich tote Leiche. "Wer Bücher verbrennt, verbrennt auch Menschen." Als J.K. Rowlings Bücher verbrannt wurden, schwiegen deutsche Autoren. Wieder. Das wird nicht vergessen. Bücher sind nicht gefährlich. Menschen sind gefährlich. 

Die Wahrheit ist: Die meisten interessieren sich einen Scheiß für Politisch-Korrektes. Daher muß es immer ein übergeordnetes Konstrukt geben, das droht, eínen zu züchtigen. Die meisten interessieren sich danach zwar immer noch einen Scheiß für Politisch-Korrektes. Aber die Zuchthäuser sind voll. 

Die langweiligsten Schriftsteller sind immer die, die reden. Reden sie noch mehr, werden sie nicht unterhaltsamer. (Sie reden aber noch mehr.) Ronja von Rönne ist ja voll Staatsfernsehen geworden, haha. Gegen die Irrelevanz, das Geld muß fließen. Bei der ist immer alles im Superlativ

Über Ronja von Rönne, damit sie es nicht tun muß: Die superlative Depression. Die superlative Oma. Die superlative Mutter. Die superlative Hochzeit. Die superlative Scheidung. Die superlativen Freunde. Die superlativen Erlebnisse. Die superlativen Traumata. Die superlativen Zusammenbrüche. Die superlativen Jobs. Die superlativen Träume. Die superlativen Schäume. Das superlative Versagen. Das superlative Scheitern. Das superlative Lächeln. Das superlative Superlative. Die superlative Kränkung (ein schöner Sachbuch-Titel übrigens). Der superlative Anspruch. Das superlative Werden. Das superlative Sein. Das superlative Wollen. Das superlative Gewese. Die superlativen Kämpfe. Die superlativen Schwächen. Die superlative Liebe. Kurz verschnaufen, es geht noch superlativ weiter. Die superlativen Ex-Männer. Die superlativen Gespräche. Das superlative Schweigen. Die superlative Anregung. Die superlative Anstrengung. Die superlativen Anstrengungen. Die superlative Panik-Attacke. Die superlative Genesung. Die superlative Angst. Die superlativen Parties. Die superlativen Umarmungen nach Parties. Die superlativen Kater. Die superlativen Wehwehchen. Die superlativen Sorgen. Das superlative Aufschieben. Das superlative Gesehenwerdenwollen. Das superlative Talent von denen, mit denen sie gesehen werden will. Die superlative Enttäuschung. Die superlativen Zustände. Die superlativen Zustände von Menschen. Die superlativen Zustände von Menschen, mit denen sie gesehen werden will. Die superlativen Umstände, zu denen sie Menschen trifft. Die superlative Essensbude. Der superlative Lachanfall. Die superlative Körpergröße. Der superlative Verdauensdruck. Das superlative Bedauern. Das superlative Verdrängen. Das superlative Schlafen. Das superlative Aufstehen. Die superlative Faulheit. Das superlative Vorwärtsgehen. Das superlative Unbehagen. Das Unbehagen, nicht im Superlativ zu leben. Das Unbehagen, Unbehagen, Unbehagen. Das Verlangen. Das alles sagt mir das Internet. Und ich verfolge sie nicht mal. Positiv, Komparativ, Superlativ, Ronjativ: Stolz, stolzer, am stolzesten. Der superlative Stolz. Wie wäre es mal mit Reduktion, mit Verkleinerung? Wer kleiner ist, hat mehr vom Weg. 

Wer kleiner ist, hat mehr vom Weg. Das kann man positiv oder negativ sehen. 

Staatsfernsehen ist: Wenn euch keiner leiden kann. Das Lustige an "Cancel Culture" ist, daß demnächst auch Linke von den noch Linkeren gecancelt werden. Und dann die Noch-Linkeren von den Noch-Linker-Linkersten. Und dann die Noch-Linker-Linkersten von den Nöchst-Linkersten-Linkeren. Und dann - weil super-progressiv - canceln die Nöchst-Linkersten-Linkeren sich selbst. (Schon geschehen.) 

Erfolgreiche Schriftsteller schreiben für das Heute, gute für das Morgen. Lässliche für das Vergangene. Die besten schreiben gar nicht. Journalisten müssen sich immer Phantasie-Titel geben wie "Autorin, Publizistin, Journalistin, Bloggerin, Podcasterin, Redakteurin, Moderatorin, Schauspielerin", wenn sie nur eines sind und nur eines tun, was sie immer tun: Labern. Blah, blah, blah. Erinnert an Gaddafi, der seine Phantasie-Uniformen trug mit Phantasie-Orden, um zu gelten. Ich habe einen Witz über "Likes". Den erzähle ich aber nicht, weil meine "Likes" von der ARD überwacht werden. 

Margarete Stokowski - der Spargel unter den Ulrike Meinhofs. Deutsch, teuer, weiß. Kommt nur einmal im Jahr, braucht "Kartoffeln", um zu kicken, und die gelbe Soße soll fetzen. Anleitung rein/raus: Essen ißt man mit dem Mund. Dann ist der Magen rund. Worte läßt man aus dem Mund. Dann ist der Magen, ach!, die Zunge wund. Feuilleton ist für mich Lidl-Prospekt. Auch dumme Menschen sprechen. Wer ein Buch liest, versperrt sich den Blick auf die Welt. Man muß die Bibel nicht gelesen haben, um zu wissen, was drin steht. Das letzte Buch wird von einer Frau geschrieben. Es ist dann auch das letzte. 

Ich teile nicht die Auffassung, Denis Scheck wäre je nützlich für die Literatur gewesen. Er war nützlich für die Krawatten-Industrie. Denis Scheck war nützlich für sich selbst und seinen Spiegel: Selbstnütz. Wer Kinder haßt, haßt das Kind in sich. Man darf ihm das Fernsehen aber nicht wegnehmen. Das wäre grausam: Er käme nicht in einer Welt zurecht, die nicht nur für ihn aus dem Urknall-Ei schlüpfte. Juli Zeh ist erfolgreich im Juli-Zeh-zu-sein Vorgeben. Da ist nichts. Nur Schwarzes Loch, nur schwarzes Ich. Halten wir alle Abstand. 

Nüstern, Flüstern. Raunen, Launen. 

"Pferde sind bösartig: Vorne sind sie bösartig. In der Mitte sind sie bösartig. Und hinten sind sie bösartig obendrein." 

Deutsch sein ist, wenn man nicht sagen kann, was Deutsch sein ist, aber jeder erkennt es sofort. Typisch Teutsch. Es sind ja nicht die Frauen, die es können, sondern die Frauen, die es nicht können, die Kunst machen. Von auch kommt Bauch. Außer zum Produkte glotzen ist das Internet kein kreativer Ort mehr. Man muß die Literatur vor den Verlegern schützen. (Besonders vor dem Verleger Jo Lendle. Er hätte dem Attentäter auf Rudi Dutschke die Pistole als Wasserpistole verkauft.) Sollte man die Literatur auch vor dem Schriftsteller Jo Lendle schützen? 

Freue mich schon auf den Moment, wenn sich ein Dutzend Frauen an die Öffentlichkeit wagen und Jan Böhmermann sexuellen Machtmißbrauch und übergriffiges Verhalten vorwerfen, hahaha: "Alle haben es gewußt, allen war es bekannt...", "Wir schwiegen, weil wir Angst hatten...", "Wir fühlten uns ohnmächtig...", solche Aussagen kommen dann. Hahaha, reine Fiktion. Der Klamauk wäre aber zuende. Über Ingeborg Bachmann gelesen. Eine Häßliche und Verrückte. Warum bestimmte Männer auf die standen, ist mir unbegreiflich. Sie wollten wohl ihren Kopf ficken. Vulgär, aber wahr. Der Rest ist Disney-Land

Es soll ja sowas wie Literaturkritik geben: Ekelige Menschen ohne Biographie reden über Menschen mit Biographie. Heute eher: Ekelige Menschen ohne Biographie aus der Bibliothek reden über Menschen ohne Biographie aus der Bibliothek. Alles, was sie kennen, haben sie aus Büchern. Aber nie was erlebt. Innerlich und äußerlich häßliche Menschen, die Schönheit hassen, weil sie innerlich und äußerlich häßliche Menschen sind. Und was sie selbst nicht sind, muß vernichtet werden. 

Kompensations-Menschen. Witzfiguren, die ausgelacht werden. Deren läßliche Angst es ist, gecancelled zu werden. Sie haben ja nix. Sie sind nix. Also biedern sie sich an. Systemlinge. Aber das System bricht zusammen: Medien, Glotze, Politik. Wir Menschen bleiben gelassen. Es geht weiter, nur ohne sie. Wir glotzen Youtube. Wir lesen nicht. Systemling-Autoren, die für die Systemling-Literaturkritik schreiben, scheitern. Aber nicht das große, orgiastische, übermenschliche Scheitern. Das mickrige. Kunst hat sich abgeschafft. Weil Künstler sich abgeschafft haben. Alle Kunstpreise gehören abgeschafft, sie sind nichts mehr wert. Spinner-Gewinner. Literatur-Behinderer, Literatur-Verhinderer. Klima-Kleber des Literatur-Verkehrs. Sie kleben sich an Bücher. Sekundenkleber-Schriftsteller, Sekundenkleber-Kritiker. Haftet schnell, kleine Tube. Nicht viel drin. Braucht man selten. Deckel verklebt, weggeschmissen. Die harte Faust der Literatur ist stärker als die zarten Fäustchen der Satire. Die Prüden und die Verklemmten, die Missgelaunten. Die Grimmigen. Die Wehleidigen, auf den Schlips getretenen. Mimosenmode. Lederaugen. Krawattenohren. Die Verknoteten. Gerberhaut. Die Lederäugigen. Die Krawattenhäutigen. Die Gerberhäutigen. Krawattenhaut. Mimosenmoder. Insa Wer? 

Insa Wilke ist unsexy. Besser: Die "Kunstfigur Insa Wilke" ist unsexy. Deshalb darf deutsche Literatur auch nicht sexy sein. Nicht, solange sie den Bibliotheks-Ausweis tragen darf. In Bibliotheken darf nicht gegessen werden! Warum eigentlich nicht? Weil Insa Wilke den Bibliotheks-Ausweis tragen darf. Und nicht gestört werden will. Warum eigentlich? Und warum eigentlich nicht? Psst, wir wollen sie nicht weiter stören, sie liest. Wir leben. Insa Wilke gehört nicht ins Fernsehen. Gehört nicht in eine leitende Funktion von Literatur. Sie gehört in die Bibliothek, als Aufpasserin, wo sie aufpaßt, daß keiner mitgebrachtes Essen auspackt und ißt. Literatur stört. Literatur stört Leben. Literatur zerstört Leben. Lüger und Betrüger. 

Benjamin von Stuckrad-Barre (lächerlich langer Name) ist per Du mit denen, die man siezt. Perdue, vergänglich. Ein Klein-Schriftsteller. Der letzte Klein-Schriftsteller.

Martin Walser, der letzte Groß-Schriftsteller. Aber kein großer Schriftsteller. 

Ein Schriftsteller der Medien, als Medien noch groß waren. Jetzt sind sie am Arsch, sie haben ihren Mund zum Arsch gebracht und gemacht. Ansonsten war Martin Walser nicht wichtig, man wußte nie, was er geschrieben hat. Für mich war er immer belanglos, tja, es gab ihn halt, ein gesegnetes, langes Leben lang. Ein Leben lang von der Kamera begleitet lassen. Wie Helmut Kohl, in Schwarz-Weiß. Martin Walser wollte Schriftsteller sein, nicht Autor oder Writer. Schriftsteller. Eine Persiflage von Schriftsteller. Mit Hut und Pfeife oder Zigarre. In Schwarz-Weiß. Wie Kohl eine Persiflage von Kanzler war. Auch er wollte Kanzler sein. Auch in Schwarz-Weiß. 

Hic sunt dracones - hier sind Drachen: 

Martin Walser hat alle seine Feinde überlebt. Das ist schon eine Errungenschaft. Gut so. Darauf kommt es an. Die, die einen vom anderen, schöneren Ufer aus verspotten, sieht man im Laufe des Lebens im Fluß treiben. (Mit dem Kopf nach unten. Oder schwimmen sie nur?

"Schriftsteller" erinnert an "Schriftsetzer". Zu undynamisch, zu eingebildet. Nach Vorgabe. Ansonsten Freigabe. Aber "Telling Name" für undynamische, zu eingebildete, deutsche Literatur. Schreiben setzen nicht. Schreiben sitzen. Schreiben sacken. Schreiben sacken lassen: Schrift-Sucker. Oder Schriftsackenlasser. Schreiber. Wer zusammensackt, muß zumindest nicht mehr stehen. Wer steht, begeht. Wer fällt, gefällt. 

"Beim Hinfallen den Boden umarmen nicht vergessen!" 

Hab ich mal gelesen oder erfunden. Das gehört auf Warnschilder geschrieben.

"The. A. Dorno" ist ein Psydonym für "Nee-a-Dormo". Mauerblümchen, geblümtes Mäuerchen. Genauso knorke wie die Namens-Borke.

"Die schnappatmige Frau."

Schöner Romantitel. 

"Ein geküßter Mund" - das ist auch ein schöner Roman-Titel. "Literatur" kommt von "ertragen". Wie Toleranz von Leiden kommt, kommt Leiden und Meiden von Literatur. Leid und Maid geht dagegen immer. Thea Dorn braucht das alles nicht, sie ist unisex. Wo Insa Wilke unsexy ist.

Die "Kunstfiguren" beide wohlgemerkt. "Insa Wilke" ist ein Psydonym für "Inihrsah Ich-Willkür". Da ist kein "Wollen", nur "Wollknäul". Willkür statt Woll-Kür. "Kunst" kommt von "Wollen". Es heißt ja auch Wunst. Nicht Wust. Wumm, nicht Wut. Der Antrieb. "Können" ist das Handwerk. Insa will nicht. Das Gute: Sie ist so unbekannt wie eine graue Wand, es lohnt sich also, über sie zu lästern. Es gibt so viele Insas. Sei nicht wie Insa! Sie will nicht, daß man in Bibliotheken sexy Gyros Pita ißt! Sie hat den Bibliotheks-Ausweis! Wir wollen sie nicht weiter bei unserem Leben stören. "Ich will Dich nicht bei meinem Leben stören." Auch ein guter Warnhinweis.

Döner kann jeder. 

Deutsche Literatur ist Döner mit Marmelade. Kann auch jeder, schmeckt aber nicht. Döner mit Kleber. Wo wir nur eine anständige Gyros Pita haben wollen. Die sind selten. Ausgestorben. Das Verschwinden, was man nicht bemerkt. Der Gyrosteller mit Fritten, Zwiebeln, Weißkraut und Tzatziki aus der Kindheit. Einmal im Monat. Als Belohnung. Einfach so. Weil es uns gibt. Das Verschwinden, das man nicht bemerkt. Und dann ist es weg. Einfach so. Der Gyrosteller vom neuen Griechen. Jeder hat so einen Teller. Brauner Bär. Cassetten-Recorder. Das ist Literatur. Und dann ist sie weg. Die Kindheit. Die Literatur. Das Strahlen. Aufgegessen. Verschwunden. Ausgespult. Einfach so. 

Die Erinnerung. Weil sie mich heimsucht. "Und das Schönste?"

Apropos stören. Apropos ausgestorben. Apropos "Weil es uns (noch) gibt.":

Feuilleton-Fuzzies haben nicht gemerkt, daß keiner sie mehr liest. Das weiß ich, weil ich sie nicht lese. Das bemerken sie aber nicht mal, daß ich sie nicht lese, deshalb liegen sie auch immer daneben. Aber das bemerken sie nicht mal. Weil keiner sie mehr liest und es ihnen sagen könnte. Das Nichtbemerken ist das Wesentliche eines Feuilleton-Fuzzies. Deshalb sind sie ja Feuilleton-Fuzzies geworden. Das Nichtbemerken und das Danebenliegen. Das Danebenliegen haben sie sich von Pärchen abgeschaut, die Sex haben: Sie legen sich einfach daneben. Ungefragt. Und tun so, als wären sie es, die Sex haben. Haben sie aber nicht, sie liegen ja nur daneben. Und tun so, als wären sie Feuilleton-Fuzzies geworden, um danebenzuliegen, die so tun, als hätten sie Sex, während sie daneben liegen, während andere Sex haben, die aufeinander liegen. Aber möchten für den ordentlichen Sex, den knallharten, den andere haben, während sie daneben liegen, ordentlich bezahlt werden, während andere ordentlich aufeinander liegen, während sie Sex haben. Ob knallhart bezahlt, weiß ich nicht. Wäre den Feuilleton-Fuzzies aber knallhart zuzutrauen. Gibt es das Feuilleton auch auf Youtube? Nein, sie haben Angst vor den wenigen Klicks. Alles Roger in Kambodscha, alles Propaganda in Uganda.

Indianer, Zigeunersauce, Negerkuß. Kuß mit Eszett. 

Ich mag Möbel, Autos, Eichhörnchen, Rotkehlchen, Esel, Katzenbabies, Biber, Igel und Orang-Utans.  

Ich mag Rind, Schwein und Huhn. Einer muß es ja tun! Den Lenz in Ambivalenz. Nachtrag: Nicht tun! Schnitzel retten die Welt, die eigene. 

Ich mag Kania-Chilisoße.

Man kann nur seine eigene Welt erobern. Wer andere Welten erobern will, wird scheitern. Wie klein die Welt ist, und wie groß sie scheint. Wer den Stein umgeht, wird über die Berge stolpern. "Hallo" ist das Pfandleihhaus des "Auf Wiedersehn". Jeder Schritt nach vorne beginnt mit dem Gedanken, sich wieder hinzusetzen. Weil sie rund ist: Wer einmal um die Welt gehen will, braucht sich nur umzudrehen. Der Vorteil: Wer häßlich ist, braucht sich nicht schönzumachen. Das haben sie mit Schönen gemeinsam. Mensch bleiben: Wer Mensch bleibt, muß es nicht werden.

Inspiration, Phantasie, Glück. Das Wollen. Ein Essen kann man nur einmal essen. Dann ist es weg. Nichts ist so vergänglich wie das Licht des vorangegangenen Tages. Wer nichts zu verlieren hat, kann immer noch sein Leben verlieren. Man kann immer noch mehr verlieren. Man kann immer noch mehr verlieren, als sein Leben.

Was ist schneller als das Licht? 

Die Liebe! Sie erreicht einen schon, bevor man sie erblickt. Wer keine Möglichkeiten hat, hat alle Möglichkeiten. Wer alle Möglichkeiten hat, hat keine Möglichkeiten. Null ist gleich Unendlich. Das Teilen durch Null ist somit definiert.



*


Donnerstag, 31. Oktober 2019

Nach dem Teasertext kommt der Tod


Man kann mit Buchstaben schlafen:
Bei den meisten schläft man ein.


Es mag kaum interessieren, aber schon mal aufgefallen, wie schlecht Zeitungsartikel geschrieben sind?

Also, nicht vom Inhalt her, sondern vom Sprachvermögen. Wirklich schlecht Schreiben ist mittlerweile in. Das ist mir aufgefallen, nachdem ich nach Monaten mal wieder einen Artikel angeklickt habe. Man schämt sich richtig dafür, den Artikel angeklickt zu haben. Man möchte seinen Klick ungemacht gemacht haben.

Nun könnte man vermuten, daß es sowieso egal ist, wie ein Artikel geschrieben ist: Es geht eh nur um den Teasertext. Diese zwei kleine Sätzchen, die schon alles sagen, was man zu sagen hat, damit das da steht, damit man dem anderen, den der folgende, lange Text betrifft, kurz mal mitteilen kann, was man ihm oder ihr auch zwischen einer sich schnell schließenden Tür noch eben hinterherrufen könnte, aber der *Rumms* verhinderte. Und gar nicht vom Autor geschrieben sind.

Es wird sowieso nur noch *gerummst*. Im langen Artikel wird dann noch ein Name eingefügt, der darf unbedingt nicht fehlen, dann noch von der Literaturlesung im Ersten Semester von vor zwanni Jahren Schriftstellernamen einfügen - gern gelesene Leseempfehlungen für Leute, die die eh nicht lesen, aber eigene Bildung vorgaukeln; funktioniert auch bei Denkerinnen unserer Zeit -, kurz noch erkennen lassen, daß man den Artikel ja nur geschrieben hat, damit der Genamedroppte wohlwollend davon Kenntnis erlangt (Twitter-Following und erträumtes Bachelor-in-Paradising nicht ausgeschlossen bei Nipp und Schluck unter sich schwappenden Weißstrandwellen bei gleichsamer Glückseligkeit - die Wonnen der Gleichförmigkeit darf man nie unterschwappen - fertig ist der Artikel. Der lange Artikel. Der lange, schlechte Artikel. Der lange, schlechte, lange Artikel, schlechte nach dem Teasertext.

Nach dem Teasertext kommt der Tod.

Nein, kommt er nicht. Wie es sich für einen Artikel gehört, kommen jetzt Namen. Kurz: Das Namegedroppte.
Man könnte sie auch 'Liste der Gefallenen' nennen.

...wenn ich denn ein paar Namen kennen würde. Lese aber keine Artikel.

Also kenne ich auch keine Namen.

Und wenn, dann kennte ich nur Namen, die in Artikeln, die in Zeitungen stehen, die einen Teasertext haben, die nicht von Autoren des Artikels geschrieben wurden, erwähnt wurden aus unerfindlichen Gründen. Ein Grund wäre naheliegend: Du schreibst Deinen Artikel, Deinen langen, schlechten, langen Artikel für den mit Namen Erwähnten, und nicht für den Leser. Warum schreibst Du nicht einen Brief?

Mein Verdacht ist: Die Erwähnten sind irrelevant geworden. Und sollen vor dem Tod bewahrt werden.

Ronja von Rönne? Irrelevant geworden.

...und jetzt sollten eigentlich noch andere Namen folgen, aus sprachlichen Gründen müßte man auf drei kommen - wegen dem Gleichklang -, es fallen mir aber keine ein.


Also beende ich diesen Artikel jetzt. Es steht eh nichts von Wert drin.





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